Anzeige:
THEMA: Ra 10: richtiges Signal?
eine Frage an die Signal Spezialisten. Ich habe in dem Gleis 555 (siehe Bild 1) einen Turmtriebwagen (Bild 2) stehen. Dieser soll von dort nach Gleis 551 rangieren, danach von Gl. 551 nach "Abzweig ST" zurücksetzen, um dann über Gleis 556 (rechts) weiter auf Strecke zu gehen.
Ist es richtig für die Rangierfahrt im "Gleis Abzweig ST" das Signal Ra 10 (Halt für Rangierfahrten) zu stellen? Im Bahnhofsbereich sind ansonsten nur Formsignale aufgestellt (falls es darauf ankommt).
Vielen und Dank und Grüße
Christian
Die von ChristianL zu diesem Beitrag angefügten Bilder können nur von registrierten Usern gesehen werden - Login
Gruß
Samuel
danke für die schnelle Antworte. Ich habe die Frage vielleicht zu kurz gefasst und deshalb die Gleisübersicht noch um die sonstige Signalisierung etwas ergänzt. I
Wenn ich Dich richtig verstehe, müsste im untersten Gleis erst das Signal 4 stehen und darf Ra 10 kommen? Dann hätte ich Probleme, weil ich das Signal 4 um fast 40cm nach links (Richtung Ost) setzen müsste.
Viele Grüße
Christian
Die von ChristianL zu diesem Beitrag angefügten Bilder können nur von registrierten Usern gesehen werden - Login
Zitat - Antwort-Nr.: 2 | Name: ChristianL
Wenn ich Dich richtig verstehe, müsste im untersten Gleis erst das Signal 4 stehen und darf Ra 10 kommen? Dann hätte ich Probleme, weil ich das Signal 4 um fast 40cm nach links (Richtung Ost) setzen müsste.
Ja, das ist korrekt. Und auch zwischen Ra10 und dem Einfahrsignal muss je nach Streckentyp und Geschwindigkeit 100-200m Abstand eingehalten werden. Das ist normalerweise auf einer Modellbahn nicht umsetzbar, aber sollte zumindest einen sichtbarer Abstand zwischen Ra10 (wenn es das nicht gibt der Einfahrweiche) und dem Einfahrsignal geben.
Viele Grüße
Dirk
Zitat - Antwort-Nr.: 2 | Name: ChristianL
Wenn ich Dich richtig verstehe, müsste im untersten Gleis erst das Signal 4 stehen und darf Ra 10 kommen? Dann hätte ich Probleme, weil ich das Signal 4 um fast 40cm nach links (Richtung Ost) setzen müsste.
In deiner Skizze sind die Signale Ra10 und Signal 4 noch verkehrt herum eingetragen, von Ost kommend also zuerst das Signal 4 und dann nach dem Durchrutschweg das Ra10 mit dem längsten Rangierabstand des Bahnhofs zur Einfahrtsweiche. Das könnten also durchaus 40 cm werden, wenn es genau nach Vorschrift auch im Modell gemacht wird. Wenn ein Zug vor der Einfahrt Signal 4 hält kann eine Rangierabteilung größter Länge bis Ra10 raus fahren, ohne den eigentlichen Bahnhof zu verlassen und hat noch den Durchrutschweg als Sicherheit.
Umgekehrt darf der einfahrende Zug natürlich nicht in dem Bereich der Rangierfahrten des Bahnhofs warten, dann gibt es Konflikte.
Viele Grüße,
Danilo
Vlt. oot. : Signal 3 soll imho.. 3-begriffig sein wegen die Abzweigmoeglichkeit in der Weiche von West richtung Ost.
Oder habe ich etwas falsch kapiert ?
MfG.,
Rae
Wie die Vorredner schon richtig gesagt haben: Einfahrtsignal- Durchrutschweg- Ra 10 - Rangiersignal. Der Abstand vom Einfahrtsignal zum Ra 10 richtet sich nach der Streckengeschwindigkeit und ist der Sicherheitsabstand. Der Abstand zur Weiche ( Rangiersignal) ist weniger interessant und nur als Einschränkung beim rangieren. Das kann also auch durchaus nur eine Lok Länge sein.
Wobei es aber auch Möglichkeiten gibt dennoch daran vorbei zu rangieren..
Die Beteiligten Fahrdienstleiter müssen sich absprechen und der Lokführer braucht einen schriftlichen Befehl ( Erlaubnis zum rangieren über das Ra10)
Schöne Grüße von der Mosel
Mathias
danke für die einfache und doch kompetente Erklärung.
Ich habe so eine Situation auch auf meiner Anlage, dass der Abstand von der ersten Weiche bis zum RA10 mitunter nicht reicht bei längeren Rangiereinheiten.
Wie sieht denn so ein schriftlicher Befehl aus? Denke gerade daran, meinem Lokführer so einen auszustellen, wenn ich denn ein Muster hätte...
Viele Grüße
Roderick
Zitat - Antwort-Nr.: 4 | Name: Danilo P
Das könnten also durchaus 40 cm werden, wenn es genau nach Vorschrift auch im Modell gemacht wird.
genau nach Vorschrift würden wir bei 62,5cm anfangen, üblicherweise ist der Abstand doppelt so groß (wie gesagt, das ist kaum Modellbahntauglich, nur weil Du schreibst, genau nach Vorschrift).
Noch ein allgemeiner Hinweis, hier wird immer von Durchrutschweg gesprochen, das ist zwar de facto das, um was es hier geht, richtigerweise handelt es sich hinter einem Einfahrsignal um den Gefahrpunktabstand. Durchrutschweg ist Teil einer Fahrstraße, dass den Gefahrpunktabstand absichert, den gibt es aber in der Regel nur an Ausfahr- und Zwischensignalen, da die Fahrt auf der freien Strecke (also zum nächsten Einfahrsignal) nicht über eine Fahrstraße sondern über einen Streckenblock abgesichert wird und der kennt keinen D-Weg. (Hinweis: stark vereinfacht beschrieben und Ausnahmen bestätigen die Regel),
Zitat - Antwort-Nr.: 7 | Name: Roderick
Wie sieht denn so ein schriftlicher Befehl aus? Denke gerade daran, meinem Lokführer so einen auszustellen, wenn ich denn ein Muster hätte...
Das ändert sich alle paar Jahre, man müsste das also Epochenabhängig machen. Hier mal der Vordruck der die letzten Jahre gültig war (bis letzten Dezember):
https://static.wixstatic.com/media/cf914b_da960...d699ce4060a8~mv2.jpg
Man muss dann den Kopf ausfüllen (links unten(bzw richtig gerdreht oben) eingerahmt), dann den 14.1 ankreuzen, dort das relevante ausfüllen und dann den Fuß rechts unten (respektive unten).
Viele Grüße
Dirk
vielleicht sollten wir die Bezeichnung der Signale und Weichen noch etwas unter die Lupe nehmen.
Zur Reichsbahnzeit (Epoche 2) und bei der DR-Ost wurden die Signale mit Grossbuchstaben gekennzeichnet. Und zwar der Kilometrierung der Strecke folgend, die wiederum an den Baufortschritt angelehnt war. Die Weichen wurden mit arabischen Ziffern in der gleichen Reihenfolge bezeichnet. Riegel, die die Weichen gegen eine Umstellung bei Drahtbruch sichern sollen, mit den entsprechnden römischen Zahlen. (Die spielen bei der Moba aber keine Rolle).
Das Gleis ganz oben links (555) wäre mit einer Gleissperre (Gsp) abzusichern. Aber die darf auch erst hinter dem Durchrutschweg der aus Richtung West einfahrenden Züge stehen. Die Fahrstrassen wurden durch einen kleinen Buchstaben des betreffenden Signals gekennzeichnet, gefolgt von einer hochgestellten 1 oder 2 (ein- oder zweiflüglig) und einer tiefgestellten Ziffer, die bei Einfahrsignalen das zu befahrende Gleis angaben. Bei der DB wurde zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt die Bezeichnung der Signale geändert, geläufig sind mir die Grossbuchstaben N und P, gefolgt von einer bis zu dreistelligen Zahl (wahrscheinlich das Gleis bezeichnend. Vielleicht kann das ja ein Wissender hier ergänzen, möglicherweise habe ich auch irgendwo noch eine Quelle zu liegen.
Struwelpeter
danke für die guten Erklärungen. Ganz vorbildgerecht bekomme ich die Abstände auf der MoBa nicht hin. Aber von der Systematik werde ich es umstellen. Hier wieder der Plan in der 3. Fassung.
Das Rangieren betrifft (jedenfalls zur Zeit) nur den Turmtriebwagen. Dieser Zug ist mit den anhängenden Wagen ca. 25 cm lang. Der bisher vorgesehene Abstand des Signals 4 war mit ca. 10 cm vor der abzweigenden Weiche vorgesehen. Ich versuche jetzt, folgende Anordnung hinzubekommen
Signal 4 -> 10cm bis Ra 19 - > 35/40cm bis zur Weiche
Das ganze wird eine automatisierte Zugfahrt mit TC. Ich habe dann beim Halt im Rangierteil zu beiden Seiten des Zuges 5cm Abstand. Andererseits habe ich die Systematik eingehalten. Ansonsten müsste ich das Einfahrsignal ca. 120 cm zurück in den vorherigen Block setzen, was aber optisch nicht mehr so richtig passen würde.
Für Struwelpeter noch der Hinweis, dass sich das Ganze in der Epoche III/IV abspielen soll!
Viele Grüße
Christian
Die von ChristianL zu diesem Beitrag angefügten Bilder können nur von registrierten Usern gesehen werden - Login
Carsten
mit dem Befehl ist es nicht ganz getan. Meine Ausbildung liegt zu weit zurück, um mich genau zu erinnern. Aber es musste wohl die Strecke gesperrt werden, da ja die Rangierabteilung bis zum nächsten Bahnhof fahren konnte. Es war festgelegt, welcher Fhrdienstleiter die Sperrung aussprechen darf und die musste ins Zugmeldebuch eingetragen werden. Erst dann durfte der Befehl A ausgestellt werden.
Struwelpeter
Hallo Dirk,
vielen Dank für den Befehlsvordruck und die Erläuterungen.
Meine Epoche ist in erster Linie die Epoche 4.
Viele Grüße
Roderick
noch eine Frage und dann glaube ich, alles "im Kasten" zu haben.
Muss vor der Weiche (grün markiert) für die Fahrt Richtung West noch ein Signal (SH) hin? Der Zug soll ja über Gleis 556 Richtung West fahren.
Ich habe die Frage von RAe (@5) noch nicht beantwortet ob Signal 3 um ein 3begriffiges Signal handelt. Nein dieses ist 2begriffig, weil es nur geradeaus gehen soll!
Viele abendliche Grüße
Christian
Die von ChristianL zu diesem Beitrag angefügten Bilder können nur von registrierten Usern gesehen werden - Login
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
mit dem Befehl ist es nicht ganz getan. Meine Ausbildung liegt zu weit zurück, um mich genau zu erinnern. Aber es musste wohl die Strecke gesperrt werden, da ja die Rangierabteilung bis zum nächsten Bahnhof fahren konnte. Es war festgelegt, welcher Fhrdienstleiter die Sperrung aussprechen darf und die musste ins Zugmeldebuch eingetragen werden. Erst dann durfte der Befehl A ausgestellt werden.
Das ist nicht mehr so. Die Strecke wird nicht gesperrt, aber der Fahrdienstleiter von dem ein Zug in Richtung desjenigen der rangieren möchte muß ( ähnlich wie bei Streckensperrung ) entsprechende Vorkehrungen treffen um nicht durch Routine oder die Technik einen Zug in die Richtung fahren zu lassen.
Heute reicht dafür eine mündliche Absprache die im Fernsprechbuch vermerkt wird..
Vor die Weiche muß kein Sh Signal. Zum rangieren reicht eine mündliche Weisung an den Lokführer
Schöne Grüße von der Mosel
Mathias
Zitat - Antwort-Nr.: 15 | Name: Matty
Vor die Weiche muß kein Sh Signal. Zum rangieren reicht eine mündliche Weisung an den Lokführer
Prinzipiell richtig, kleine Ergänzung noch: Früher (ich weiß nicht genau bis wann, aber ich denke bis in die Ep IV) galt das Umstellen der der Rangierabteilung nächsten Weiche als Zustimmung zur Rangierfahrt. Daher gibt es bis heute in der Fahrdienstvorschrift folgende Regel (falls man noch auf einen Lokführer alter Schule trifft?)
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Beim Stellen ferngestellter Weichen oder Gleissperren für Rangierfahrten - ausgenommen auf Rangierstraßen - muss zuerst die in Fahrtrichtung entfernteste und zuletzt die der Rangierfahrt am nächsten liegende Weiche oder Gleissperre gestellt werden. [...].
In Deinem Fall, Christian, wird es dann relevant, wenn Du wieder von 556 nach 551 rangieren möchtest und alle Weichen falsch stehen: Wenn Du nun links unten anfängst, fährt die Rangierabteilung eventuell schon los, obwohl die anderen Weichen noch falsch stehen. Daher immer rechts oben anfangen.
Was mich da interessieren würde: Kann man das TC beibringen, die Weichen nacheinander gegen die eingestellte Fahrtrichtung zu stellen?
Anders ist es übrigens bei "modernen" Stellwerken mit Lichtsignalen: Dort wird üblicherweise (außer auf sehr kleinen Bahnhöfen) auf gesicherten Rangierfahrtstraßen rangiert und es stände dort an der Weiche ein niedriges Lichtsperrsignal, ein sogenanntes Wende-Ls. Dafür haben dann die Weichen keine Weichensignale
Viele Grüße
Dirk
Ja Dirk du hast Recht das vergaß ich zu erwähnen..
Schöne Grüße von der Mosel
Mathias
ob die Reihenfolge bestimmt werden kann, um die Weichen zu stellen kann ich spontan nicht beantworten. Ich versuche, es am Wochenende einmal herauszufinden. Ich kann den Befehl geben, die Anlage zu aktualisieren. Dann werden die Weichen entsprechend dem Zustand gestellt, wie sie der Gleisplan in TC aktuell anzeigt. Dies erfolgt auch nacheinander, so dass es eine gewisse Logik geben muss. Dann wäre noch die Frage zu beantworten, ob in den Ablauf eingegriffen werden kann. Allerdings fürchte ich, dass das nicht gehen wird.
Ich versuche, etwas in Erfahrung zu bringen und melde mich.
Viele Grüße
Christian
Du musst das nicht extra für mich gucken, das ich TC nicht nutze, es war eher Neugierde oder der Hinweis, dass es grundsätzlich spannend wäre, das zu können.
Prinzipiell finde ich, dass die mir bekannten Softwaren zu wenig Möglichkeiten bieten, das individuelle Verhalten der Stellwerkstechnik abzubilden. Ich kenne als Ausnahme da ESTWGJ, die das für Drucktastenstellwerke kann, aber gerade für mechanische Stellwerke dürfte es da recht mau aussehen. Aber das ist ein anderes Thema
Viele Grüße
Dirk
diese mündliche Weisung nennt sich mündliche Zustimmung des zuständigen Weichenwärters oder Fahrdienstleiter zur Rangierfahrt von A (Weiche) nach B (Gleis).
Mit freundlichen Grüßen
Tf150150
Hallo
Ja als Fdl muß ich das wissen aber für die Erklärung hier ist das, denke ich mal , ausreichend.
Sinn ist es ja doch das Wissen so weiterzugeben das es jeder versteht .
Schöne Grüsse von der Mosel
Mathias
aber ich finde man sollte die Dinge trotzdem so nennen, wie sie real genannt werden. Eine mündliche Weisung gibt es da einfach nicht, irgendjemand liesst dies und verzählt es dann woanderst, und denkt daß ist die Realität.
Gruß Tf150150
Nur registrierte und eingeloggte User können Antworten schreiben.
Einloggen ->
Noch nicht registriert? Hier können Sie Ihren kostenlosen Account anlegen: Neuer N-Liste Account
Zum Seitenanfang
© by 1zu160.net;
