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THEMA: Arnold 4931 Schwertransport auf Drehschemel

THEMA: Arnold 4931 Schwertransport auf Drehschemel
Startbeitrag
Frank9 - 27.01.26 10:45
Liebe Freunde des Schwertransports,
Arnold hatte mal ein recht einfaches Modell produziert, Nr. 4931, s. Foto. Gibt es dazu ein Vorbild, wenigstens für die Waggons oder ist das ganze Freelance?
Die mechanische Verbindung zwischen den beiden Halbwagen ist einzig die Ladung, die auf den Drehschemeln aufliegt, bzw auf die Drehzapfen gesteckt wird. Ist oder war das betriebstechnisch möglich bei der Bahn? (Ich meine nicht die Schnabelwagen und nicht den speziellen Trafotransport.) Die Drehschemel-Langholzwagen von Fleischmann jedenfalls sind nicht nur über die Holzladung miteinander verbunden:
https://www.nordbahn.net/Fleischmann-N-Piccolo-...ut-Langholz-Ep2-iOVP
Beste Grüße, Frank


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Guten Tag Frank,

Drehschemel werden mit entsprechenden Kuppelstangen verbunden.
100% Freelance sind die Drehschemel in Baugröße Oe:

Freundlicher Gruß

Hannah

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Hallo Frank,

für diesen Schwertransportwagen gibt es kein Vorbild (der Wagen war beim Vorbild das Unterteil für ein
US-Kranwagen).
Für so eine Verladeart (ohne Verbindung zwischen den Wagen) gibt es beim Vorbild ähnliche Beispiele. Der Wagen darf dann aber nur am Zugende und als Lademaßüberschreiter laufen.

Grüße
Markus
Hallo,

die Fahrgestelle stammen von der Nachbildung eines 250 t-Dampfkrans von Bucyrus-Erie (mit zu kleinem Kranarm), haben aber Aufnahmen für Puffer für den europäischen Markt. erhalten

Aber um Optimismus zu verbreiten: Ähnlich wuchtige Kastengestelle gab es auch in Europa als Schwerlastwagen innerbetrieblich z.B. bei Metallgießereien, Schwerindustrie oder Werften zum Transport von Geschützrohren in Mulden (Krupp‘sche Kanonenwagen), Schiffssegmenten, Großdieseln oder Turbinen, die dann ohne Rücksicht auf Lichtraumprofile im Werk verschoben werden konnten. Der Weitertransport erfolgte dann auf Wasserwegen.

So ein Wagen konnte dann bis ca. 150 t tragen. Wer auf seiner Anlage zufällig eine Großwerft dargestellt hat, kann dann auf zwei Wagen einen Fischtrawler transportieren.

Fantasievolle Grüße
Nimmersatt
Guten Tag,

'Langholztransporte auf Drehschemelwagen' sind auf Nebenbahnen der Epochen III und früher und/oder Privatbahnen wie hier gezeigt beschränkt:

Dieses Bild
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(GSB - Gut Schönbaum Bahn)

Freundlicher Gruß

Hannah



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Hallo und allerbesten Dank an Euch drei für die Erläuterungen.
Laut Markus ist das Prinzip ohne Kuppelstange zwischen den Halbwagen also möglich, aber das Arnold-Gefährt ist Fantasie. Okay.
Bei der Kuppelstange wie auf Hannahs Bildern sehe ich das Problem der Längenänderung, will sagen: in engen Kurven und v.a. bei mehr als zweiachsigen Halbwagen bildet das Langholz auf dem Kreisbogen eine Sehne, die kürzer ist als der Drehschemelabstand auf gerader Strecke. Auf einem Drehschemel müsste die Ladung also gleiten können?

VG, Frank
Hallo Frank,

damit das ohne Kuppelstange funktioniert muss aber eine Bremsleitung zwischen den Wagen vorhanden sein:

https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/76861.jpg

Das zweite Bild ist von 1968:

https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/69388.jpg

Zu diesem Bild der Siegener V 100 1233 erzählte Gerhard Moll gerne folgende Anekdote: Er hatte mit der Lok den Ng 9105 nach Erndtebrück nachzuschieben. Umständlich und auch ärgerlich war immer der Umstand, wenn ein mit Langholz beladener Wagen am Zugschluss hinter der Schiebelok eingestellt wurde, weil die beiden Drehschemel nicht miteinander gekuppelt waren, sondern nur durch die Langholzladung verbunden waren. Solche Drehschemelwagen durften daher nicht nachgeschoben werden. Vielmehr mußten sie grundsätzlich hinter der Schiebelok laufen, was zusätzlichen Rangieraufwand mit sich brachte. Nachdem die Bremsprobe ausgeführt worden war, wollte Gerhard Moll die ungewöhnliche Zugkomposition schnell noch fotografieren. Während er noch draußen stand, pfiffen die beiden V 100 an der Zugspitze als Signal für den Schiebelokführer zur Abfahrt und fuhren unmittelbar an. So schnell, erzählte er, wäre er anschließend nie wieder auf einem Führerstand gewesen.... (15.06.1968) Foto: Gerhard Moll

Quelle: Eisenbahnstiftung

Grüße
Markus

Hallo.

im Carstens Tiefladewagen-Buch gibt es eine Abbildung, wo ein Schertransport per Drehschemel gezeigt wird. Zum Glück für uns auch in der Vorschau verfügbar:
https://www.stefancarstens.de/wp-content/uploads/2023/11/GW10_006-007.jpg
Au S. 6, mitte rechts ist ein übergroßer Kessel auf einem provisorischen Schemelwagen, gebaut aus zwei Drehgestellen, zu sehen. Das kommt dem Arnold Wagen wohl noch am Nächsten, ist aber von der Bauweise her wesentlich einfacher. Im Prinzip einfach nur 2 Drehgestelle unters Ladegut gebastelt und fertig. So ähnlich könnte man auch die Arnold Behelfsbrücke transportieren. Aus S. 7 unten rechts ein ähnlicher Transport, allerdings auf speziellen Schemelwagen.

Gruß Engelbert
Hallo Frank +5,

richtig, das Ladegut muss mindestens auf einer Seite ein wenig gleiten können.

Viele Grüße
Nimmersatt
Zitat - Antwort-Nr.: 5 | Name: Frank9

Bei der Kuppelstange wie auf Hannahs Bildern sehe ich das Problem der Längenänderung, will sagen: in engen Kurven und v.a. bei mehr als zweiachsigen Halbwagen bildet das Langholz auf dem Kreisbogen eine Sehne, die kürzer ist als der Drehschemelabstand auf gerader Strecke. Auf einem Drehschemel müsste die Ladung also gleiten können?



Hallo Frank,

nein. Durch die beiden Drehschemel gibt es keine Probleme mit der Längenänderung (genau dafür sind die Drehschemel extra vorhanden) Die unteren Stämme dürfen nicht gleiten sondern müssen auf den scharfen Zinken auf der Oberseite der Drehschemel aufliegen (die Zinken aus Metall krallen sich dann in das Holz). Die oberen Stämme müssen mit Ketten mit den unteren Stämmen verbunden sein. Wenn das bei Langholztransporten nicht beachtet wurde konnte das hier passieren:

https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/78015.jpg

Bei der Eisenbahnstiftung gibt es dazu diese Bildunterschrift:

Da ist wohl etwas verloren gegangen, nämlich der zweite Drehschemelwagen, auf dem der hintere Teil des Langholz lagern sollte. Die Beladungsvorschriften (Auszug) sagen hierzu: "Hölzer sind gegen Verschieben mit Drehschemelketten oder sog. Schlingketten sichern. Bei Verbindung der tragenden Schemelwagen durch die Ladung müssen der mittlere Stamm oder die beiden äußersten Stämme der untersten Schicht mit je zwei an den Schemeln befestigten Ketten umschlungen werden. Schemelzinken müssen scharf sein. Bei abgedeckten Schemelzinken dürfen die tragenden Schemelwagen nicht durch die Ladung verbunden werden. Bei Verbindung der tragenden Schemelwagen durch eine Kuppelstange sind die stärkeren Hölzer in die untersten Lagen legen. Die Ladung ist dann in Längsmitte mit einer Kette fest zu umschlingen." (02.1956) Foto: A. Dormann, Slg. W. Löckel


Zitat - Antwort-Nr.: 7 | Name: Engelbert

Aus S. 7 unten rechts ein ähnlicher Transport, allerdings auf speziellen Schemelwagen



Die Schemel entstanden beim Vorbild aus einem achtachsigen Tiefladewagen der Gattung/Bauart SSt 34a  (Fleischmann 8299). Wenn man die Tiefladebrücke entfernt kann man mit damit solch einen Transport auch auf der Modellbahn nachstellen.

https://www.spur-n-datenbank.de/cb_detail.php?nr=837

Grüße
Markus
Hallo Frank,
ich lasse mich noch mal dazu hinreisen, Bilder zu den Themen einzustellen.
Die Drehschemelwagen haben als Stammauflage Laubsägeblätter bekommen, da rutscht nun nichts mehr. Müssen allerdings noch beladen werden.
Die "Schwerlastwagen" sind bei mir im Werftbetrieb mit entsprechender Ladung unterwegs.

Grüße
Eberhard

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Hallo Markus und Frank,

Frank hat völlig korrekt mit Bogen und Sehne argumentiert. Hier kommen die Feinheiten zwischen Großbetrieb und Spur N zum Tragen. Beim Großbetrieb sind die Radien viel größer und das Spiel von Puffern und Kupplung gleicht die winzigen Längenänderungen aus. Bei Spur N und R 1 oder 2 beträgt die Verkürzung bereits einige mm, kannst Du gern ausprobieren.

Als Beispiel ein Gleisjochtransport. Auf gerader Strecke hat die simulierte Kupplung (Pfeil) 0,5 mm Abstand, auf R2 ca. 2 bis 3 mm. Die Joche sitzen auf den Drehschemeln fest.

Viele Grüße
Nimmersatt

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Zitat - Antwort-Nr.: 5 | Name: Nummersatt

richtig, das Ladegut muss mindestens auf einer Seite ein wenig gleiten können.



Zitat - Antwort-Nr.: 11 | Name: Nimmersatt

Die Joche sitzen auf den Drehschemeln fest.



Hallo,

ja was denn jetzt? Sitzt das Ladegut auf den Drehschemeln fest oder gleitet es?

Der Tiefladewagen von Arnold hat ein festen Drehpunkt. Der Pufferabstand zwischen der gerade und den Kurven ändert sich,

Grüße
Markus
Ohhhh,

ENTWEDER man macht das Ladegut fest UND variiert den Kupplungsabstand (wie auf meinem Bild) ODER man macht die Kupplung fest UND lässt das Ladegut gleiten. Gibt also zwei Möglichkeiten.

Grüße Nimmersatt
Guten Abend in die Runde,
ich staune, wie viele interessante Bilder zu dem Thema zusammengekommen sind. Vielen Dank an alle.
Ich fasse nochmal zusammen, was in der Beladungsvorschrift geschrieben wurde, die Du, Markus #9, gefunden hast :
Wenn Kuppelstange, dann abgedeckte Zinken, also Ladung kann gleiten.
Und wenn keine Kuppelstange, dann scharfe Zinken und Kettenzurrung, also variabler Abstand zwischen den Halbwagen.
Deshalb glaube ich nicht, dass im Vorbild die Längenänderung einfach vernachlässigt werden kann, wie Nimmenrsatt in #11 sagt.

Es grüßt alle,
Frank
Hallo Nimmersatt,
Du warst schneller, während ich noch formulierte. Jetzt also Einigkeit.
Grüße


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