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THEMA: Harz/Resin für 3D Gehäusedruck Mars5Pro

THEMA: Harz/Resin für 3D Gehäusedruck Mars5Pro
Startbeitrag
n-toni - 22.01.26 13:51
Hallo zusammen,
seit Weihnachten habe ich einen 3D Drucker.
Mars5Pro. Es gibt ja nun die verschiedensten Harze. Jetzt die Frage an euch. Welches Harz nehmt ihr um ein Gehäuse zu drucken. Muß ich ein Harz von Elegoo nehmen oder geht auch ein anderer Hersteller.
Vielen Dank vorab und viele Grüße Toni

Moin Toni, um welche Gehäuse geht es? Wie filigran soll es werden?
Viele Grüße Holger
Hallo Holger,
z.B. Oberteile für Tender,Kessel und Umlauf.
Muß stabil sein aber es soll auch nichts so schnell abbrechen. Für mich ist 3D Druck Neuland.
Viele Grüße Toni
Servus,
ich hab auch einen elegoo Resin-3D-Drucker. Ich verwende diverse Harze verschiener Hersteller (Sunlu, Anycubic), wobei ich wasserwaschbare Harze bevorzuge. Bevor ich ein mir noch unbekanntes Harz verwende, mache ich eine Belichtungskalibrierung für optimale Qualität. Ansonsten ists eigentlich ziemlich wurscht, welches Harz/Hersteller. Wichtig ist, dass du das Objekt geschickt drehst, dass die Stützen möglichst an nicht sichtbaren Stellen sind, weil die Abbruchstellen sieht man.
Die Stabilität ist meistens etwas geringer als bei Spritzguss, aber ausreichend (nur fallen lassen kann schief gehn, weils deutlich leiter splittert). Und wenns filigran genug wird, bricht eh beides. Du kannst natürlich ABS-Like Resin verwenden, da sollen die Eigenschaften angeblich besser sein, als bei Standardharz, kann ich aber nicht beurteilen.
Ich habe für Rimbert hier aus dem Forum mal ein paar Fahnenmasten gedruckt mit Durchmessern zwischen 1,5 und 0,5mm, geht problemlos.
Falls du detailliert Fragen hast, gerne auch per pm.

Viele Grüße
Martin

EDIT:
Ggf kannst du auch mal den Kollegen hier aus dem Forum befragen, der die genialen Mitteleinstiegswagen kontruiert und gedruckt hat, der hat sicher noch mehr Erfahrung als ich, zumindest was Resin-Drucke spezifisch für fie Modellbahn angeht.


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Du kannst alle UV-Harze nutzen, die so erhältlich sind (Sunlu, Anycubic, Elegoo, usw.) musst dann halt die Belichtungszeiten ausprobieren. Es gibt Unterschiede in der Brüchigkeit. Die einfachen Resine sind leicht brüchig, da muss man aufpassen. Es gibt aber auch sehr biegsame (ABS, Flex oder Tough).
Gehäuse für Loks oder Wagen zu drucken ist mit dieser Technik gut möglich, siehe Bild.
Die Gehäuse auf dem Bild sind mit einem Anycubic M7Pro Drucker mit Resin Elegoo ABSlike  3.0+ gedruckt.

Gruß
Stefan T.

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Hallo Toni,

Willkommen im Kreis der Harz-3D-Druckenden. Ja, mit den typischen Haushaltsdruckern, wie dem Elegoo kannst Du beliebige 3D-Harze drucken. Du hast auch keine besonderen Vorteile, wenn Du Harz von Elegoo nimmst, denn wie Martin schon richtig angemerkt hat, musst Du in jedem Fall die passenden Belichtungseinstellungen für Deinen(!) Drucker, das jeweilige Harz, die Schichtdicke und sogar die Temperatur in Deinem Raum finden. Die Angaben der Hersteller sind immer nur eine ungefähre Angabe. Es gibt genügend Testobjekte zum Download, die Du dann in Abstufungen der Belichtungszeiten drucken musst, um im Vergleich der Drucke die richtige Belichtungszeit zu bestimmen. Das ist etwas Aufwand, aber dringend zu empfehlen, um gute Drucke rauszubekommen. Und wie gesagt, mit jeder neuen Harzsorte und wenn Du die Schichtdicke änderst, musst Du neu die Einstellungen ermitteln.

Auch die Raumtemperatur spielt eine Rolle, wenn auch nicht ganz so stark beeinflussend. Je niedriger sie ist, desto länger muss die Belichtung sein. Manche Harze wollen bei Temperaturen unter 20Grad gar nicht mehr richtig härten. Das musst Du im Kopf haben, wenn Du in der Garage oder im Keller druckst.

Welches Harz du auch immer nimmst… guckt Dir die Viskosität an. Gerade abs-like-Harze sind oft eher dickflüssig. Dann solltest Du bei Zeit und Druckgeschwindigkeit etwas zurückgehen. Die Parameter für die Geschwindigkeit, mit der die Platte zurück in den Tank gedrückt wird (Retract speed) und die Wartezeit vor dem Belichten der nächsten Schicht (Rest time after retract) sind dann Deine Freunde. Da sollte man eher mehr zeit geben, je dickflüssiger das Harz, damit die Flüssigkeit genug Zeit hat alle Spalte auszufüllen und zur Ruhe zu kommen, bevor das UV-Licht mit dem Härten beginnt. Es ist wie immer Zeit und Qualität sind Gegensätze.

Die von Martin ins Spiel gebrachten wasserwaschbaren Harze sind eine gute Wahl für den Anfang, da sie toleranter in Bezug auf die Belichtungszeiten sind und in der Regel auch sehr dünnflüssig (eben wegen der angestrebten Waschbarkeit mit Wasser). Außerdem stinkt Wasser nicht so wie Isopropanol und mache Menschen reagieren ja auch allergisch auf solche Alkohole. Das war es aber auch mit den Vorteilen. Man darf nicht glauben, dass Waschwasser leichter zu handhaben ist als Isopropanol. Einmal mit Harz in Berührung gekommen, ist es genauso umweltschädlicher Sondermüll – bitte nicht in den Ausguss geben oder gar Bauteile unter fließendem Wasser waschen. Du kannst das Waschwasser in einem Glasbehälter 1-2 Tage in die Sonne stellen (funktioniert auch bei bedecktem Himmel), dann wird aus der giftigen Brühe mit Mikroplastik kontaminiertes Wasser. Nur nach Filterung kannst Du es in den Abfluss geben oder besser wiederverwenden.

Isopropanol ist in meinen Augen das bessere Waschmittel. Es wäscht einfach besser ab und verdunstet schneller, weshalb die gewaschenen Drucke schneller trocknen, und das sollten sie, bevor Du sie endgültig aushärtest.

Ich selbst drucke in der Masse Standmodelle und benutze meist SUNLU Transparent Standard, sehr dünnflüssig, günstig und gibt kleinste Details sehr scharf wieder. Ist aber, wie die meisten Standardharze recht spröde, weshalb ich es für Gehäuse nicht so empfehlen würde. Auch braucht es gut deckende Farben, sonst scheint die Sonne durch.

Für Gehäuse nehme ich eher ABS-like grau, das ist schon ein Stück robuster. Allerdings eben auch dickflüssiger und kann Details nicht so konturscharf wiedergeben.

Hoffe das hilft und verwirrt nicht eher.

Gruss, Sascha
Hi,

ich habe auch einen Elegoo Mars (2) Pro und habe noch nie mit Elegoo-Harz gedruckt, sondern meist Hausmarke von 3dJake oder Photon. Waschen tue ich mittlerweile grundsätzlich mit IPA - auch das wasserwaschbare. Hintergrund ist, dass das besser funktioniert und wie Sascha schon geschrieben hat, darf auch das Wasser nicht in den Abfluss - im übrigen laut Aussage unseres Versorgers auch nicht nach dem Aushärten, da hier immer noch Reste vorhanden sind. D.h. auch das muss zum Sondermüll.

Ansonsten habe ich mir mittlerweile um den Drucker einen Kasten mit Heizung gebaut und drucke bei ca. 30° - das hat nochmal wesentlich bessere Ergebnisse bei mir gebracht.

Grüße Micha
Hello,

Ich drucke sehr viele Gehäuse, bzw. ganze Wagen (in Einzelteilen).

Es gibt ein Trade-off, dass kaum genannt wird. Je zäher, also weniger Spröde, ein Harz ist, desto ungenauer wird es.

Es gibt z.B. Engineering Harze, die werden dir kaum brechen, auch wenns mal runter fällt. Allerdings haben die nicht die Genauigkeit, die du in 1:160 haben willst. Es kommt halt doch auf die kleinen Details an. Plus sie sind teuer...
Kann dir aber solche Engineering Harze für Drehgestelle nur ans Herz legen. Die sollen was Aushalten und nicht durch Vibrationen mit der Zeit brechen. Und auf ein Drehgestell runtergerechnet sind die Harzkosten wieder sehr verschmerzbar.

Grüße,
Daniel aus Wien

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Hallo zusammen,
vielen Dank an euch alle für die vielen Tipps und Antworten. Wenn ich das alles so lese hätte ich mir lieber eine neue Fräßmaschine kaufen sollen anstatt des 3D Druckers. Aber wenn ich eure Ergebnisse so sehe werde ich das wohl auch hinbekommen.Dann werde ich mir für den Anfang erstmal das dünnflüßigere wasserabwaschbare Harz bestellen und damit meine ersten Erfahrungen sammeln.Hersteller ist ja nun egal.Später kann ich es dann mit Resin Elegoo ABSlike  3.0+ versuchen wie es Stefan mit seinen Ergebnissen gezeigt hat.Sascha,danke für deine ausführliche Beschreibung.Da steht für mich als Anfänger viel drin wo ich so noch nicht dran gedacht hatte.Besonders das mit dem Abwaschen hast du gut beschrieben.Nicht einfach in den Ausguß,das war mir so noch nicht bewußt.Daniel,deine gedruckten Wagen sind wohl die Premiumklasse. Das werde ich wohl nie erreichen,will ich auch nicht. Mir reicht es wenn ich kleine Teile wie einen Kessel für eine 23.10 hinbekomme. Da wird es sicher besser sein auf freistehende Leitungen zu verzichten,wegen der Brüchigkeit und diese dann angelegt zu gestalten wie bei der Arnold 42er. Man kann ja beim 3D Druck Hinterschneidungen machen was beim Spritzguß nicht möglich ist da Spritzgußteile leicht aus dem Werkzeug herauskommen müssen. War mal mein Lehrberuf vor 45 Jahren.
Nochmals vielen Dank an alle für die umfangreichen Antworten.
Viele Grüße Toni
Servus,
hier vielleicht noch ein paar Tipps, vielleicht ist da was für dich dabei was Einstellungen angeht (manches wurde auch schon gesagt):

Links:

https://ameralabs.com/blog/the-complete-resin-3...guide-for-beginners/

und

https://ameralabs.com/blog/attachment-layer-need-know/

Viele Grüße
Martin
Hallo Martin,
da steht viel für den Anfang drin.
Vielen Dank und viele Grüße Toni
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Je zäher, also weniger Spröde, ein Harz ist, desto ungenauer wird es.

Tendenziell ja. Mein Lieblingsharz ist Anycubic ABS like Pro 2 in schwarz. Damit kann ich ziemlich fein drucken. Feiner als mit manchem Standardharz. Es ist aber für Funktionsteile (Kupplungen, Drehgestelle) robust genug. Zum Lackieren mit hellen Farben ist schwarz natürlich doof.

Hier möchte ich noch ergänzen, dass die Genauigkeit (Wandstärke, verstopfte Bohrungen, scharfe Kanten) und Druckparameter auch von der Farbe des Harzes abhängig sein kann, obwohl beim Hersteller oft verschiedene Farben unter der gleichen Harz-Bezeichnung laufen. Eher schlechte Erfahrungen habe ich mit weiß gemacht, was für Lackierarbeiten mit hellen Farben eigentlich super wäre. Das graue Anycubic ABS like Pro 2 ist auch etwas gröber als das schwarze aber noch brauchbar. Das graue entmischt sich auch extrem schnell. Selbst nach nur einem Tag Pause muss man es durchmischen. Das schwarze kann man ohne Probleme mehrere Tage im Vat stehen lassen.

Allgemein steigt die Zuverlässigkeit und Genauigkeit mit Haltezeiten und geringeren Geschwindigkeiten erheblich. Ich drucke lieber langsamer als dass ich mich später über einen schnellen Fehldruck ärgere. In unserer Baugröße sind Bauteilgrößen und damit Druckzeiten sowieso überschaubar.

Letztlich muss man selbst probieren. Optimierte Parameter wird man nur 1:1 übernehmen können wenn jemand wirklich genau das gleiche Bauteil mit genau dem gleichen Harz auf genau dem gleichen Drucker druckt.

Gruß
Andi


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