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THEMA: Schwungmasse

THEMA: Schwungmasse
Startbeitrag
Robert [Gast] - 24.04.03 23:44
Ich habe ein paar Loks mit Schwungmasse (Minitrix S3/6, Fleischmann Schienenbus), muss aber ehrlich sagen das Schwungmassen auf das Fahrverhalten kaum einen sichtbaren Einfluss haben.  Ich haette einen langen Auslauf erwartet - ist aber nicht!  Wenn ich den Strom abdrehe, stehen die Loks praktisch sofort.  Ein paar Millimeter Auslauf sind vieleicht drin, mehr aber auch nicht.

Verhalten sich alle Loks mit Schwungmasse so?  Ich lese manchmal hier im Forum von "30 cm Auslauf" - haengt das also vom Hersteller und der Lok ab?

Die Schwungmassen, die z.B. Fleischmann in seine Loks verbaut, können höchstens den gleichmäßigen Lauf der Motoren etwas verbessern, wenn überhaupt. Damit eine Schungmasse überhaupt eine wirkung zeigt, muss sie eine gewisse Größe haben (Durchmsser(!), Länge bringt in diesem Fall überhaupt nix! )und der Motor sollte möglichst wenig Rastmoment haben, also mindestens Fünfpoler, besser noch Fauli. Wirklich Auslauf ist wohl nur bei Baugrößen ab HO zu erwarten.

Gruß

Volker
bei den meisten hilft eine Schwungmasse nur über schlecht versorgte Gleise hinweg. Schafft ein 5poliger Motor übrigens auch.
Mir sind 2 Loks bekannt, die _wirklich_ Auuslaug haben:
Arnold's EuroSprinter (bei Vollgas sollten die 30cm passen) und Marks' V20 (Zitat: "da leben Prellböcke gefährlich")
@Kai,

meine Arnold 152 Dispo-Lok macht auch Höchstgeschwindigkeit locker 70 cm Auslauf, es ist irre. Die E03 etwas weniger.
70cm? Ich muss den EuroSprinter echt mal mit Nach Lüneburg nehmen, da hab' ich mehr Gerade :]
Ein einfaches Mittel um den Auslauf zu vergrößern ist, die Beleuchtung der Lok auszubauen. Es genügt wenn man das Birnchen entfernt.
Das Problem ist, das der Motor im stromlosen Zustand als Generator benutzt wird. Und je mehr Leistung er abgeben muss, desto schwergängiger wird er.

Gruß Klaus
Zunächst gibt es wirklich große Unterschiede zwischen versch. Lok mit SWM. Der Durchmesser der SWM machts (Massenträgheit; m x v und v ist ja mit 3,14 bei einem Runden Teil und dem steigenden Radius mit im Spiel).
Aber mal ganz ehrlich! Die SWM soll der Fahrdynamik zuträglich sein, da kann der Auslaufweg allenfalls als indirekter Indikator gelten. Wer seine Lok in einen stromlosen Abschnitt einfetzen lässt, dem kann man eh nicht helfen. Trotz SWM muss eine ordentliche Regelung her, die den Zug anfährt/abbremst. Ich bin schon froh, wenn mir die SWM über Schmutzstellen und Kontaktproblemstellen hinweg hilft; sicherlich ist mir sowas wie der EUSprinter schon das liebste.
bedenkt bitte auch, dass mancher hersteller, der wenn er denn schon eine SWM Nachgerüstet hat, an die Sünden seiner eigenen Vergangenheit gebunden ist: Platz in der Lok; da ist eine Platine oben, da sind Drehgestellrahmen unten... und dann. geht halt nicht mehr. Allerdings ist es schon bedenklich, mit SWM zu prahlen und dann so gut wie keinen Effekt zu erziehlen.....

CU
WE
@Robert

Hallo - das mit den Schwungmassen bzw. Schwung"scheibchen" (siehe BR50 von FL oder BR41/03 von MT) ist z.T. eine rechte Augenwischerei bzw. nicht konsequent umgesetzt (MT ist ja bekannt für halbe Sachen). Zunächst ist wichtig, daß eine gewisse "Masse" dahinter steht, die zudem in Bewegung ist. Physikalisch gesehen stecken einmal "Impuls" bzw. Trägheit" dahinter (Imupls = Masse mal Geschwindigkeit oder so). Je weiter außerhalb sich eine Masse bei einer Drehbewegung befindet, desto mehr bringt sie, da der Faktor Radius 3,14 (phi) bei der Wegstrecke (Umfang) mitspielt. Alle Punkte, die auf einem Radius liegen, erreichen ja zum selben Zeitpunkt einen gewissen Punkt, nur mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Der Faktor "Durchmesser" ist also wichtiger als der der "Länge". Zwei Schungmassen mit gleichem Gewicht - eine mit größerem Durchmesser, eine mit mehr Länge - verhalten sich daher nicht gleich. Aber irgendwann wird auch eine langezogene Schwungmasse den Vorteil Durchmesser ausgleichen. Gerade in ET/VT's ist irre viel Platz (wenn man den optischen Nachteil vernachlässigt). Daß manche Schwungmassen nichts oder nur wenig zum Auslaufen beitragen, liegt wohl an der Hemmung, die dann entsteht, wenn der Motor ohne Stromzufuhr in Bewegung ist, aber selbst Strom erzeugt, der nicht abfließen kann. Damit wird der Motor gehemmt. Irgendwie muß das mit der Lichtfunktion zu tun haben. Es soll kleine Bausteine geben, die diesen erzeugten Strom ablenken. Ich selbst habe eine FL BR 210 mit Faulhaber und geänderter Platine - allerdings ohne Licht. Das Ding ist eine wahre Pracht. Allerdings ist die bei Vollgas auch mit Tempo 200 oder mehr (also umgerechnet) unterwegs. Die braucht ihre 60 cm. Ein weiterer Hemmfaktor ist lt. B.S. eine zusätzliche Lagerung bei einer bestimmten Anordnung Motor-Schnecke-Schwungmasse. Bei 3 Lagern ist bei einer minimalen Unwucht der Antriebsstange (die ja eigentlich immer vorhanden ist) ein Bremsklotzeffekt miteingebaut. Läßt man ein Lager weg bzw. fräßt dort den Motorblock aus, kann das auch schon Spürbares bewirken.
Was das Auslaufverhalten betrifft: ich habe da so meine Zweifel, ob das sooo wichtig ist. Bei einem wirklich vorbildlichen Fahrverhalten käme der nicht zum tragen (es gibt Verzögerungsschaltbausteine, mit welchen man Züge innerhalb einer Strecke zum langsamen Runterbremsen bringen kann). Der Auslauf ist ja nur dann schön und gut, wenn ich den Traforegler abrupt auf "0" drehe. Bei digitaler Steuerung kann ich Geschwindigkeitsverzögerungen und -zunahmen ohnehin programmieren. Das m. M. nach einzig wirkliche Argument ist daher das Laufverhalten bei extrem niedriger Geschwindigkeit, und dafür braucht man nicht ewig schwere Schwungscheiben bzw. es geht auch ohne: FL BR 81/65/56 zum Beispiel sind Loks mit sehr guten Langsamlaufeigenschaften. Bei H0-Loks ist mir aufgefallen, daß die oft winzige Schwungmassen haben, obwohl viel Platz vorhanden ist. Modellpolitik: lieber 5 mal 2 Meter springen als 1 mal 10, bringt mehr Geld.

Grüße, Ralf
Probiert mal den Kohlebagger von MKK aus. Völlig überzogene Höchstgeschwindigkeit (Modell umgerechnet 20 km/h; Original 6 km/h), aber daraus über 5 cm Auslauf. Man muß den Regler schon 2/3 aufdrehen, um die Schwungmasse so richtig in Schwung zu bringen.
Kleine Korrektur am Rande:

Die in einer zylinderförmigen Schwungmasse gespeicherte Energie ist:

E = 1/4 * m * vČ = piČ * m * rČ * (n/60)Č   [mit v = 2pi * r * n/60]

Legende:
E: Energie,  m: Masse,  v: Umfangsgeschwindigkeit der Schwungmasse,  n: Drehzahl des Motors (in U pro min, deshalb durch 60 teilen)

Doppelter Radius -> vierfache Masse, rČ vierfach -> 16-fache Energie !!!
Doppelte Länge -> doppelte Masse -> doppelte Energie

Konsequenz: Wie die Vorredner schon erwähnten, spielt der Durchmesser der Schwungmasse eine viel größere Rolle als deren Länge (vorausgesetzt alles andere bleibt gleich). Ins Gewicht fällt auch die Getriebeübersetzung, denn es kommt auf die Motordrehzahl an. - Das erklärt aber nur zum Teil warum die Loks verschiedene Auslaufwege haben - schnüf.
Vielen Dank fuer die vielen Antworten! Ist also in vielen Faellen wohl mehr Marketing als Funktion. Ich werde mal sehen was passiert wenn ich beim Schienenbus die Laempchen ausbaue (obwohl, die Schwungscheibe ist ziemlich klein!).

Wenn man die Loks digitalisiert wuerde eine funktionierende Schwungmasse (30 cm Auslauf etc) wahrscheinlich eher hinderlich sein, oder?  
Robert,

ich vermute es passiert gar nichts. Der im VT95 verbaute Motor hat mehr Selbsthemmung als die Lampen bremsen.

Eine grosse Schwungmasse stört zwar nicht den Decoder, aber bei Halteabschnitten die computer- oder bremsgeneratorgesteuerte Zielbremsungen erfordern gibt es grosse Probleme. Manche H0-Decoder können deshalb elektrisch Bremsen.

Grüße, Peter W.


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