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THEMA: Harzer Schmalspurbahnen noch zu retten?

THEMA: Harzer Schmalspurbahnen noch zu retten?
Startbeitrag
Neuengland - 04.09.25 01:53

Hier https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/...g-gutachten-102.html und in verschiedenen anderen Medien derzeit ein Thema ...

VG
Wolfgang


Hallo zusammen,

manche haben sich die "schwarzen Null" in Sachen Schulen, Autobahnbrücken und Bahn allerseits feiern lassen, indem sie alles kaputt gespart haben und wirklich alles bonimässig "börsenfähig" machen wollten, heute fallen den Nachfolger-Verantwortlichen die Versäumnisse der Vergangenheit bitterlich auf die Füße....
Geht also noch mal in alter Treue wieder einmal hin, bevor es zu spät ist, und macht schöne Fotos und Videos vom "letzten Tag", und jammert nicht. Das war damals so politisch gewollt.
Is halt irgendwo wie mit den Zähnen, die ja ab einem gewissen Alter eigentlich ständiger Wartung bedürfen : Je länger man wartet, um so schmerzhafter wird's....


Viele Grüße
Andreas


Hallo,

wobei man sagen muss das dort die Bahnen schon gut gefüttert wurden, alle lobten den Neubau der "Erlebniswerkstatt"... Nur wurde wohl kein einziger Fachmann bei der Planung dazugeholt, denn richtig praktisch ist das teure Ding nicht wirklich.

Dampfloks kosten im Unterhalt ein Wahnsinnsgeld, ein praktikables Konzept gab es anscheinend nie und nun ist Katzenjammer angesagt.

Man wird wohl froh sein können wenn alle Strecken auf erheblich kleinerem Niveau überleben können, praktischer ÖPNV auf jeden Fall nicht.

Bitter für die engagierten Mitarbeiter.
Aber wie sooft ist gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht.

Peter
Hallo,

es fehlt am Gesamtkonzept und an touristischen Angeboten der Bahn selbst. Ich war jetzt eine Woche auf Rügen, da hatte jeder Zug einen offenen Wagen. Die Leute haben sich fast um die Plätze geprügelt. Warum geht das im Harz nicht?

Viele Grüße
Rico
Hallo,
hier noch eine andere Quelle

https://www.eisenbahn-kurier.de/startbeitraege/...dierungskonzepts-vor

Gruß
Thomas
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Die Leute haben sich fast um die Plätze geprügelt. Warum geht das im Harz nicht?

...die sind dort etwas gemäßigter...😉

Gruß aus Nordertown

(der eine Stilllegung des Betriebes/der Strecken im Harz sehr bedaueren würde)
Hallo zusammen,

das geht, bitte schön, gar nicht! Harz ohne Harzer Bahn ist ein Unding! Wir waren 2019 dort und sind vom Campingplatz die 12km bis zum Brocken hochgekrabbelt, zum Teil auf allen vieren! Dann am Brocken ein Bier und Wurst mit Kartoffelsalat um wieder zu Kräften zu kommen, der Rückweg dann aber bitte mit Bahn. Nochmals die 12km über diese Steinwüste zurück hätten wir nicht geschafft! Also, bitte schön, diese Bahn ist ein Aushängeschild der Region, dann tut mal was zur Erhaltung!
Grüße
Felix

Hallo,

die Brockenbahn ist eine Attraktion und dafür gibt es auch Gäste aus aller Welt. Ich hab z.B. beim "Molli" in Bad Doberan ein paar britische Eisenbahnfans getroffen, die ein paar Tage vorher im Harz und voll des Lobes waren.

Eine Zeitlang wurde dort auch mit Geld "um sich geworfen" als wenn es kein morgen gibt.

Peter
Wie teuer war denn das Gutachten ? Vlt. noch ein paar mehr "Gutachter" dazuholen ?
Gruß
Gert

Das mit der Brockenbahn hat sich sowieso bald "erledigt"...wer will denn schon diesen "sich nun höchst wissenschaftlich selber überlassenen" ""WALD"" sehen/ertragen ??
Ja also ich mache nun schon die zweite Deindustiealisierung, naja .....genaui genommen sogar die Dritte mit, mit dem Unterschied, dass früher ®  immer noch der politische Wille oder Grund zum Wiederaufbau vorhanden war.
Ich sehe es daher gelassen und natürlich ist der Sarkasmus nicht weit entfernt.

Bei der ersten Welle, hat man Fabriken und Eisenbahnen abgebaut und dann wieder neu aufgebaut bis es annähernd wieder war wie vorher.
Notwendige Zeit: 25 Jahre.

Bei der zweiten Welle hat man Fabriken und Eisenbahnen abgebaut und ein wenig neu aufgebaut bis es in geringem Maße wieder war wie vorher
Zeit: 30Jahre.

Bei der dritten Welle baut man Fabriken und Eisenbahnen ab und nicht wieder auf damit es nie wieder so wird wie es war.
Zeit: Unverzüglich! Sofort.

Die einstmals als touristisch wertvolle Infrastruktur und somit von der wirtschaftlichen Betrachtung freigestellte Harzquerbahn ist in der selben Zwickmühle wie ihre mit dem Einigungsvertrag ebenso gesicherten Kolleginnen auf schmaler Spur und teilen sich den eingetretenen, selbst gewählten Notstand mit Kulturhäusern, Orchestern, Sendeanstalten, Museen usw. , die alle auf Zuschüsse angewiesen sind  und sie jetzt nur noch nachrangig zu sozialen Leistungen bekommen (können).

Das Geld wird verpufft und ist zur Bespaßung nicht mehr da, Punkt.
Damit ab in den OT.

Gruß Sven
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Bei der dritten Welle baut man Fabriken und Eisenbahnen ab und nicht wieder auf damit es nie wieder so wird wie es war.
Zeit: Unverzüglich! Sofort.


Hallo Sven,
geht es auch weniger dramatisch? Mit Politik hat das Thema HSB recht wenig zu tun! Eher mit Missmanagement!

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Wobei man sagen muss das dort die Bahnen schon gut gefüttert wurden, alle lobten den Neubau der "Erlebniswerkstatt"... Nur wurde wohl kein einziger Fachmann bei der Planung dazugeholt, denn richtig praktisch ist das teure Ding nicht wirklich.


Diese Erlebniswerkstatt hat viele Millionen verschlungen und ist für die Reparatur und Wartungsarbeiten der HSB nahezu unbrauchbar. Sie wird jedenfalls in der Praxis nicht genutzt.

Viele Grüße,
Mathias
Moin,
naja, das Streckennetz bei Nordhausen und die Brockenbahn wird man sicher erhalten können. Vielleciht auch die Verbindungsstrecke. Selketalbahn ist aber wirklich mitten in der Pampa, schwer mit Fahrgästen. Da dann Triebwagen und bisschen was an der Strecke machen wohl die Zukunft.
polle
Hallo!

Wir sollten bei dieser Betrachtung bedenken, daß nur die Brockenbahn von Schierke zum Brocken mit hohen Touristen-Tarifen betrieben wird. Für die übrigen Strecken werden auf Harzquer- und Selketalbahn die normalen Nahverkehrstarife genommen. Und da liegt ein doppeltes Problem: Zu diesen Tarifen kann das gar nicht einmal so kleine Netz niemals kostendeckend betrieben werden. Und als "normales" Nahverkehrsmittel sind diese Bahnen nur wenig attraktiv, weil sie viel zu langsam sind.

Ich weiß, daß es auch schon lange im Gespräch ist, Braunlage an des Netz der Harzquerbahn anzuschließen. Aber das würde die wirtschaftliche Situation vermutlich auch nicht gravierend verändern.

Herzliche Grüße
Elmar,
der schon mehrfach mit diesen Bahnen gefahren ist und es sehr bedauern würde, wenn es sie eines Tages nicht mehr gäbe.
Es sterben ja nicht nur die Brocken- und Selketal-Bahn und der Wald (ich habe ihn von vor dem letzen Besuch von zahlreichen Besuchen lange vor ´90 noch in Erinnerung)...auch der allgemeine Gegenwind gegen die HQB nicht nur von den sogenannten "Grünen" ist gewaltig...
Gert
...hinzu kommt das Geschrei hinsichtlich des Risikos der "Brandgefahr" durch den Ausstoß der Dampflokomotiven...

Mir fallen da noch zwei "Weißheiten" ein:

- säge nicht an dem Ast, auf dem Du sitzt
- schlage nicht nach der Hand, die Dich füttert

Gruß aus Nordertown
Hallo,

die Situation wird ja auch nicht dadurch vereinfacht, dass die HSB in zwei Bundesländern liegt (und der Harz sogar in 3).

Viele Grüße
Rico
Moin,
ist halt wirklich die Frage, ob man alles mit Macht erhalten muss, um dann alles finanziell gegen die Wand zu fahren. Schmalspurbahnen sind halt auch wie angemerkt wegen Tempo nicht sonderlich attraktiv. Nordhausen als Straßenbahnverlängerung und Brockenbahn als Sonderfall für Tourismus ja, Rest echt schwierig, war auch schon mein Eindruck damals 2008. Viel grün (naja, jetzt auch nicht mehr so XD), sonst nichts.
Landschaftlich schöne Schmalspurstrecken sind schon viele verloren gegangen, man denke an das Thumer Netz, das Netz um Wilsdruff und Meißen (Garsebach in beide Richtungen ärgerlich, dass das weg ist, extreme Brückenbauwerke und Trassierungen), von Vollbahnen mal ganz zu schweigen. Bautzen-Großpostwitz-Löbau wäre da so ein Kandidat. Oder Neukirch/L West-Neustadt (Sa). Oder Bautzen-Hoyerswerda....
Denke in der DDR wäre das Netz schon dicht. Zittau-Oybin/Jonsdorf wäre auch weggebaggert (die war eh sehr nah an Trassentrennung und der Oberbau war sehr mies schon, dazu glaub nur 3 technisch gesicherte Bahnübergänge, Fahrzeiten deutlich länger als heute). Freital-Kipsdorf wäre auch nach Hochwasser nie mehr aufgebaut worden.
polle

Hallo,
hätte die ehemalige DDR die Bahn nicht 1972 unter Denkmalschutz gestellt, dann wäre die Strecke wohl sofort gestorben.

Andere Schmalspurbahnen ebenso....

Beste Grüße
Andreas

Zitat - Antwort-Nr.: 14 | Name:

...hinzu kommt das Geschrei hinsichtlich des Risikos der "Brandgefahr" durch den Ausstoß der Dampflokomotiven...


Das Geschrei wird bestimmt nicht geringer, wenn es regelmäßig Waldbrände bei der Strecke gibt, die dann auch noch zu Streckensperrungen führen. Der Wald ist nunmal in einem bedenklichen Zustand.

[quote nr=( name= ]..wer will denn schon diesen "sich nun höchst wissenschaftlich selber überlassenen" ""WALD"" sehen/ertragen ??[/quote]
Die gepflegten Wirtschaftswälder scheinen der heutigen Situation nicht mehr sinnvoll zu sein (-> Baumsterben & Waldbrände), sich selbst überlassene Wälder erweisen sich meist als robuster.

Vllt. sollten die Herren ihren Kenntnisstand mal etwas aktualisieren und an ihrer Schriftform arbeiten. Dies ist kein Stammtisch in einer Dorfkneipe.

Gruß
Gerald
Moin,

nun ja, der HSB geht es außer zum Brocken auf den anderen Strecken wie den Museumsbahnvereinen. Die leben halt von Fahrgästen und nicht von Fotografen und Filmern.

Vor 20 Jahren war der Dampfzug von Nordhausen ohne Umstieg zum Brocken voll, letztes Jahr im Herbst damit gefahren, wenn überhaupt die Hälfte der Plätze besetzt. Dann voriges Jahr von Alexisbad nach Harzgerode (weil Dampfzugfahren Spaß macht) und von da nach Gernrode... Das war der Frühzug, den gibt es im aktuellen Fahrplan nicht mehr. Warum? Im Zug saßen an einem Samstag bei Top-Wetter nicht mal 20 Personen. Wen wundert es, dass das nicht kostendeckend sein kann? Am folgenden Montag wurde dann die Ballerina abgestellt. Ein paar Jahre vorher die letzte Mallet. Reparatur zu teuer. Aufarbeiten? Diese kleinen Loks können nicht sinnvoll zum Brocken eingesetzt werden, da braucht es zwei. Interessant sind die für die Eisenbahnfans, der "normale" Fahrgast machet doch kaum einen Unterschied zwischen einer Neubaulok und einer Mallet oder 6001.  
Und dann haben sie sich so eine teure Werkstatt gebaut, wo sie damals berichtet haben, dass sie von Meiningen unabhängig werden würden. Das hat so ganz nicht geklappt, wozu also das ganze Geld ausgegeben?

Grüße Torsten.
Das wird sich aus kaufmännischer Sicht auf maximal 4 betriebsfähige Dampfloks (natürlich nur die Einheitsloks) zum Brocken hoch von Wernigerode aus und der Rest Diesel(hybrid)triebwagen oder Stilllegung bewegen.
Leere Züge sind im Übrigen woanders auch ein Problem, war schon mal Bertsdorf-Jonsdorf und zurück der einzige Fahrgast, Dampfzug mit den üblichen 4 Wagen, schönstes Schneewetter bei 0 Grad... Freital-Kipsdorf fand ich bei der recht geringen Belegung 10 Wagen auch fehl am Platz, äh, Zughaken.

Das mit der völlig aufgeblähten Werksatt kann ich auch nicht nachvollziehen, man könnte "Verbrauch" von Fördermitteln mutmaßen.
polle
Schienennetz und Betrieb trennen. Ersteres der DB übertragen - mit der Auflage, dass bestimmte Strecken zu erhalten sind. Die Werkstatt keinesfalls ausbauen, wenn in Meiningen Fachleute vorhanden sind. Aber ich bin da nur Laie, was die Situation angeht, und sicherlich gibt es Gegenargumente, die uns interessieren würden.
Marco
Zitat - Antwort-Nr.: 24 | Name:

Schienennetz und Betrieb trennen. Ersteres der DB übertragen - mit der Auflage


Ich wäre mir nicht sicher, dass das Schienennetz bei der DB besser aufgehoben wäre.

Gerald
Hallo,

Das Problem mit den Ausgaben wird die Öffentlichen Einrichtungen ganz allgemein treffen.
In den Fetten Jahren hat man Geld für vieles ausgegeben, aber selten für den öffentlichen Nah-und Fernverkehr.
Für weniger gute Zeiten was auf die Seite legen?- war auch nicht angesagt
Jetzt fehlt das Geld an allen Ecken und Enden und es wird noch schwieriger das ganze zu finanzieren. Alleine was für die ganzen sanierungsbedürftigen Schwimmbäder, Schulen und Brücken an Kosten anfallen werden....
Die Öffentliche Hand muss wieder sparen lernen -aber bitte nicht bei mir persönlich!
Sonst wähle ich Euch nicht,
sondern genau die,
welche behaupten,
es geht auch ganz anders.
Populisten sind wieder sehr modern!
Wenn Interessieren schon Tatsachen!
Gibt nur Kopf Aua., wenn man Zuviel nachdenkt.

Lieber sparen wir am Sozialbereich als das wir uns selber weniger leisten können..
Gleichzeitig gab es wohl noch nie soviel vermögende im DACH Raum (D;CH,A)
Jeder der sich das Hobby Modellbahn leisten kann ,wird wohl auch nicht unbedingt zu den ärmsten zählen

Wie heißt es so schön:
was würdest du machen wenn Du eine Mio. Euro hättest?
Na ja, da müsste ich mich wohl zukünftig schon sehr stark einschränken

Lächele den es könnte schlimmer kommen!
Und ich lächelte!
Und es kam schlimmer!


Gruß
Thomas
Bernd,

die Inflation, teure Energie, weggebrochene Handelsbeziehungen, Zölle und unterbrochene Lieferketten, Ausgleichszahlungen in der EU, dazu eine neue Staatsverschuldung und Steigerungen der Rüstungsausgaben, daher ableitend auch enorm gestiegene Umlagekosten für steuerfinanzierte Sozialleistungen, beginnend iin Ämtern, Wohnheimen, Schulen, Anstalten...eben allen öffentlichen Liegenschaften, wo Löhne, GWS und eigene Grundsteuern immer höhere Kosten verursachen, gleichzeitig die Bürgergeldzahlungen und daraus folgende höhere Einkaufspreise auf alle Lieferungen und Leistungen und Lieferstoffe...... all das hat natüüürlich NICHTS mit dem Krieg zu tun.

Eine subventionierte Reparaturhalle aus Fördermitteln, ....du meine Güte, das ist eine einmalige Fehlinvestition in eine verwertbare Immobilie, die man jederzeit, mit unbestreitbaren Problemen, wieder abstoßen kann.
Aber Betriebskosten, also den täglichen Aufwand, ......den kann man nicht beleihen oder gar mieten!

Einzig und allein lasse ich gelten, dass die Loks Anfang der 90iger Neubaurahmen mit viel zu gutem und daher falschen Stahl bekamen und dort richtig ins Geld gehen. Ich lasse auch gelten, dass die Bioholzschwellen der 2000er ihrem Namen gerecht werden und sich selbst abbauen, sodass sie teuer per Hand durch recyclebare Plasteschwellen ersetzt werden müssen.
Dieser Irrtum des jeweiligen Zeitgeistes kann leider nicht in die Aktiva gebucht werden aber belastet in schlechten Zeiten und verlangt nach klugen und mehrfach gebildeten Entscheidungsträgern um diese Kulturgüter (gilt für alle Schmalspurbahnen) als Element des öffentlichen Lebens zu erhalten.

Gruß Sven
Hallo zusammen,

ein bemerkenswerter Film
https://youtu.be/Oakh96mQVBE?si=8cfIKeifU-QrA4rU ("heute show") zu diesem globalen Thema

Viele Grüße
Andreas
Hallo zusammen!

Wer meint wir befinden uns in einem Krieg, dem muss ich in gewissem Sinne Recht geben: Ein Kleinkrieg unter Usern!
Warum ist es auch hier nicht (mehr) möglich einfach sachlich über etwas mit (Modell-) Eisenbahnbezug zu diskutieren?

Wir waren erst vor kurzem im Harz und mit der Bahn auf dem Brocken. Da konnte man schon den bedenklichen Zustand des Waldes mit Brandflächen sehen die eventuell durch die Dampfloks verursacht wurden. Aber auch Funkenflug durch Bremsen kann einen Brand auslösen.

Und zum Thema Geld: Im Bahnbereich ist an vielen Stellen über Jahre hinweg kaputt gespart worden. Es gibt leider eine größere Lobby für Straßenverkehr. Auch die "Förderung" durch das Deutschlandticket ist nicht unbedingt für solche Bahnen gedacht. Mehr oder weniger volle Züge bedeuten da nicht unbedingt viel Geld in den Kassen. Aber man muss ja fahren weil Fahrgäste da sind. Warum nicht einen Dampfzuschlag für die entsprechenden Züge erheben wie andere Bahnen das machen als Tagesticket für z.B. 5€?

Gruß FraNk
Hallo,

Ein Dampf Zuschlag wäre ein kleiner Beitrag, aber löst das Problem wohl nicht. Die meisten Besucher wollen halt mit Dampf auf den Brocken. Alle anderen Strecken sind dabei sekundär und wohl kaum gewinnbringend zu betreiben.
Im schlimmsten Fall würde man sämtliche Strecken still legen und die Wirtschaft im Einzugsgebiet würde es schmerzlich bemerken. Gaststätten ohne Kunden und Übernachtungsgäste würden ebenfalls weniger werden.
Wahrscheinlich ist wohl viel weniger Verkehrsangebote und vielleicht sogar einige Stilllegungen von Strecken.

Gruß
Thomas
Hi

Sowas muss in der Lage sein sich selbst zu tragen. Bei den vielen Besuchern, und Subventionen, frage ich mich was da so lange schief gelaufen ist.

Fast eine Milliarde. Ich denke an viel anderes wo dieses Geld dringend nötiger wäre.

LG ChristiaN
Servus,

es ist halt die Frage, welchen Stellenwert die HSB haben.
Ich bin als Kind 1965 als 6järiger noch mit der Königsseebahn von Berchtesgaden nach Königssee gefahren.
Da man die Bahn nicht mehr für rentabel eingestuft hat, wurde diese eingestellt und in Königssee ein riesengrosser Parkplatz gebaut.
Heute wäre man wahrscheinlich sehr froh, wenn diese Bahn noch fahren würde. Die schlechteste Attraktion wäre sie sicherlich nicht.
Sollte ich den Harz mal als Urlaubsziel in Erwägung ziehen, wäre die HSB sicherlich eine Motivation, dort Urlaub zu machen.

LG  Berti
Hallo Ihr,

all Euer Gemecker hilft nichts. Dampf ist ganz nett, aber schon lange nicht mehr der Stand der Zeit. Historische Züge mit dem passenden Fahrpeis gern, aber der Regelbetrieb bedarf anderes.

In dem Land ohne Drecksblechkübellobbyismus gibt es eine Firma, die baut nicht nur Meterspurige Triebzüge, sondern auch Wagen und Loks.

Aber auch ich kann nichts an der Situation ändern, außer, ich boykottiere weiterhin die Fehlentscheidung Harzkamele. Die gehören auf Regelspurgleise!

Gruß Frank U

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Moin,
Die Harzkamele sind halt (noch) da, haben ja zumindest DR-Hintergrund, vielleicht passender als neue Triebwagen. Ob das dann Elektro sein muss, denk eher nicht. Sonst keine schlechte Idee.
polle
Guten Abend,
In UK, vornehmlich in England & Wales, gibt es zig Museums Bahnen ("preserved railways" werden die hier genannt)...und immer werden es noch mehr.
Seit Covid und mit der "cost of living" Krise haben die sehr gelitten...und leiden immer noch. Nur, mir ist kein Fall bekannt, dass auch nur eine einzige MB ihren Betrieb dauerhaft eingestellt hat.
Alle werden im Wesentlichen von einer Heerschar von engagierten Freiwilligen und Spenden "am Leben erhalten", nur in geringem Masze durch oeffentliche Zuwendungen.
Bei der Problematik der Harz-Quer- & Selke Tal Bahn scheint es sich aus meiner Sicht u a auch um ein spezifisches "deutsches Problem" zu handeln.....: Alle wollen was, und das moeglichst zum Null-Tarif - aber keiner will etwas geben....
Gruesse
FreddieW
Servus,
die Probleme im Harz sind doch nicht neu, schon vor 41 Jahren  wurde beim MfV dem Traktionswandel zugestimmt. Mit 30 umgebauten V 100 Harz Kamelen wollte die DR den unwirtschaftlichen Dampfbetrieb Ende 1992 aufgeben.  Für den Einsatz vor Sonderzügen  sollten mit 99 6001 nur fünf Dampfloks erhalten bleiben. Die Wende brachte das vorzeitige Ende dieser Planung.

Früher gab es ja noch umfangreichen Güterverkehr. Aber das 140 km lange Gleisnetz täglich als Touristikbahn zu erhalten wird wohl bald Geschichte sein. Wenn 96 % der Fahrkartenerlöse auf dem Abschnitt Wernigerode - Brocken erwirtschaftet werden.

VG Marko


Auf die Dauer ist die Realität stärker als die nostalgische Verklärung. In den westlichen Teilen des Harzes ist der Langzeittourismus schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts kollabiert. Im Ostharz überlebte der Tourismus zu Zeiten der DDR, weil es kaum ausländische Alternativen gab. Nach der Wende änderte sich das schnell und heute ist nur noch der Kurzzeittourismus übrig. Das reicht nicht zum Erhalt der alten Infrastruktur.

Obwohl ich nicht in dieser Region lebe, kenne ich den Effekt vom Pfälzerwald, dem größten Waldgebiet in Deutschland. Langzeittourismus ist hier praktisch nicht mehr existent. Zum Glück hat dieser Gebirgswald die Rheinebene mit ihren vielen wohlhabenden Einwohnern an der Ostflanke. Sie sorgen für den reichhaltigen Tagestourismus, zumindest am Mittwoch und Sonntag, wenn die Hütten des Pfälzerwald Vereins offen haben.

Gruß von Aron

Moin,

die Kosten des Dampfbetriebs waren vermutlich gar nicht so problematisch - die Loks hatten über viele Jahre hinweg recht hohe Laufleistungen um die 30.000 km - die alte Technik kann auch heute noch alltäglich und zuverlässig funktionieren.
Ja, es gibt aber auch Faktoren die sich ungünstig für den historischen Dampfbetrieb entwickeln:
Kohle wird teurer, da für Loks geeignete Kohle nur noch in geringeren Mengen gehandelt wird bzw. die HSB relativ wenig brauchen im industriellen Maßstab. (Importkohle)
Das trockene Klima der letzten 15 Jahre hat dem Harzwald dramatisch verändert. Das großflächige Trockengras in den "Tot- oder Jung - Waldflächen" entzündet sich sehr leicht, was problematisch ist, da der Funkenflug nicht vollständig bei Kohlefeuerung verhindert werden kann.

Problematisch ist der negative Skalen-Effekt. Reduziere ich z.B. die Anzahl der der Dampfloks von 20 auf 2, reduzieren sich die Gesamtkosten nicht auf ein Zehntel sondern vielleicht die Hälfte, da man die meisten betrieblichen Einrichtungen auch weiterhin für die 2 Loks braucht  - die einzelne Lok wird so deutlich teurer.... Ein Reduzieren der Zugfahrten spart auch nichts an den hohen Kosten der Streckenunterhaltung... und die HSB haben viele Km, wo sie sehr wenig Betrieb haben... Bei wenigen Fahrplan-Fahrten am Tag wird es für einen potentiellen Reisenden auch schwieriger das in seine Ausflugpläne zu integrieren.
Bei einem größeren Fahrplanbetrieb ist es einfacher einen Pool für Reserve vorzuhalten....und vieles mehr

Durch Schrumpfen ein neues Optimum zu finden ist nicht einfach - ich wünsche den Verantwortlichen viel Glück dabei. Aber vielleicht sollte man auch den Weg gehen mit neuen Attraktionen den Status zu halten - in Freizeitparks gibt es neben den traditionellen Angeboten ja auch immer neue Attraktionen. Ist zwar nicht so, dass man dieses im Harz nicht auch probiert hätte : die Streckenerweiterung nach Quedlinburg, die neue Werkstatt,... aber meinem Eindruck nach:  leider alles halbherzig.

Die Bögel Magnetbahn als Verbindung  von Braunlage über den Wurmberg nach Schierke  und Bahnhof Schierke - das hätte vermutlich mehr Potential....
oder die Brockenzüge von Schierke über eine riesige Brücke (Deutschlands höchste Bahnbrücke) nach Braunlage zu führen.... das wären echte Attraktionen

mit harzlichen Grüßen
Jens

Guten Tag

und nein: Die Harzer Schmalspurbahnen sind nicht zu retten!

Objektiv betrachtet sind sie mit Einrichtungen wie zum Beispiel "Disneyland" gleichzusetzen und haben sich durch Erlöse aus Eintrittsgeldern zu finanzieren. Vergnügungseinrichtungen dürfen nicht mit öffentlichen Geldern subventioniert werden. (Meine Meinung)

Die kleine Schar Schmalspurbahn- und Dampflok Nostalgiker in Deutschland sollte sich an der Furka Dampfbahn in der Schweiz orientieren und ihr Hobby selbst finanzieren: https://www.dfb.ch/de/pages/dampfbahn-furka-bergstrecke-ag

Für Touristen gilt: Sinnfreier Spaß sollte so teuer sein, dass ihm nur Wenige frönen - schon der Umwelt zu Liebe.

Freundlicher Gruß

Hannah
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Für Touristen gilt: Sinnfreier Spaß sollte so teuer sein, dass ihm nur Wenige frönen - schon der Umwelt zu Liebe.

...wie bist Du denn drauf?😵‍💫😫
Lebensmotto: Spassbremse?

Kopfschütteln....
Hallo zusammen,


Modellbahn ist auch sinnfreier Spaß, kostet Energie und Rohstoffe... also weg damit? Gut, teuer ist es eh schon genug...

Ich weiß nicht, ist das wirklich inzwischen typisch deutsch oder ist das in anderen Ländern auch so. Warum tut man sich mit Veränderungen so schwer, vor allem wenn es eine Korrektur nach unten bedarf/bedeutet. Muß es immer nur aufwärts und mehr sein? Es ist erst einmal eine Veränderung, ob es zum Schlechten ist, muß sich erst noch zeigen mit der Zeit - kann auch längerfristig die richtige und gute Veränderung  sein. Aber vorerst ist es nur eine Veränderung. Das meine ich allgemein und nicht nur bzgl. Harzer Schmalspurbahn.


Viele Grüße
Christian Strecker
Könnt ihr euren holsteinischen Konflikt zukünftig bitte auslagern? Danke.
Wir sind ja nicht die Tourismusexperten, sondern mehrheitlich bloß Modellbahnamateure und äußern uns hier im Rahmen einer meinungsbildenden Maßnahme.

Leider ist zu sagen, dass die Mehrheit der Unterkünfte im Harz einer Renovierung bedarf, denn sie sind oft entstanden, als die Leute dort ihre Arbeitsplätze in der Industrie verloren hatten und nun aber Rentner sind oder es demnächst werden. Die aktuelle Situation regt sie auch nicht gerade an, daran etwas zu ändern.

Trotzdem ist ein Urlaub mit Kindern bei sorgfältiger Vorbereitung nicht ganz billig, aber immer noch mehr als attraktiv, denken wir an die Burg Falkenstein als Ort vieler Filme, Regenstein, die Schummelburg Roseburg, den Hexentanzplatz oder das Technikmuseum, das Eisenbahnmuseum und nicht zu vergessen das Hallenbad ...alles in Beneckenstein.

Wernigerode mit dem Luftfahrtmuseum und den Flugsimulatoren, wer kennt es nicht?

Quedlinburg hat da so ein Eisenbahn – und Spielzeugmuseumi und eine historische Altstadt, die zugegeben woanders auch zu Gucken ist. Aber wer will, kann ja auch  „Schierker Feuerstein“ oder die Hasseröder Brauerei besuchen.

Wer es nicht wusste: In vielen Bereichen des Harzes können Übernachtungsgäste mit dem kostenpflichtigen HATIX-Ticket den ÖPNV nutzen, da die Kurtaxe in eine Gästekarte integriert wird, die als Fahrschein gilt Dieses Harzer Urlaubs-Ticket ermöglicht kostenfreie Fahrten auf den meisten Bus- und Straßenbahnlinien im Harz und angrenzenden Landkreisen, ist aber nicht auf den Zügen der Deutschen Bahn oder den Harzer Schmalspurbahnen (HSB) gültig.

Hier muss man ansetzen.
Es gelingt nämlich nicht so ohne weiteres diese genannten Orte mit Bus und Schmalspurbahn zu besuchen, weil mal der Zug nicht immer fährt, ein anderer Tarif gilt, die Verbindung nicht klappt und letztlich dann doch der Panzer herausgeholt werden muss um die ausgewiesenen Ziele direkt zu erobern.

Man muss ZUR Schmalspurbahn fahren, anstatt mit ihr zu fahren, um nach Belieben auf den Bus zu wechseln damit man  erschöpft aber glücklich dann abends wieder das Lager erreichen kann.

Für mich bleibt die Region Bozen DAS Vorbild für gelungenen Nahverkehr und ich sehe überhaupt gar nicht ein, dass das woanders nicht auch funktionieren soll und zwar MIT Dampfbahn, Seilbahn Straßenbahn und natürlich dem Bus gut vernetzt bis in die Nacht hinein, zum einmaligen Preis über die Kurtaxe und meinetwegen auch mit einem Dampfzuschlag, den es in unserer Region hier schon lange gibt!

Gruß Sven
Hallo Sven,

meiner Meinung nach das größere Problem im Harz, den wir sehr gern besuchen, ist, dass die Gastro mehr als dünn gesät ist. Wer in den Harz fährt will meist (ich rede von uns) nicht mit der bahn hin und her fahren sondern wandern!. Abgesehen davon, dass die Gastro oft recht weit auseinander liegt, kommt erschwerend hinzu, dass man selbst bei maps kaum verlässliche Öffnungszeiten findet. In den größeren Orten geht das noch halbwegs aber zwischen drin ist nix.

Du hast die Übernachtungsmöglichkeiten angesprochen. Wernigerode ok, Harzgerode? Hasselfelde? schwierig. Alexisbad ein Hotel, Abendessen dort gruselig, also ins Auto und nach Harzgerode fahren. Ein Bier zum Essen ok, mehr wird schwierig. Nee, da liegt viel im Argen. Ach so, vom diesem Hotel hatten wir letzten Herbst tatsächlich ein Ticket, mit dem wir zwischen Stiege und Quedlinburg den ganzen Tag hätten Selketalbahn fahren können. Hatte ich ja oben schon geschrieben, dass wir das auch gemacht haben. Tatsächlich plane ich unsere Wanderungen so, dass wir mindestens eine Strecke mit der Bahn fahren können, Busfahren widerstrebt mir etwas, da laufe ich doch lieber. Wenn man sich mal die Buslinie von Drei-Annen-Hohne nach Elbingerode anschaut weiß man warum.
Dann gibt es auf der anderen Seite noch eine Strecke, die irgendwie im Personenverkehr fehlt. Klar, da fährt ab und zu die 95er aber eben nur ab und zu. Und ja, ich weiß, dass am Ende des Personenverkehrs auf der Rübe nur noch der eine Redesign Bmh mit vier bis fünf Reisenden besetzt war.  
Lange Rede, kurzer Sinn, dem Harz in den östlichen Bundesländern fehlt ein Konzept, im Westharz sieht das anders aus, wenn auch dort vieles altbacken ist, das Angebot dort ist größer. Nicht von ungefähr kam daher die Idee die Bahn nach Braunlage zu verlängern. Wobei es da ja schon mal was gab,

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/...ahn-Gesellschaft.jpg

und was sieht man da rechts? Ah, da ging es in Tanne mal weiter. Ging, früher. Heute ginge es nicht mal mehr in Königshütte weiter, Vor nicht allzu langer Zeit abgebaut.

Grüße Torsten
Zitat: Nach Ansicht von HSB-Aufsichtsratschef Balcerowski hinkt dieser Vergleich: "Ein Vergleich eines modernen Dieselnetzes mit der HSB ist wenig zielführend. Das ist ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen.“

Warum ist die HSB dann nicht längst ein modernes Dieselnetz? Dass man mit Altbaufahrzeugen keinen langfristigen Betrieb eines solchen Netzes sichern kann, hätte klar sein können. Es geht schließlich nicht nur um Tourismus.

Gruß
Falco
Hallo zusammen,

deshalb entsteht im Dachgeschoss ein kleines Denkmal wenn es keine Schmalspurbahn mehr gibt.
Die Südharzeisenbahn konnte auch niemand retten.
Der MAN Vt 14 sollte es zum Ende 1963 nochmal ändern.  Das eigene Bahnunternehmen der SHE
für parallel mit Bussen günstiger.  
Gruß Holger
https://www.youtube.com/watch?v=RGsMDJJAUXA&pp=0gcJCcYJAYcqIYzv
Hallo.
Im AW Meiningen stehen z.Z. ein Personenwagen, an dem Arbeiten  an der Drehgestellen gemacht werden müssen und ein BR178 wird neu aufgearbeitet. Beides Sachen, die in der Schauwerkstatt der HSB nicht gemacht werden können, aber es ist genug Geld da,sie per Strassentransport nach Meiningen und zurück zu fahren.
Unverständliche Grüße,
Harald

Die von Harald M. zu diesem Beitrag angefügten Bilder können nur von registrierten Usern gesehen werden - Login

Hallo zusammem,

hole das Thema noch einmal hoch mit einem Video von RFHaktuell

https://www.youtube.com/watch?v=gtnjDisxtmk

In dem Beitrag wird auch vom Bau von 121 Ferienhäusern in Albrechtshaus (z.Zt. Bedarfhaltestelle der Selketalbahn) gesprochen. Die "Upland GmbH Holland " will die Häuser auf einer Fläche von 11,4 Hektar errichten.

Gruß Hans - joachim
Hallo,

aua, die "Kommentare" zu diesem Video sind extrem.

Peter
Es bleibt dabei:
Man hat die HSB nur für sich gesehen und die Defizite "kostenlos" von einem Büro bewerten lassen, damit die nächste Quartalsentlastung nicht in einem Gang zu einem Insolvenzverwalter aus dem Emsland endet.

Dass auf der HSB jedoch bereits von Land SA geförderte "neue" Triebwagen fahren, die in einer der vielen kleinen Lokfabriken möglicherweise günstig mal generalrepariert werden könnten, ist sicher manchem nicht bewusst.
Es ist zu befürchten, dass dem Spiegelbild der Achenseebahn folgend irgend eine Elektrifizierung mit günstigen Fahrzeugen aus Spanien oder die Weiterführung der örtlichen Straßenbahn als der entscheidende Rettungsanker betrachtet werden könnte. Wichtig dabei auch, dass man ohne Geld schon mal im Selketal eine Streckenertüchtigung plant und sinnvollerweise gleich die Gleise zurückbaut.
Wie gesagt: Gabs schon. Ist jetzt nicht mehr neu oder womöglich die zündende Idee aus einer Diplomarbeit von der Hochschule von Amerika an der Mulde.

Auf den Brocken mit leichtölgefeuerten Loks zu fahren wäre gewiss ja auch eine Option, aber jede Idee, jeder blöde Vorschlag bezieht sich eben auf die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eines technischen Museums mit Versorgungsauftrag des Nahverkehrs, was vielleicht ein Widerspruch in sich ist, aber dessen Erhaltung gleichzeitig eine gesellschaftliche Aufgabe aller sein sollte.

Es gibt Dinge, die man sich leisten kann und es gibt Dinge die man sich leisten muss, auch wenn man sie sich gerade nicht leisten kann und gerade deshalb sich leisten muss!

Wie schon weiter oben beschrieben muss das Tourismus- und Nahverkehrskonzept "Harz" als Ganzes gleich mal mit auf den Prüfstand um nachhaltig finanziell gesichert und mit Gleitpreisklausel für die nächsten 20Jahre ausgestattet, in  ein erfolgreiches Comeback zu gehen.

Gruß Sven

Es wäre wirklich schade, wenn man im Restaurant des Hotels Altora, direkt am Bahnbetriebswerk Wernigerode, nicht mehr das Bier per LGB bekommt und währenddessen der Bekohlung der Loks zuschauen kann. ( Und auf dem Hoteldach das Kamerastativ aufbauen kann!)
Gruß 😣tto


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Hallo,

vielleicht könnte man es auch so wie hier machen: Ich zitiere:

"Die Schmalspurbahnen der Rügenschen Bäderbahn (RüBB) und der Mecklenburgischen
Bäderbahn Molli GmbH (MBB) sind vom Land bestellter SPNV/ÖPNV und fallen daher in die
Gültigkeit des Deutschland-Tickets. Auf Grund der besonderen historischen und touristischen
Ausrichtung wird für die Nutzung der Züge mit dem Deutschland-Ticket zusätzlich für jede
Person ein Schmalspurbahn-Zuschlag erhoben.

Schmalspurbahn-Zuschlag Tageskarte 11,00 €
Schmalspurbahn-Zuschlag Wochenkarte 33,00 €"

Ist /wäre zwar nur ein kleiner Beitrag, aber besser als nichts.

Gruß Hans - Joachim
Hallo.
Das größte Problem meiner Meinung nach ist die fehlende Investition über viele Jahre in die Trasse. Viele Teilstücke der HSB sind nur mit 30 km/h befahrbar, wenige auch mit 50 km/h. Auf Nachfragen in den letzten Jahren wurde oft von der HSB darauf geantwortet, dass bei Schmalspurbahnen keine höheren Geschwindigkeiten möglich sind. Das ist jedoch Blödsinn, denn in viele Ländern werden auf Kapspur (knapp 7 cm breiter als bei der HSB) viel höhere Geschwindigkeiten gefahren, auch bei der Rhätischen Bahn mit gleicher Spurweite und sogar auf der bosnischen Spur (760 mm) wird bei z.B. der Mariazeller Bahn bis 80 km/h gefahren. Wichtig dafür ist jedoch, dass die Trasse dafür auch entsprechend ausgebaut sein muss.
Hätte man nun bei der HSB eine für entsprechend hohe Geschwindigkeit ausgelegte Trassen, könnte man auch im Regelverkehr schnellere Züge mit moderneren Dieselloks fahren und damit dem ÖPNV gerechter werden. Die einzeln fahrenden Triebwagen sind leider nur bedingte Alternativen, oft reicht der Platz darin nicht für den Bedarf aus. Ich bin in den letzten Jahren schon mehrfach nur mit Stehplatz im Triebwagen von Nordhausen nach Alexisbad gefahren, teilweise war es so eng, dass man nicht mal umfallen konnte. Außerdem sind diese Triebwagen schwächer motorisiert als moderne Linienbusse. Der stärkste Triebwagen der HSB hat bei 35 Tonnen Gesamtgewicht nur max. 320 PS, kommt voll besetzt in der Steigung nach Ilfeld kaum über 20 km/h.
Mit modernen leistungsstarken Loks (die vor dem Zug auch nicht so wuchtig aussehen wie das Harzkamel) könnten dagegen je nach Bedarf entsprechend viele Personenwagen aus dem Fahrzeugbestand angehängt werden, damit ist dann auch ein zügiger ÖPNV möglich. Es können ja an Zwischenbahnhöfen einige Reservewagen stationiert werden, die bei Bedarf schnell mit zugestellt werden können. Ich denke mal, dass selbst solche Züge auf der Brockenbahn genutzt werden, denn viele wollen da zwar hoch, aber der Dampfzug dafür ist ihnen zu teuer. Meiner Meinung nach würde es reichen, auf der Brockenbahn nur jeden 2. Zug als Dampfzug fahren zu lassen. Auf den anderen Abschnitten entsprechend etwas weniger, vielleicht da auch nur täglich eine Hin- und Rückfahrt pro Tag als Dampfzug, der Rest als Dieselzug. Die Harzkamele kann man dann nur noch als Reserve, für Scheepflug- und Bauzugfahrten und für die Schotterzüge Eisfelder Talmühle - Nordhausen weiter nutzen.
Es ist einfach zu teuer und im Unterhalt zu aufwendig, so eine Bahn an 365 Tagen im Jahr als Museumsbahn zu betreiben. Sie muss auch ein besser nutzbares Verkehrsunternehmen im ÖPNV werden, dann hat sie für die Zukunft bessere Chancen.
Gruß,
Harald

Hallo Harald und alle HSB-Freunde,

du bringst meine eigene Meinung genau auf den Punkt und ergänzt sie gleich mit fachlichen Präzisierungen! Mit dem (sicherlich sehr schönen) Merkmal "wir fahren alles mit Dampf" kann man keinen wirtschaftlichen ÖPNV machen. Deshalb eine taugliche Dieselflotte (oder Akkuwagen) anschaffen und "richtigen" ÖPNV machen (es gibt schließlich auch woanders echten meterspurigen Verkehr). Auf der touristischen Brockenstrecke mit 50% Dampfbetrieb, auf den anderen Strecken nur 10-20% Dampfeinsatz. Die Alltagsbenutzer brauchen zumutbare Fahrzeuge, die Dampffreunde aber auch Angebote ohne Enttäuschung.

Aus deiner Kenntnis hast du noch sinnvolle Vorschläge zur Streckenertüchtigung gemacht, natürlich müssen auch alltagstaugliche Geschwindigkeiten angeboten werden. Aber da sind wir wieder bei der Kostenfrage ...

Ich weiß nicht, ob es wirklich lokbespannte Züge sein müssen. Wenn ein einzelner Triebwagen nicht ausreicht, fährt man eben in Doppeltraktion oder mit Steuerwagen. Triebzüge sind doch heute sowas von normal, nur eben bei musealen Bahnen nicht. Da muss die HSB einen Kompromiss zwischen Regelverkehr und Museumsverkehr finden, der (wahlweise/wechselweise) beiden (berechtigten!) Wünschen gerecht wird, wenn sie als EisenbahnVerkehrsUnternehmen überleben will (was ich ihr von Herzen gönne).

Ermutigende Grüße von
Wolfgang
Es spricht überhaupt nichts dagegen, auf einer für regulären Verkehr ausgebauten Strecke auch Museumszüge fahren zu lassen. Aber man sollt sich dann auch dazu bekennen, erstmal ein richtiges Nahverkehrsunternehmen sein zu wollen, inkl. Takt und Einbindung des lokalen Busverkehrs.
Dazu gehören natürlich auch zeitgemäße Fahrzeuge, statt 60 Jahre alter Schrott, der bestenfalls für Museumszwecke taugt. Entsprechendes Material kann man z.B. in Österreich besichtigen, Murtalbahn, Pinzgauer oder Zillertaler Bahn.
Hier wurde in der Vergangenheit zu viel versäumt. Der Schwerpunkt sollte gerade nicht so sehr auf dem Dampfbetrieb liegen, denn damit finanziert man kein derart großes Netz wie die HSB.

Gruß
Falco
Moin,
Kapspur ist nicht wie postuliert knapp 1010 mm, sondern 1067, aber sei's drum.
Peloponnesbahn wurde/wird auf Meterspur auch ziemlich zügig gefahren, denke der Abschnitt Olympia-Pyrgos-Katakolo ist noch in Betrieb, damals schönes Geschaukel bis 90 km/h. Japan auf Kapspur sowieso noch zügiger, bis 110 km/h glaub.
Ist schon was dran mit Gezuckel bei HSB.
polle
Hallo!

Harald hat es sehr gut auf den Punkt gebracht: Die HSB sind, so wie sie jetzt sind, kein attraktives öffentliches Verkehrsmittel und damit erst recht keine Alternative zum PKW. Ich habe es selbst vor einigen Jahren vor Ort erlebt. Wir machten Urlaub in der Nähe von Blankenburg. Ich mußte zwischendurch nach Duderstadt südlich des Harzes fahren. Mit dem Auto waren das ca. 90 Minuten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre ich 4 bis 6 Stunden unterwegs gewesen. Natürlich waren wir auch auf dem Brocken. Aber wir sind mit dem Auto nach Drei Annen Hohne gefahren, weil es sonst viel zu viel Zeit gekostet hätte, dorthin zu kommen. Es bräuchte im Harz ein Nahverkehrs-Konzept aus einem Guß, ohne Rücksicht auf Ländergrenzen. Aber ich bezweifle, daß ich das noch erlebe.

Herzliche Grüße
Elmar
Hallo Wolfgang.
Zitat - Antwort-Nr.: 68 | Name:

Ich weiß nicht, ob es wirklich lokbespannte Züge sein müssen. Wenn ein einzelner Triebwagen nicht ausreicht, fährt man eben in Doppeltraktion oder mit Steuerwagen. Triebzüge sind doch heute sowas von normal, nur eben bei musealen Bahnen nicht. Da muss die HSB einen Kompromiss zwischen Regelverkehr und Museumsverkehr finden, der (wahlweise/wechselweise) beiden (berechtigten!) Wünschen gerecht wird, wenn sie als EisenbahnVerkehrsUnternehmen überleben will (was ich ihr von Herzen gönne).


Naja, wenn Züge der HSB statt mit Dampf mit Diesel / Akku fahren sollen, kann man ja zumindest die vorhandenen Personenwagen weiter nutzen. Bedingung ist nur, dass sie fahr- und bremstechnisch auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Bei neuen Triebwagen muss man erst mal darauf achten, dass sie für den Betrieb mit Steuerwagen ausreichend Traktionsleistung haben. Für den Betrieb als Doppeltraktion wird es wohl erst mal zu unwirtschaftlich sein, zusätzliche Triebwagen nur für Verstärkerzwecke länger zwischendurch abzustellen um sie nur gelegentlich zu nutzen.
Außerdem werden ja trotzdem moderne Dieselloks gebraucht, da die Harzkamele ja doch irgendwann mal nicht mehr wirtschaftlich einzusetzen sind. So werden sie für die Schotterzüge von Eisfelder Talmühle nach Nordhausen gebraucht, für Schneepflugeinsätze im Winter, Feuerlöschzüge im Sommer und Bauzüge. Für solche Aufgaben taugen die meisten Triebwagen nicht sonderlich gut.
Es werden aber z.Z. von Gmeinder z.B. 2 brauchbare Dieselloks angeboten, z.B. die:
- Gmeinder D 75 BB-SE mit knapp 1000 PS ( https://de.wikipedia.org/wiki/Gmeinder_D_75_BB-SE )
- Gmeinder D 75 BB mit knapp 1300 PS ( https://de.wikipedia.org/wiki/Gmeinder_D_75_BB )
Und Stadler baut z.Z. noch Wasserstoff- Triebzüge ( https://www.leaderdigital.ch/news/fdc-bestellt...i-stadler-10477.html )
Apropos Feuerlöschzug: Die HSB hat einen alten Regelspur- Kesselwagen mit angebauter Pumpe auf einem Rollwagen als Feuerlöschzug. Ist er im Einsatz und irgendwann leer, muss er zum Wasser nehmen wieder zum nächsten Bahnhof zurück. Über die Jahre hat die HSB aber auch viele nicht mehr benötigte Rollwagen verschrottet. Auf einer polnischen Schmalspurbahn war lange Zeit ein spezieller Kesselwagenzug im Einsatz, der Kerosin für einen Militärflugplatz transportierte. Dort hat man Regelspur- Kesselwagen genommen, die Radsätze und Achshalter entfernt und den Rest dann auf Rollwagen fest aufgebaut. Der Vorteil ist, dass diese neuen Schmalspur- Kesselwagen einen tieferen Schwerpunkt haben und damit fahrtechnisch besser laufen als Regelspurwagen auf Rollwagen und auch noch das Gesamteigengewicht des kompletten Wagens niedriger ist, weil ja vom Regelspurwagen die Fahrgestelle und Achsen fehlen. Hier könnt ihr euch das ansehen ab 55:48: https://youtu.be/C_5NyYhNQAI?si=AZ2RL_A5iBBjNU84&t=3348 ,
aber der ganze Film ist sehr interessant.
Gruß,
Harald
Naja,

ich habe mich schon gewundert, wie sich die HSB rechnen kann. Dampflokomotiven sind teurer im Unterhalt. Irgendwann wurden dann die Preise stark höht. 45€ für eine eifnache Fahrt auf den Brocken. Da binn auch ich nicht mehr gefahren....

Noch fragen?
Moin,
45 EUR halte ich noch für recht normal, wenn man mal mit Bergbahnen und Seilbahnen im Alpenraum vergleicht.
polle
Ja, eine Bergfahrt mit Dampfzug auf der Schneebergbahn in NÖ kostet exakt dasselbe.
(Allerdings: Berg- UND Talfahrt mit Dieselzug ist sogar etwas billiger, und mit dem Abo der NÖ-card sogar gratis.)

LG Didi
Moin,

einfache Fahrt auf den Brocken von wo auch immer 38€. Hin und zurück 57€ für Erwachsene.

1996 waren es 40 DM für hin und zurück. Also keine so große Steigerung. Nur das dreifache. Schaut man sich die Preise für PKW und Modellbahn an dann liegen wir im selben Rahmen.
Einzig der Wald im Harz ist weniger attraktiv geworden und vielleicht bald der Brocken selber wenn kein Ersatz für den Brockenwirt gefunden wird. Noch so ein Thema.

Grüße Torsten
Hallo zusammen,

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/m...r-sparliste-100.html
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Insgesamt veranschlagen die HSB für die kommenden zehn Jahre rund 400 Millionen Euro Investitionen für den Erhalt der Strecken.


Das Finanzloch ist scheinbar immens....

Viele Grüße
Andreas

Hallo

Das ganze ist doch wieder ein Thema der Politik. Die fast 0,2 Mrd Euro gibt es wohl nicht geben, da das Geld für anderes sinnvoller ausgegeben werden können.
Die Zukunft der HSB könnte wie folgt aussehen.
Erhalt der Strecke zum Brocken,
Stilllegung der anderen Strecken und Umbau auf Radwegen, Verkauf der nicht benötigten Flächen nebst Beseitigung der Bebauung, für zukünftige Nutzung der Flächen.
Ersatz der Umweltbelastungen Dampfloks auf akkubetriebene Fahrzeuge, gespeist von lokalen erneuerbaren Energiequellen.
Betrieb wahrscheinlich mit täglich zwei Zugpaaren täglich, da der Fahrpreis den Nutzerbereich stark einschränkt, auf einem kleinen Nutzerkreis.
Grüße
sebisr
Hallo sebsir,

wenn das die Zukunft sein sollte, kann man alles abbauen. Mit einem derartigen Konzept lockt man niemanden mehr an. Nur noch Touristen, denen es egal ist, wie sie zum Brocken kommen. Und mit dem Minimalangebot rechnet sich das bestimmt nicht.

Gruß
Jürgen
Servus
Der Drops ist doch längst gelutscht, jetzt vor den Landtagswahlen wird doch keiner ehrlich zugegen, dass bei der angespannten Haushaltslage Geld in solcher Höhe noch vorhanden ist.
Personalabbau und Streckenstilllegungen werden sicher folgen.

Wer die Selketalbahn erleben will soll sich beeilen. Im Herbst 2026 endet vorerst der Betrieb für fünf Jahre auf dem gesamten Streckenabschnitt. Grund ist der Bau eines Rückhaltebeckens für die Selke zwischen Straßberg und Güntersberge. Wer da an eine Sanierung dieser defizitären Strecke glaubt muss schon sehr naiv sein.

Gruß Marko
Hallo Jürgen

Die Brockenstrecke wird erhalten bleiben, den im Winter ist die Bahn das einzig zuverlässigste, was den Brocken noch erreichen kann.
Alles andere wird sich zeigen.
Wenn wir ehrlich sind, sind die Probleme der HSB für viele Schmalspurbahnen gleich. Hinzu kommen die vielen Museumsloks, wo bald HP anstehen. Selbst Meiningen hat so seine Probleme.
Sind wir ehrlich, gerade im Zuge hin zur E-Mobilität, passt das auch nicht mehr.
Es ist nicht meine Ansicht, sondern von vielen Entscheidungsträgern.
Grüße
sebisr
Ich hoffe doch stark, dass hier alle Äußerungen gegen einen kompletten (!!!!!) Weiterbetrieb der HSB nur von Ratlosigkeit geprägt sind und daher in  beissendem Sarkasmus münden mussten

Wer technische Denkmale des freien Bürgertums in Frage stellt, der muss auch konsequent auf die Ruinierung, den Abriss oder Umbau zu Altenheimen von feudalen Schlössern und Burgen drängen, aber sich auch konsequent von seinem Spielzeug aus Kindertagen trennen!....und......was war das doch nochmal!? Modellbahn!
Pahhhh! Völlig aus der Zeit gefallen., das

☝️😡Sven


Genau, will (Bautzen)-Großpostwitz-Löbau zurück. Weg mit Umgehungsstraße und Radweg! Täglich 52.80!
XD
polle
Guten Abend,

HSB ohne Dampf geht gar nicht!

Gruß

RS
Hallo.
Ich habe mir nun noch mal Zeit genommen, mir auf Google Maps (Luftbild) mal den kompletten Streckenverlauf an zu sehen.
Es ist erschreckend, an wie vielen wirklichen Orten diese Bahn wirklich vorbei kommt, damit ein möglicher ÖPNV überhaupt Sinn macht. Gut, in der Zeit in der sie gebaut wurde, war es für viele Menschen / Gewerbe schon ein Fortschritt, wenn der nächste Bahnhof 5 - 10 km weg war. Heute fahren die ÖPNV- Nutzer aber nicht erst 5 km mit dem Auto zum Bahnhof, um dann mit einem Bummelzug in die nächste Stadt zu fahren, wenn der direkte Weg mit dem Auto vielleicht 20 km sind.
Gehen wir doch mal die Strecke von Nordhausen nach Wernigerode ab.
- Von Nordhausen bis Ilfeld Neanderklinik fahren die schnellen Strassenbahn- Triebzüge, da macht das auch nach ÖPNV  Sinn.
- Nach Ilfeld Neanderklinik kommt Ilfeld Bad, das nur saisonbedingt einen Sinn macht, denn es ist dort nur ein Freibad.
- Nächster Halt ist Netzkater. Dort gibt es im Umkreis von 1 km 5 Wohnhäuser, 1 Imbiss, ein Gasthof, ein Bergwerksmuseum und 1 Forstamt, mehr nicht.
- Dann kommt Eisfelder Talmühle, ein Bahnhof ganz alleine mitten im Wald. Der nächste Ort ist Sophienhof und gut 2,5 km entfernt, hat aber einen eigenen Haltepunkt etwas weiter. Der Bahnhof Eisfelder Talmühle hat den Grund, dass hier die Strecke der Selketalbahn abzweigt und das hier die Rollwagenzüge des Hartsteinweks Unterberg zusammen gestellt werden, ist also eher reiner Betriebsbahnhof.
- Nächster Halt ist Tiefenbachmühle, nächstes Haus dazu ist wieder in Sophienhof, diesmal muss man mindestens 2,8 km laufen.
- Nun kommt der Halt Sophienhof, von hier zum Ort mit gerade mal 50 Häusern ist es nur noch ca. 900 m weg.
- Jetzt kommt die Kleinstadt Beneckenstein, der Bahnhof liegt am nördlichen Ortsrand. Für den ÖPNV wäre wohl ein Haltepunkt am östlichen Ortsrand / Gewerbegebiet (ca. 1,5 km Fußweg vom Bahnhof weg) sinnvoll, wenn es dazu auch eine ÖPNV- Taktung gäbe.
- Nächster Halt ist das Dorf Sorge, hier liegt der Bahnhof sogar mitten im Ort. Nächster größerer Ort ca. 2,5 km entfernt ist Tanne, ehemaliger Endbahnhof der Rübelandbahn und der Südharzeisenbahn von Brunnenbachsmühle aus.
- Kommen wir nach Elend, bekannter Ferienort. Auch hier liegt der Bahnhof mitten im Ort. Nach Schierke als weiteren bekannten Urlaubsort sind es zu Fuß noch knapp 3 km, mit der Bahn jedoch ein Umweg über Drei Annen Hohne, der mit der HSB zwischen 30 min und 1 Stunde dauern kann.
- Nun kommt der Bahnhof Drei Annen Hohne, eigentlich auch nur ein Betriebsbahnhof. Hier zweigt die Brockenstrecke von der Harzquerbahn ab. Drei Annen Hohne hatte auch mal vor gaaaaaaanz vielen Jahren unter dem heutigen Bahnhof einen Regelspurbahnhof der Stichstrecke von Elbingerode an der Rübelandbahn. Ansonsten gibt es um den Bahnhof Drei Annen Hohne nur noch ca. 10 Häuser, davon ein Hotel und eine öffentliche Toilette.
- Weiter Richtung Wernigerode kommt Steinerne Renne, hier gibt es ein kleines Gewerbegebiet, ansonsten ist der Bahnhof wegen eher touristischen Gründen und wegen einem nicht mehr vorhandenem Gleisanschluss zum Marmorwerk mal gebaut worden.
- Nun kommt Wernigerode-Hasserode, ein ehemaliger Vorort von Wernigerode, bekannt nach seiner Brauerei, die jetzt jedoch nicht mehr dort, sondern in einem anderen Stadtteil von Wernigerode steht.
- Quer durch die Stadt Wernigerode geht es nun über die Haltestellen Wernigerode Hochschule und Wernigerode Westerntor zum Hauptbahnhof Wernigerode.
Nun mein Resümee zum möglichen ÖPNV: der einzigste durchgehende Zug von Nordhausen Nord bis Wernigerode Hauptbahnhof braucht für die 60,5 km Strecke 2 3/4 Stunden, das ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,8 km/h. Sollte ein Zug die Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 50 km/h befahren, bräuchte ein Schnellzug für diese Strecke mit Halten nur an den wichtigen Bahnhöfen mit entsprechenden Fahrgastzahlen (Nordhausen Nord, Niedersachswerfen, Ilfeld, Eisfelder Talmühle, Beneckenstein, Sorge, Elend, Drei Annen Hohne, Wernigerode-Hasserode, Wernigerode Hochschule und Hauptbahnhof Wernigerode) knapp 1 Stunde.
Meiner Meinung nach ist das das mindeste, was auf dieser Strecke passieren müsste, um sie komplett zu erhalten, sonst hat sie weiterhin nur eher touristischen Museumsbahncharakter.
Man muss da aber noch mal über den Tellerrand hinaus schauen. Die schnellste anderweitige Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Busfahrt mit einmaligen umsteigen in Beneckenstein und da sind noch 400 m Fussweg dazwischen in insgesamt 2 Stunden 9 Minuten, das aber auch nur ein mal am Tag.
Gruß,
Harald
Moin,

Nun ja. Selbst die sogenannten Neubauloks sind jetzt 70 Jahre alt. Ok, mMuseumsloks sind teilweise deutlich älter aber die müssen auch keinen Plabetrieb aushalten.
Ein paar weniger Züge würden es auch tun und wenn für den Brockenwirt kein schneller Ersatz gefunden wird dann ist das auch besser so. Mehr als die Bahnhofsgaststätte soll 2026 nicht mehr auf sein. Wie will man da noch die Massen bewältigen?

Wie gesagt, es braucht im Harz ein Gesamtkonzept und nicht diese Flickschusterei.

Grüße Torsten

Hallo Torsten
...die 1'E1 Dampfer sind defacto Baujahr 1991 bis 94, denn damals wurde das Beste vom besten Material für die GR  verwendet, was nun schon das dritte Jahrzehnt für Rahmenbrüche und Kesselschäden sorgt. Tatsächlich sind die denkmalgeschützten Loks in Folge des Rotationsprinzips wegen des Überbestandes  aber nur die Hälfte davon gefahren.
Somit bin ich mir nicht sicher ob die "Schmalspur 83er" in der Praxis wirklich so kaputt sind, wie die Buchführung im Büro!

Gruß Sven

OT: Ist an diesme Land noch was zu retten? Kassensturz: leer
Hallo zusammen,

die Harzbahnen werden wohl in der jetzigen Form kaum zu retten sein.
410 Mio. € für eine norddeutsche Spaß-Bahn bei gutem Wetter in Sommer und Winter... ansonsten fährt die Bahn offensichtlich mehr oder weniger "nur Luft spazieren", also runde 9 Monate im Jahr. Solange es noch einigermaßen Schnee und einigermaßen erträgliche Stürme gibt...
Wie soll da ein positives Betriebsergebnis generiert werden, wenn auch noch das "drum herum" an Gastronomie offenbar laut den Berichten in diesem Forum aus den letzten Löchern pfeift ("Nee, für 1x Pommes machen wir die Fritteuse nicht an"), weil vom Bund zugewiesene Fördergelder für langfristige Investitionen stattdessen in den Ländern  für kurzfristigen Schnickschnack verballert werden (Stichworte --> "Knapp an der Pleite" und "langsam vor sich hinsterbende Auto-Industrie der alten Form")...- und man weiß ja spätestens seit der vorletzten Bundesregierung, dass man mit "noch mehr Geld" nicht alle Probleme zumüllen kann.... um es freundlich auszudrücken...es ist ein Struktur-Problem, das die Harzbahnen über kurz oder lang in die Knie zwingen wird.
Es fehlt an einem schlüssigen Konzept.... nicht das Konzept des "Löcherstopfens". Nicht umsonst hat sich die DB AG mit lachendem Auge von den Harzbahnen anno schlag-mich-tot getrennt,,,, und solange alles noch einigermaßen lief, war ja alles ok, wohlwissend, das das alles nur solange gut geht, solange die Infrastruktur einigermaßen hält. Ja, und jetzt läuft die Zeit der derzeitigen Infrastruktur so langsam für die Spaß-Bahn der Norddeutschen ab, zeitlich begrenzt auf 6-8 Wochen im Jahr.

Viele Grüße
Andreas

Moin,
die HSB ist keine Spaßbahn, sondern touristischer Anziehungspunkt. Übrigens unabhängig davon, ob sie auch von jedem Touristen genutzt wird.

Wer das nicht begreift kann ja mal in den Westharz reisen, sich dort das Wehklagen über die verpasste Chance der Anbindung an die HSB anhören und mal schauen, wie es dort abseits der wenigen Highlights wie Okertalsperre so aussieht.

Wer das toll findet kann gerne gegen die HSB mobilmachen. Andernfalls wäre eine Abgabe denkbar, für jene die von der HSB profitieren. Wird dann ja eh an uns Touristen weitergereicht. Aber klar, braucht es auch Veränderungen bei der Bahn selbst. Deutlich wird das an der Verlängerung der Selketalbahn nach Quedlinburg. Wie präsentiert sich das Empfangsgebäude dort? Wie komme ich vom Bahnhof ins Zentrum, ist der Fahrplan optimal? Die große Runde ist kaum zu schaffen. Die meisten Leute fallen in Alexisbad aus dem Zug und was finden sie dort vor? Eine Gastwirtschaft, die gerade ein paar Stunden Mittagspause macht?

Das Problem ist nicht die Dampfzüge zu reduzieren, sondern die Bahn gänzlich kaputt zu machen. Da leidet dann - abgesehen von ein paar Hotspots - die gesamte Region.

Beste Grüße
Frank
Guten Morgen,
.
Frank, danke für deinen Beitrag.

Gruß

RS
Zum Beitrag #88 hatte ich schon "durchgeladen", denn da war er wieder dieser Pauschalökonom "Bernd Hasswerfer- Streit" der nie da war, weder örtlicher Landrat und Aufsichtsratmitglied, im Tourismusverband Verantwortung trägt, im Land geklärt hat ob die Bahn nun Ressort  Verkehr oder Tourismus oder beides,  noch Geschäftsführerin ist. aber .....gut ....zusammenfassen kann! 🥱

Danke an #89 Frank, der es noch einmal nahe an den,Punkt gebracht hat.

"Ja mit der HSB kann man koi Gschäft mache, des isch klar....aber einen Bruderkrieg zu finanzieren, der uns nichts angeht, des isch clever!" 🤔(Sarkasmus aus)

Nur eine dieser Milliarden an technische Denkmale überwiesen, Dienstleistung und Handwerk in der Breite gefördert und interessierte Gäste kommen dahin um die Ruhe und Entschleunigung zu genießen. Das wäre ein langfristig angelegter  Weg einen sanften kurähnlichen Tourismus zu erhalten.

Man kann aber auch ein Disneyland gestalten...geht auch🧐, bevor dort wieder in den Tiefen der Berge gewisse Komponenten gefertigt werden und die HSB zur reinen Werkbahn wird.

Es hat dort viele Versuche einer Optimierung gegeben, die sich kurzfristig nicht auszahlen werden und können. Dafür leben wir zu kurz. Aber langfristig gesehen ist eine Reduzierung des Angebots oder Stilllegung die schlechteste Form der Betriebssanierung und von daher geht es damit los, wer die Beauftragung eines Beraterbüros in welcher Höhe finanzierte und was die darin enthaltene Aufgabenstellung war und....wer davon wusste und es in der Form unterstützte.
Der kochende Landrat hat ja Recht, denn ohne komplexes Denken ist die HSB als Einzelbetrieb nach dem Handelsrecht unbrauchbar, aber als Grundgerüst steht sie als eine der Attraktionen für den gesamten Ostharz. Da kann man neidisch sein oder eben nicht.

Gruß Sven



Guten Tag,

ob POLLO (Prignitz) oder RASENDER ROLAND (Rügen), Schmalspurbahnbetrieb ohne Gejammer und Bettelei der Betreiber!

Liegt wohl daran, dass die Regionen landschaftlich, kulturell und touristisch viel zu bieten haben, eine sogar als "Weltnaturerbe" eingestuft ist. Die Bahnen sind nur eine von vielen Attraktionen.

Borkenkäferzerfressene Baumbestände in Mittelgebirgsödnis und eine Walpurgisnacht/Jahr auf dem Brocken hingegen können auch mit Dampfzugfahrten nicht aufgewertet werden.
Für einen wirtschaftlich tragbaren Fahrplanbetrieb ist die Region zu dünn besiedelt, das Fahrgastaufkommen zu gering.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die HSB zu liquidieren.

Freundlicher Gruß

Hannah




Hannah,

Heute schlechte Laune?

RS
Wars Du schon mal da, Hannah?
Moin zusammen,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die HSB zu liquidieren.



Da sind sie wieder, die Stammtischökonömen. Ich denke, die HSB kann man nicht isoliert betrachten. Die richtige Ökonom spricht da von sogenannten externen Effekten. Hier geht es um den externen Nutzen für die Region. Das sind Erträge, die nicht in die Kostenrechnung eines Betriebs einfließen. Mit einer Stillegung sinkt die gesamte Attraktion des Gebiets, was viele davon abhängige Betriebe spüren würden. Darüber müssen sich die politisch Verantwortlichen im Klaren sein.

Natürlich ist das schwierig in einem Land, in dem die Menschen an ihren Autos klammern wie kaum in einem anderen Land. Bahnstrecken werden gerne aufgegeben und in der Regel in Radwege umgewidmet. Und auch der zerstörten Wald sollte keinen wundern. Viele sind gegen regenerative Energien und wollen fossile Energien weiternutzen.

Die Harzregion wird in Gänze leiden.

Gruß
Jürgen

Zitat

Die richtige Ökonom spricht da von sogenannten externen Effekten.


Guten Tag,

ökonomisch betrachtet müssen die "externen Effekte", sprich ERLÖSE des Gaststätten- und  Beherbungsgewerbe, die KOSTEN der Förderung übersteigen, um diese zu rechtfertigen.

Freundlicher Gruß

Hannah
Hannah,

Tornesch braucht auch keiner ...

RS
Hallo,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

ökonomisch betrachtet müssen die "externen Effekte", sprich ERLÖSE des Gaststätten- und  Beherbungsgewerbe, die KOSTEN der Förderung übersteigen, um diese zu rechtfertigen.



Der Einzelhandel kommt noch dazu, das Souvenir, die Cola an der Tankstelle, das Vesper von Rewe.

Laut Harzer Tourismusverband wurde mit Tourismus im Harz 2024 ein Umsatz von 2,4 Milliarden gemacht.

Das Minus der HSB betrug 5,6 Mio. EUR. Selbst wenn man vom Touristenumsatz den Umsatz der HSB abzieht, sind das nur 0,25%.

Oder: es gab 8,12 Mio Übernachtungen - müssten alleine diese das Minus der HSB tragen wären das 69 Cent je Übernachtung. Angenommen der durchschnittliche Preis je Übernachtung beträgt 60 EUR, wären das 1,1% je Übernachtung.

Die Kosten sind im Vergleich zu den Tourismuserlösen also marginal.

Wenn man die Verluste der HSB auf die Zahl der Fahrgäste (1,14 Mio.) umlegt, muss jeder Fahrgast noch 5 EUR "drauflegen", um die Verluste auszugleichen. Das dürfte selbst ohne Übernachtung mit Konsum problemlos erfolgen.

Nicht betrachtet: viele Gäste würden ohne die HSB nicht kommen, fahren aber nicht mit ihr. Das typische Eisenbahnfreunde-Paradoxon: sich beschweren, dass die Strecke stillgelegt wird, aber mit dem Auto zum Fotostandort fahren...

Die entscheidende Frage wäre: wieviele Touristen und damit EUR bleiben fern - ohne die HSB? Das ist Spekulation, gerade weil der Harz eine ansonsten eher unspektakuläre Region ist, dürfte die Zahl eher höher als niedriger sein.

Die Zahlen lassen für mich kein Zweifel: die HSB lohnt sich - aus Sicht des "Business Case Harz".  

Viele Grüße,

Simon




Moin Simon,

absolut richt!

Gruß
Jürgen
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Die Zahlen lassen für mich kein Zweifel: die HSB lohnt sich - aus Sicht des "Business Case Harz


Hallo Simon,

das Problem ist gelöst:
Der Tourismusverband trägt im eigenen Interesse den von der HSB jährlich erwirtschafteten Verlust und bürgt für einen KFW-Förderkredit zur Beseitigung des Investitionstaues.

Ein "Hoch" auf die freie Marktwirtschaft und freundlicher Gruß

Hannah




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