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THEMA: Erfahrungen mit Brünierung von glanzvernickelten Rädern?
THEMA: Erfahrungen mit Brünierung von glanzvernickelten Rädern?
RhönbahNer - 20.08.25 13:40
Hallo zusammen,
nachdem im Forum des öfteren erwähnt (zuletzt im Thread zur Aufhübschung der Minitrix BR17.2), möchte ich hier die Frage nach Erfahrungen mit dem nachträglichen Brünieren von (Dampf-)Lokrädern stellen.
Beim herstellerseitig angewandten Schwarzvernickeln werden Sulfide in die Nickelschicht eingebaut, welche die Schwarzfärbung hervorrufen; sie ist daher widerstandsfähig und leitet den Strom noch recht gut. Die einschlägigen Brünierungen jedoch sind alle zur nachträglichen Behandlung blanker Metall (meist Nickel-) Oberflächen vorgesehen; es handelt sich also um eine zusätzliche Schicht, die andere Eigenschaften aufweisen wird als das öriginäre Schwarznickelverfahren. Meine Frage daher an all jene Hobbykollegen, die damit bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt haben:
- Wie haltbar sind nachträglich aufgebrachte Brünierungen? (Wie schnell) nutzen sie sich im Laufe der Zeit ab, so daß solche Räder nach kurzer Zeit ggf. dann schlimmer aussehen wie die ursprünglichen Glanznickelräder?
- Wie sind die elektrischen Eigenschaften derart behandelter Räder? Wirkt die Brünierung isolierend, so daß sich dadurch die Stromabnahmeeigenschaften verschlechtern?
- Welche Brünierungen sind geeignet? Ich kenne bisher die Schnellbrünierung von Ballistol sowie die Brüniercreme von Fohrmann.
Viele Grüße
Jürgen
nachdem im Forum des öfteren erwähnt (zuletzt im Thread zur Aufhübschung der Minitrix BR17.2), möchte ich hier die Frage nach Erfahrungen mit dem nachträglichen Brünieren von (Dampf-)Lokrädern stellen.
Beim herstellerseitig angewandten Schwarzvernickeln werden Sulfide in die Nickelschicht eingebaut, welche die Schwarzfärbung hervorrufen; sie ist daher widerstandsfähig und leitet den Strom noch recht gut. Die einschlägigen Brünierungen jedoch sind alle zur nachträglichen Behandlung blanker Metall (meist Nickel-) Oberflächen vorgesehen; es handelt sich also um eine zusätzliche Schicht, die andere Eigenschaften aufweisen wird als das öriginäre Schwarznickelverfahren. Meine Frage daher an all jene Hobbykollegen, die damit bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt haben:
- Wie haltbar sind nachträglich aufgebrachte Brünierungen? (Wie schnell) nutzen sie sich im Laufe der Zeit ab, so daß solche Räder nach kurzer Zeit ggf. dann schlimmer aussehen wie die ursprünglichen Glanznickelräder?
- Wie sind die elektrischen Eigenschaften derart behandelter Räder? Wirkt die Brünierung isolierend, so daß sich dadurch die Stromabnahmeeigenschaften verschlechtern?
- Welche Brünierungen sind geeignet? Ich kenne bisher die Schnellbrünierung von Ballistol sowie die Brüniercreme von Fohrmann.
Viele Grüße
Jürgen
LaNgsambahNer - 20.08.25 13:55
Hier was zum Thema: https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_sho...=br%C3%BCnieren#aw75
dampfrailfan - 20.08.25 14:17
Hallo Jürgen,
schick mir mal ne PN dann schicke ich dir eine Doku wie ich das mache. Würde hier zu weit führen.
Die 17 von Minitrix hab ich noch nicht gemacht aber von 01 über 03, 44, 58 gingen alle. Allerdings waren da schon die Räder brüniert, so dass da nur Bedarf an den Steuerungen war. An Rädern hab ich von Minitrix nur die alte 52 gemacht, das geht aber nicht besonders gut. Die Stromabnahme leidet definitiv nicht, im Gegenteil, die Lok ist nach dem Brünieren grundgereinigt, das macht oft was aus. Und dass sich das Zeug schnell abfährt kann ich auch nicht behaupten. Die beiden auf den Bilder waren schon viel im Einsatz, sehen immer noch gut aus. Aber klar, irgendwann wird es auf den Laufflächen wieder heller werden.
Wo ich gescheitert bin waren
44 von Roco, 57 von Kato, 65.10 von Brawa und die 18 von Lemke.
Bei der 38 und der 95 hab ich die Räder brüniert. Die 95 hat als Vorläufer welche von Fleischmann, die waren schon brüniert, das kannst du gut als Vergleich hernehmen.
Grüße Torsten
Die von dampfrailfan zu diesem Beitrag angefügten Bilder können nur von registrierten Usern gesehen werden - Login
schick mir mal ne PN dann schicke ich dir eine Doku wie ich das mache. Würde hier zu weit führen.
Die 17 von Minitrix hab ich noch nicht gemacht aber von 01 über 03, 44, 58 gingen alle. Allerdings waren da schon die Räder brüniert, so dass da nur Bedarf an den Steuerungen war. An Rädern hab ich von Minitrix nur die alte 52 gemacht, das geht aber nicht besonders gut. Die Stromabnahme leidet definitiv nicht, im Gegenteil, die Lok ist nach dem Brünieren grundgereinigt, das macht oft was aus. Und dass sich das Zeug schnell abfährt kann ich auch nicht behaupten. Die beiden auf den Bilder waren schon viel im Einsatz, sehen immer noch gut aus. Aber klar, irgendwann wird es auf den Laufflächen wieder heller werden.
Wo ich gescheitert bin waren
44 von Roco, 57 von Kato, 65.10 von Brawa und die 18 von Lemke.
Bei der 38 und der 95 hab ich die Räder brüniert. Die 95 hat als Vorläufer welche von Fleischmann, die waren schon brüniert, das kannst du gut als Vergleich hernehmen.
Grüße Torsten
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Beitrag editiert am 20. 08. 2025 14:31.
LaNgsambahNer - 20.08.25 15:04
Hier gibt es noch "Patina" Brüniermittel:
https://www.ndetail.de/?cat=c9_Loeten---Patinieren-Loeten-und-Patinieren.html
https://www.ndetail.de/?cat=c9_Loeten---Patinieren-Loeten-und-Patinieren.html
teppichbahner - 20.08.25 16:36
Moin,
Wieso sollten die Laufflächen nicht metallisch blank glänzen? Ist beim Vorbild auch so.
Und für den Rest der Radscheibe ist die Leitfähigkeit wurscht.
Gruß
Klaus
Wieso sollten die Laufflächen nicht metallisch blank glänzen? Ist beim Vorbild auch so.
Und für den Rest der Radscheibe ist die Leitfähigkeit wurscht.
Gruß
Klaus
dampfrailfan - 20.08.25 20:19
Hallo Klaus,
richtig, die Lauffläche kann glänzen. ABER... das Brünieren lässt die zu hohen Spurkränze niedriger erscheinen. Leider fährt sich die Brünierung bei Bogenfahrt auch an den Flanken der Spurkränze ab, was nicht so toll ist.
Grüße Torsten
richtig, die Lauffläche kann glänzen. ABER... das Brünieren lässt die zu hohen Spurkränze niedriger erscheinen. Leider fährt sich die Brünierung bei Bogenfahrt auch an den Flanken der Spurkränze ab, was nicht so toll ist.
Grüße Torsten
Dietrich M. - 21.08.25 09:44
Hallo
...aber durchaus vorbildgerecht.
Dietrich
Zitat - Antwort-Nr.: 5 | Name: Torsten
Leider fährt sich die Brünierung bei Bogenfahrt auch an den Flanken der Spurkränze ab, was nicht so toll ist.
Norrskenet - 21.08.25 09:54
Moin,
beim Vorbild "wachsen" die Spurkränze jedoch nicht optisch, weil da ganz außen einfach nichts ist, was blank gefahren werden kann ...
Beste Grüße, Norrskenet
beim Vorbild "wachsen" die Spurkränze jedoch nicht optisch, weil da ganz außen einfach nichts ist, was blank gefahren werden kann ...
Beste Grüße, Norrskenet
Zitat - Antwort-Nr.: 4 | Name:
Wieso sollten die Laufflächen nicht metallisch blank glänzen? Ist beim Vorbild auch so.
Klaus, wie beim Vorbild wird auch im Modell nur ein Teil der Radlaufflächen blank gefahren. Das sieht man auf meinem Bild bei der Elok besser als beim Dampfer (denn der fährt hier nur im Advent). Das bedeutet, wenn eine Dampflok weit mehr unterwegs und somit der Abrieb der Brünierung stärker ist (Du schreibst "es glänzt"), dann macht es die tatsächliche Breite unserer recht dicken N-Räder optisch schmaler.
Das ist natürlich bei den Dampfern besonders auffällig, denn Radlaufflächen aller anderen Triebfahrzeuge sieht man gar nicht. Deshalb noch einmal anders herum formuliert: Über die ganze Breite glänzende Laufflächen der Dampfloks lassen diese diese nach meinem Geschmack unnötig breit und klobig erscheinen.
In unserer N läuft alles überwiegend nur auf der inneren Hälfte der Laufflächen. Ich hoffe Ihr versteht was ich meine.
Gruß
Olaf
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RhönbahNer - 21.08.25 13:15
Hallo,
ich habe nun auf die Brüniercreme von Fohrmann zurückgegriffen, von der ich noch einen Restbestand habe. Sie erschien mir etwas besser im Ergebnis als die Ballistol-Brünierung, ist aber offenbar nicht mehr erhältlich. Ich habe den Versuch an meiner BR17 gewagt, da diese über einen Glockenankermotor mit geringer Stromaufnahme verfügt, dessen Decoder ich mit 1000µF puffern werde. Trotzdem hat diese Lok nur die 4 Treibräder zur Stromaufnahme, so daß der Leitfähigkeit der Radoberflächen eine besondere Bedeutung zukommt. Das Ergebnis ist zumindest optisch gut; ich werde berichten.
Grüße, Jürgen
ich habe nun auf die Brüniercreme von Fohrmann zurückgegriffen, von der ich noch einen Restbestand habe. Sie erschien mir etwas besser im Ergebnis als die Ballistol-Brünierung, ist aber offenbar nicht mehr erhältlich. Ich habe den Versuch an meiner BR17 gewagt, da diese über einen Glockenankermotor mit geringer Stromaufnahme verfügt, dessen Decoder ich mit 1000µF puffern werde. Trotzdem hat diese Lok nur die 4 Treibräder zur Stromaufnahme, so daß der Leitfähigkeit der Radoberflächen eine besondere Bedeutung zukommt. Das Ergebnis ist zumindest optisch gut; ich werde berichten.
Grüße, Jürgen
Hallo.
Ndetail Brünierung hat keine Wirkung bei Stahlprodukten.
Wollte heute eine sehr dünne Kette brünieren, da tut sich überhaupt nichts.
Das Teil umsonst gekauft.
Grüße
Ndetail Brünierung hat keine Wirkung bei Stahlprodukten.
Wollte heute eine sehr dünne Kette brünieren, da tut sich überhaupt nichts.
Das Teil umsonst gekauft.
Grüße
LaNgsambahNer - 21.08.25 16:53
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Ndetail Brünierung hat keine Wirkung bei Stahlprodukten.
Wollte heute eine sehr dünne Kette brünieren, da tut sich überhaupt nichts.
Ich würde mal anrufen und fragen warum das nicht geht.
Hallo,
es gibt für Stahl spezielle Brünierungen, die von N-Detail ist für Buntmetalle wie Kupfer, Messing, Neusilber.
"Brünierung" ist nicht gleich "Brünierung", da spielt das zu brünierende Metall wegen der chemischen Eigenschaften noch mit.
Im Waffenhandel gibt/gab es früher eine Stahlbrünierung für den Lauf, vielleicht kommst Du an sowas ran?
Viele Grüße
Michael
es gibt für Stahl spezielle Brünierungen, die von N-Detail ist für Buntmetalle wie Kupfer, Messing, Neusilber.
"Brünierung" ist nicht gleich "Brünierung", da spielt das zu brünierende Metall wegen der chemischen Eigenschaften noch mit.
Im Waffenhandel gibt/gab es früher eine Stahlbrünierung für den Lauf, vielleicht kommst Du an sowas ran?
Viele Grüße
Michael
Hallo,
bei Youtube bin ich auf diesen Clip gestoßen:
https://www.youtube.com/watch?v=FMyAPamXFxg
Das Verarbeiten von Salpeterhaltigen Brünieröl ohne Handschuhe sollte man allerdings vermeiden. Das Verwenden einer Schutzbrille ist ebenfalls kein Fehler. Bei Fohrmann findet man das Sicherheitsdatenblatt:
https://www.fohrmann.com/media/pdf/c3/0a/c1/121017-Schnellbrunierung-de.pdf
In einem andere Clip wird von der Kombination von Brünieröl in Verbindung vernickelter Räder abgeraten:
https://www.youtube.com/watch?v=zIjI7umCgDM
Grüße
Markus
bei Youtube bin ich auf diesen Clip gestoßen:
https://www.youtube.com/watch?v=FMyAPamXFxg
Das Verarbeiten von Salpeterhaltigen Brünieröl ohne Handschuhe sollte man allerdings vermeiden. Das Verwenden einer Schutzbrille ist ebenfalls kein Fehler. Bei Fohrmann findet man das Sicherheitsdatenblatt:
https://www.fohrmann.com/media/pdf/c3/0a/c1/121017-Schnellbrunierung-de.pdf
In einem andere Clip wird von der Kombination von Brünieröl in Verbindung vernickelter Räder abgeraten:
https://www.youtube.com/watch?v=zIjI7umCgDM
Grüße
Markus
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Die einschlägigen Brünierungen jedoch sind alle zur nachträglichen Behandlung blanker Metall (meist Nickel-) Oberflächen vorgesehen; es handelt sich also um eine zusätzliche Schicht, die andere Eigenschaften aufweisen wird als das öriginäre Schwarznickelverfahren.
Also: beim Brünieren wird in keiner Weise eine "Schicht" aufgetragen, sondern es wird die Oberfläche des Materials durch eine 'kontrollierte Oxidation' chemisch verändert, dies führt zu der dunklen Optik und einer korrosionsbeständigeren Oberfläche. Die Leitfähigkeit wird dadurch nicht, beziehungsweise kaum messbar verändert.
Im Hobbybereich lassen sich mit gutem Ergebnis vor allen Metall- und Messing-Kleinteile gut brünieren. Nickel und vernickelte Oberflächen sind nicht brünierbar, sowie auch Edelstahl und Nichteisenmetalle. Es gibt das 'Schwarzvernickeln', ein galvanisches Verfahren in der Industrie, hauptsächlich im Sanitärarmaturen-Bereich, aber im Hobbybereich nicht anwendbar.
Einfach zu merken: alles was nicht korrodiert kann auch nicht brüniert werden.
Und ja: Messing korrodiert, wenn Du es lange genug Sauerstoff aussetzt brüniert es sich quasi von allein und bildet die schwarze Oberflächenfärbung.
Gruss Lutz
Beitrag editiert am 15. 01. 2026 15:10.
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