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THEMA: Auswahl geeigneter Feinsicherungen?

THEMA: Auswahl geeigneter Feinsicherungen?
Startbeitrag
Johannes - 10.11.24 20:22
Hallo,
bisher habe ich alle Komponenten (elektromagnetische Weichen- und Signalantriebe, Servoantriebe für Weichen und Signale, elektromagnetische Entkuppler und LED einschließlich der dazugehörigen Decoder) meiner im Aufbau befindlichen Modulanlage über einen Modellbahntrafo der Fa. TITAN mit Strom versorgt. Ich möchte jetzt stattdessen mehrere Trafos verwenden und diese über Feinsicherungen absichern. Jetzt stehe ich aber vor der Frage, wie ich die richtigen Typen von Feinsicherungen auswähle. Ich verwende Trafos mit 16V Wechselstrom und 3,125 A. Gibt es hier einen generellen Wert für die Feinsicherung oder muss ich für die unterschiedlichen Arten von Verbrauchern z.B. elektromagnetische Weichanantriebe oder Servoantriebe mit den dazugehörigen Schaltdecodern individuelle Feinsicherungen verwenden? Gibt es hier "Anhaltswerte"?

Vielen Dank vorab für hilfreiche Hinweise!

Grüße, Johannes

Hallo Johannes,

NH Sicherung mit 32A. Die hält bestimmt 😂.

Nein, im Ernst, das kommt darauf an, welche und wieviele Verbraucher du an welchem Trafo anschließen willst.
Vorschlag: Alle an einen Trafo angeschlossenen Verbraucher einschalten und Stromaufnahme messen. Dann 50% auf den Wert draufschlagen und nächsten Sicherungswert verwenden. Das müsste dann ein Anfangswert sein.
Tipp: Bei Elektromagnetischen Verbrauchern unbedingt „träge“ Sicherungen verwenden.

Gruß Karl
Hallo

Sicherungen sind blöd, weil sie beim kleinsten Kurzschluss kaputt gehen. Ich würde eine 12V 50W Halogenlampe in Reihe in jeden Stromkreis einfügen. Vielleicht auch nur 12V 35W. Diese dient als Kaltleiter und leuchtet bis 50% des Maximalstroms kaum. Du kannst von den 3 A also nur 50% für die Verbraucher nutzen. Bei Impuls Magneten auch viel mehr.

Gruß von Aron

Hi !

#2

Mal ganz ehrlich hier wird eine Absicherungsmöglichkeit gesucht und kein Stromfresser !
Übrigens wenn man etwas in Reihe schaltet, teilt sich die Speisespannung, je nach Widerstand des Verbrauchers auf.

Johannes eigentlich sichert man elektrische Anlagen immer so ab. nach dem höchstmöglichen fliessenden Strom ab.
Ergo bei Dir 3,125 A.

Als Alternative für Sicherungen gibt es auch kleine Sicherungsautomaten.

https://www.google.com/gasearch?q=sicherungsaut...;source=sh/x/gs/m2/5

https://www.amazon.de/Sicherungsautomat-Modellb...herung/dp/B0BWK53X2D

Gruß Thomas

Sinn der Sicherung(en) ist der Leitungsschutz.
Bei der Moba sind Radschleifer, Microlitze u.ä. Teil der Leitung.
Es ist daher sinnvoll, Sicherungen so nah wie möglich an den tatsächlichen Strom zu verwenden.
Leider ist es aber so, dass man den dazu kennen muss und dass der im Laufe der Zeit größer wird.
Durchatmen...
Der wird größer durch Zubau von weiteren Verbrauchern, an die man bei der Planung noch gar nicht gedacht hat.
Man sollte daher mehrere Stromkreise an einem Trafo vorsehen und diese deutlich kleiner absichern, als den Maximalstrom des Trafos.
Beispiel, Weichenantriebe. Habe ich mit 2,5A träge gesichert. Es schalten maximal zwei gleichzeitig und die Verdrahtung ist durchgängig mit mit der gleichen Litze gemacht.
Hausbeleuchtung und Laternen. Hier sind teilweise nur haardünne Drähtchen an den Laternen. Stromverbrauch aber gering durch LED. Sicherung 1A flink reicht bei mir.
Beleuchtung mit Glühlampen und sonstiges ist nochmal getrennt davon mit eigener Sicherung. Hier habe ich 1,5 A träge.
Meine Anlage geht nun ins 25te Jahr und ich habe keinerlei Schäden zu beklagen. Einmal musste ich eine Sicherung ersetzen. Kurzschluss beim Hantieren. Nicht abgeschaltet vorher.

Jürgen H.
wo sollen die Trafos abgesichert werden ?  Primär oder sekundär ?

Rudi
Hallo Johannes,

mein Tipp für die Absicherung der Stromkreise sind sogenannte Polyswitch Sicherungen oder Multifuses. Das sind selbstrückstellende Sicherungen auf Basis des Kaltleiter-Prinzips. Ist der Kurzschluss beseitigt erholt sich die Sicherung von selbst. Gerade für Gleisstromkreise sind die Teile ideal. Es gibt sie für viele Nennstromstärken.

Viel Erfolg beim Bau Deiner Anlage.

der Tom
Hi Tom

Dann an jedem Weichendecoder, Belegtmelder usw eins anschliessen?

LG ChristiaN
Hallo Christian,

das Konzept zur Absicherung der Stromkreise kann man unterschiedlich realisieren. Wenn man zum Beispiel jeden Gleisabschnitt einzeln absichert, fällt im Kurzschlussfall nur der betroffene Gleisabschnitt aus und der Rest der Anlage läuft weiter. Das hilft dann auch bei der Fehlersuche. Das gilt prinzipiell auch für Weichendekoder..
Auf jeden Fall macht es Sinn, die Anlage in bestimmte Bereiche/Gruppen zu unterteilen und diese separat abzusichern, z.B. Innenkreis, Außenkreis, Nebenstrecke, BW. Genauso kann man Magnetartikel und Beleuchtung gruppieren, z.B. Weichen Bahnhof, Weichen BW, Beleuchtung Stadt,…
Was da möglich ist, hängt ja auch von der bereits vorhandenen Verdrahtung ab.

Bei meinen Modulen sichere ich z.B. jedes Modul am Eingang ab, separat für Gleisabschnitte, Dekoderversorgung und Beleuchtung. Bei meiner Tischanlage habe ich jeden Gleisabschnitt einzeln abgesichert aber die Magnetartikel alle zusammen.

Mir ist es z.B. wichtig, dass nicht die ganze Anlage ausfällt bei einem Kurzschluss weil die Zentrale insgesamt abschaltet, sondern dass ich weiterfahren kann und im betroffenen Bereich kein Schaden entsteht.

Ein weiterer Tipp ist es, parallel zur Sicherung eine (rote) LED mit Vorwiderstand (z.B. mit 4,7 Kiloohm) zu schalten. So lange die Sicherung intakt ist, leuchtet die LED nicht, löst die Sicherung aus, fängt die LED bei vorhandenem Kurzschluss an zu leuchten. Durch den hohen Widerstand fließt nur ein minimaler unkritischer Strom, der typischerweise keinen Schaden anrichtet. Damit realisiert man eine Kurzschlussanzeige. (handelt es sich um einen Wechselstromkreis oder ein Digitalsignal, macht es Sinn, vor die LED noch einen Gleichrichter einzubauen, damit Stromfluss in beide Richtungen erkannt wird.)

Die Dimensionierung der Sicherung hängt von den geplanten Verbrauchern ab. Eine typische Lok verbraucht selten mehr als 250mA, ein Waggon mit LED-Beleuchtung meist unter 50mA. Wenn man pro Gleisabschnitt nur einen Zug hat, dann ist eine Absicherung mit 500mA sinnvoll. Sichert man ein ganzes Modul ab, so sollte die Sicherung am maximal zu erwartenden Strom (z.B. 3 Loks und 10 beleuchtete Wagen) bemessen werden. Hierzu im Vorfeld einfach mal die Stromaufnahme des Rollmaterials ermitteln. Ich verwende für meine Gleisabschnitte 500mA Polyswitch Sicherungen.

Bei Weichendekodern treten nur im Schaltmoment hohe Ströme für ca. 200-400 ms (Millisekunden) auf. Ich habe da schon  Ströme im 1000mA Bereich gemessen, mein Kato Hosenträger schafft mit seinen 4 Antrieben locker kurzzeitig mal gut 2000mA beim Schalten. Bei Feinsicherungen hier die träge Variante wählen. Ich habe bei meiner Anlage mit Polyswitch 1000mA gut Erfahrungen gemacht.

Was ich noch als wichtige Info zum Thema Sicherungen ansehe ist, dass eine Sicherung nur auslösen kann, wenn das verwendete Netzteil mehr Strom liefern kann (z.B. 2000 mA) als der Sicherungswert (1000mA). Es macht z.B. keinen Sinn, Sicherungen mit 1000mA zu verwenden, wenn das Netzteil nur 800mA liefert.

Grundsätzlich gilt immer: Bitte seid vorsichtig und achtsam im Umgang mit Strom und haltet Euch an geltende Regeln.

Beste Grüße

Tom


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