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THEMA: Modellbauer und Gips

THEMA: Modellbauer und Gips
Startbeitrag
Dioramaass - 06.07.05 13:45
Hallo allerseits,
mich interessiert welche Gipssorten ihr zum Bau von Landschaften verwendet. Des weiteren welche Gipssorten sich euerer Meinung nach zum Formenbau ( z.b. Spörle Formen) gut eignen.
Auch welche Tipps und Tricks ihr habt  bzgl. Gips – Bearbeitung  zum Landschaftsbau, Fräsen und Sägen von ausgegossenen Gipsformen z.b. Mauerplatten

Die Beschreibungen aus diversen Fachbüchern bzw. Modellbahnzeitschriften dürften ja allgemein bekannt sein.... so mir auch.

Über dieses Thema werde ich ein Referat halten, daher ist es für mich wichtig  Erfahrungen und Meinungen kennen zu lernen, welche positiv oder negativ praxiserprobt sind.

Mit freundlichen Grüssen

Wolfgang



Also hier eine Anmerkung, wie ich vor vielen Jahren nach mittels Zusätzen den Gips (egal welche Qualität) wie ein Kirchen-Stukatuer über mehrere Tage plastisch und modelierbar gehalten habe:
Man setzt den Gips mit gut in Wasser aufgelösten Knochen- oder Hasenleim an und rührt diesen gründlich durch. Wenn man Pulverfarben mit einmischt, dann kann man durch nachträgliches Mischen verschiedener Gipsansätze eine Marmorierung - wie z.B. in Kirchen - mittels Kneten erreichen.
Ich hatte eine gute Verarbeitbarkeit bis zu vier Tagen.
Der große Nachteil nach der Trocknung ist jedoch, Veränderungen sind nur noch mit dem Stemmeisen möglich, jeder Bohrer wird stumpf und nachträgliches Färben wird fast unmöglich.
Versuche als gießbare Formmasse habe ich nicht mehr gemacht.

Servus  Albi
Gips ist teuer.Deshalb "strecke" ich diesen mit Sägemehl.Die Masse ist dadurch sehr leicht und das Volumen wird größer.Lässt sich immer noch leicht be und verarbeiten.Nach Wunsch kommt noch etwas Abtönfarbe hinzu.
Zum Abformen nehme ich den gleichen Gips aus dem Baumarkt ohne Zusätze.Bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen.


Jürgen H.
Ich verwende dort, wo ich Gips benötige, Alabastergips (der ganz hellweisse). Wo eine längere Abbindezeit nötig ist, gibt es mehrere Methoden:
* pro Gipsbecher etwa 2 Teelöffel Essig - verlängert die Abbindezeit auf etwa 8 - 10 Minuten
* Weißkalk (10 -20%) - bis zu etwa 1 Stunde Offenzeit
* Leim (von 2% bis 10%) - bis zu 1 Tag Offenzeit

Man kann laut Werkbüchern auch Alkohol, Borax oder Alaun verwenden - ich hab es allerdings noch nicht ausprobiert, kann daher dazu nichts sagen.

Bei künstlich verlängerter Zeit wird zumeist der Gips im ausgehärteten Stadium wesentlich härter und läßt sich z.B. für herausarbeiten einer Felsstruktur im  Gebirge nur mehr sehr hartnäckig behandeln. Vor allem mit der Zugabe von Kalk wird das ganze ziemlich "baumeisterartig", auch steigt das Gewicht deutlich.

Zum Gießen setze ich ebenfalls Alabastergips ein, manchmal schon vorgefärbt mit Abtönfarbe - während ich für normale Basteleien den Gips etwa 50:50 im Mischungsverhältnis Gips:(kaltes) Wasser verwende (in die Gipspfanne etwa soviel einstreuen, dass die "Gipsinseln" gerade über die Wasseroberfläche kommen), mische ich beim Gießen etwa 40:60 und lasse dem Gips nur kurze Sumpfzeit, verrühre schnell auf eine fast noch dünnflüssige Masse und gieße dann schon aus. Wichtig ist noch, dass Gips treibt, er wird beim Aushärten etwa 10% mehr, man sollte also in die Form nicht zuviel einfüllen, sonst darf man wieder abtragen...
Gerade beim Gießen hilft gegen zu leichte Zerbrechlichkeit eine Zugabe von etwa 2% Leim sehr, da das Endprodukt etwas zäher wird und nicht so leicht zerbricht - einen Sturz vom Tisch hält das Gussteil allerdings auch nicht aus :)

Good Luck

Enrico
Also ich setzte mache immer eine mischung Gips:Wasser:Weisleim 1:1:1
Dadurch kann sehr lange der Gips bearbeitet werden, allerdings ist die Trockenzeit auch etwas höher!
Ich nehm Alabastergips, wird in der Schweiz (Migros) als "Spachtelmasse" verkauft. Ich nehm keine alchemistischen Zusätze, einfach nach Anrühranleitung. Rühr ich halt nur so wenig an, wie ich grad verarbeiten kann.

Bei der Landschaftsgestaltung (alles ausser Felsen) hat es sich bewährt, wenn ich den anhärtenden Gips mit dem nassen Finger glatt gestrichen habe. Ein Nachbearbeiten (Schleifen etc.) erübrigt sich dadurch bzw. wird aufs Minimum reduziert.

Felix
Felix mit ein paar Prozent Leim kannst den Gips sogar polieren...

LG

Enrico
Für den Landschaftsbau nehme ich Gips, für den Formenbau, z.B.
http://img262.imageshack.us/img262/9536/modul11xi.jpg
Keramikgiessmasse, denn die härtet ohne Blasenbildung aus.
Gruß
Klaus
hab mir vor ca 20 Jahren aus der Schweiz Gips mitgebracht.
Wenn ich mich recht erinnere hieß der damals Landelit oder so ähnlich.
Vielleicht können Die Schweizer hier mehr dazu sagen, denn diesen Gips gab es in Deutschland nicht, obwohl er auch von Knauf war.
Vorteil: lange Verarbeitungszeit, ca 60 -90 Minuten, und wenn er durchgehärtet war konnte man ihn super weiter bearteiten, mit Grob oder feinbürste.
Und das ganze ohne ungewillte Ausbrüche.
Gruss vom Bengel
@Schlitzohr - Lausebengel

Lentolit heisst das Produkt. Ist ganz einfach Wandverputz. Leichter als Gips und hervorragend zu verarbeiten. Ein 20Kg Sack kostet fast nix und reicht sehr weit. Cox wirds freuen für seine grosse Anlage)

Komisches Mischungsverhalten habt ihr liebe Freunde! Leim gehört meiner Meinung nach nicht in den Gips. Die Weiterverarbeitung mit Farbe wird sehr schwierig und es kann nur sehr schwer mit Gips nachkorrigiert werden.!
Um Gips sehr stabil in seiner Struktur zu bekommen gibt es einen alten Trick der Goldschmiede, die Gips brauchten um stabile Formen für in das Feuer zu erhalten. Stellt mal zuerst ganz normal mit Wasser und Gipspulver verrührt einen kleinen Gipswürfel her. Ist dieser hart und durchgetrocknet wird von diesem Gipswürfel immer wieder etwas in die neue Gipsmasse gefeilt oder fein geraffelt. Diese Art ergibt ein spezielles chemisches Verbindungsverhalten beim Abhärten. Dieser Trick gilt nur für normalen Gips, NICHT für Lentolit!
Wer es nicht glaubt, na denne.....-versuch macht kluch-

Gruss Ricola

Beitrag editiert am 07. 07. 2005 20:33.
Ich verwende für den Landschaftsbau Rotband Gipsputz. Der Innenputz hat eine Abbindzeit von ca 1h und kostet im 40kg Sack 5 EUR.
Ich habe ihn eigentlich für das verschmieren von Leitungsschlitzen gekauft aber jetzt halt noch genügen übrig für die Moba Nachteil: Wegen dem Sandanteil ist er nicht für Formen geeignet. Im Landschaftsbau ergeben sich aber keine Probleme

Gruß Dirk
Tach,

Altgips mischen...
Die Methode von Ricola erlaubt auch Ausbesserungen an Gipsteilen. Normalerweise geht das ja eher schlecht und hält nicht richtig. Das Problem kennt eigentlich jeder der viel mit Gips arbeitet.
Mit der "spezial"-Mischung aus frischem Gips aus der Tüte und Altgips-Pulver (Fällt oft beim Schleifen von Gussteilen sowieso an) kann man sich dann eine kleine Menge Reperatur-Gips anrühren und so Spalten verspachteln und Gipsteile zusammenfügen. Wichtig ist auch, das der schon ausgetroknete Gips befeuchtet wird bevor der neue drauf kommt.

Giessen...
Naja, ist mit normalem Gips ist nicht so hitverdächtig. Die speziellen Gussmassen aus dem Bastlerbedarf (Porcellin, Stevalin etc.) sind problemloser in der Verabeitung, kosten aber auch deutlich mehr und sind nicht überall zu kriegen.

Gipsputz ist sicher auch eine günstige Möglichkeit für größere Flächen, erfordert durch die geringere Eigenfestigkeit einen etwas stabileren Unterbau.

Allerdings ist das Problem bei allen Gipsartigen Spachtelmassen eher das Gewicht. Für Module und - wenn auch nur um Falle eines Umzuges - transportierbare Anlagen nicht die erste Wahl. Ich verwende als Basis Holzschliff-Leim-Spachtel (Resteverwertung), nur für Felsen und Gussteile setze ich Gips o.ä. ein.

Grüßle
Elvis.

P.S.: Zum Felsen "schnitzen" sollte man eher einen harten und frischen Gips haben (offen gelagerter Gips zieht Feuchtigkeit und wird dadurch nicht besser). Es gibt da schon Unterschiede in den Fabrikaten, der Hauptsächliche Verwendungszweck ist ja selben die Moba

Die Toom-Hausmarke ist glaub ganz brauchbar gewesen, momentan hab ich einen andern im hellblau/weissen Sack der auch gut geht. Wenn verfügbar, einfach mal einen kleinen Sack (500g, 1kg) vom Gips der Wahl an einem Testdiorama probieren. Vor dem Bemahlen gut austrocknen lassen!!

Beitrag editiert am 07. 07. 2005 11:43.
@ Ricola,
danke für den Hinweis und den richtigen Namen. Hatte den leider vergessen.
Wenn ich gewust hätte dass Cox soviel davon braucht, hätte ich den Rest damals nicht entsorgt
War aber wie Du schreibst, mit das beste, dass ich je zum Modellieren kennen gelernt habe.

Gruss vom Bengel


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