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FKS-Modellbau Gerd Gehrmann

THEMA: Fleischmann Radius 1 und 2 wieso geht das

THEMA: Fleischmann Radius 1 und 2 wieso geht das
Startbeitrag
RBerghammer - 24.11.22 15:09
Hallo N Profis

alles was ich bisher in den Forenkapiteln über Gleispläne, Fahrsicherheit und störungsfreien Betrieb gelesen habe, was mir bei meinen Gleisplanungen empfohlen wurde, dringend ans Herz gelegt wurde, scheint nach Sichung dieses Videos ad absurdum geführt zu werden.
Mir wurde gesagt, niemals Radius 1 oder 2 verwenden. Loks neigen dazu zu entgleisen, besonders Dampfloks mit Vorläufern. Lange Züge sind damit nicht zu bewältigen. Keine S Kurven bauen, da sich die Waggons gegenseitig aushebeln.
Keinen Radius unter 400 mm usw.
Warum schafft dann eine Lok sage und schreibe 24 Personenwagen in R1 und R2 und S Kurve ohen die oben erwähnten Szenarien und Grosschaose?
Von dem, Gütertzug ganz zu schweigen.
Hab ich mich da in die Irre führen lassen? War alle Zeit des Planens mit großen Radien umsonst?
Schaut euch das an und staunt Bauklötze so wie ich.

Total frustriert und entmutigt sitz ich nun vor meinen endlos vielen Planungen und denek mir, wie einfach alles wäre mit R1 und R2 im verdeckten Bereich. Funktionieren dann auch zum Schluss die 3Weg, Bogen- und Doppelkreuzungsweichen Störungsfrei? Schaffen die Züge auch die kleinsten Weichen mit 123 mm?

Fragen über Fragen nun.

Und alles wegen einem zufällig empfohlenem Video.

https://www.youtube.com/watch?v=nUWef3cICTs

Ratlos im Mobakeller sitzender

Ralf

Hallo Ralf,
grundsätzlich ist es kein Problem Modelle auch durch die Radien 1 und 2 zu prügeln. Es sieht gruselig aus aber es funktioniert.

Das ist aber bei Weitem nicht bei allen Modellen so. Es kommen immer mehr Waggons und Lokomotiven auf den Markt, die erst ab Radius 2 einigermaßen und ab Radius 3 vernünftig laufen.

Doppelkreuzungsweichen werden von 90% der Loks störungsfrei überquert; von 10% aber eben nicht. Generell gilt hier, dass kurze Loks und Dampflokomotiven sehr viel empfindlicher reagieren als Drehgestelllokomotiven.

Fazit: ich würde keinesfalls in Radius 1 bauen und auf Doppelkreuzungsweichen von Minitrix, Roco und Fleischmann genauso verzichten, wie auf die ganz steilen 24° Weichen.

Ach ja: enge S-Kurven würde ich ebenfalls nicht auf der Anlage verbauen. Hier empfiehlt sich ohnehin dringend der Einsatz von Flexgleis.

Viele Grüße,
Mathias
@Ralf,
fahre mal mit einem RockyRail Doppelcontainertragwagen durch einen Fleischmann Bettungsgleis R1.

Gruß Alex
Das ist schon seltsam.

Auf diesem Kanal ist genau ein Modellbahn-Video. Und genau in diesem schleichen extra lange Züge problemlos in Schlangenlinie durch R1- und R2.

Es gibt auch 2 Musikvideos. Wer es aushält, kann sich den Johannes hier mal anhören:
https://www.youtube.com/watch?v=GzgJVBy-3rI

VG
Andreas
Moin,
hatte ähnliches auch getestet. Es geht mit vielen Fahrzeugen. Schwere Wagen vorn, leichte hinten.
Solte natürlich alles leicht rollen und ruckfrei gefahren werden.
Kurzkupplungskulissen und Kuppelstangen helfen auch. 20 Halberstädter gingen auch problemfrei.

Hatte bei etwas größeren Radien auch schon einen 7-m-Zug am Rollen mit 1-2 Loks vorn (80 Drehgestellgüterwagen), ließ sich gar auf Vollgas und 200 km/h rumscheuchen.

Schön ist natürlich anders und Radien unter 300 und DKW eher schlechte Ideen, auch direkte S-Kurven nicht gut.
Mario

Hallo

Ich habe meine Anlage 30 Jahre entwickelt. Gleichzeitig auch Störungsbeseitigung betrieben. Sofern möglich.

Ich würde aufgrund der gemachten Erfahrungen bei Neubeginn nur Radien ab R3 einsetzen. R2 nur wenn nicht verzichtbar und nicht unbedingt in der Hauptstrecke.  R1 würde ich nicht verwenden. Schlanke Weichen mit Polarisierung sind von Vorteil. Auf die beschriebene Kreuzungsweiche würde ich verzichten. Weniger heikel ist das durchfahren dieser in gerader Stellung. Ansonst fährt halt das eint oder andere Fahrzeug nicht perfekt durch. Steigungen und Steigungsänderungen sind gering zu halten. Loks verschiedener Hersteller sind die letzten Jahre viel leichter geworden. Da kann es dann zum Frust werden, wenn nur 3 Personenwagen angehängt werden können. Die Physik hat sich diesbezüglich leider nicht verändert. Am sichersten ist ein Flachanlage.

Das Problem ist, gewisse Fahrzeugkombinationen funktionieren auch bei heiklen Situationen perfekt.  Dann aber plötzlich eine Lok, ein Wagen, ein Zug der neu angeschafft wurde, eben nicht. Er steht, er entgleist, fällt um, oder entkuppelt ständig.

Selbstverständlich muss es jeder selber entscheiden. Manche Leute müssen es auch selbst erfahren.  Dann ist es eben so.

Alle oben genannten Tipps sind richtig und helfen, dass das meiste Rollmaterial einwandfrei fährt. Natürlich gibt es auch dann noch Problemfälle, aber eben viel weniger. Und das heißt schlussendlich mehr Freude.

Gruss
ROBERT
Hallo Ralf,

gehst du auch ab und an nach draußen? ... - mal ketzerisch gefragt...

so als Beispiel ein Bild aus der alten Heimat in der Eisenbahnstiftung:
https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/71202.jpg
Was da an "Kurve", an Radius, zu sehen ist, ist für eine Hauptbahnstrecke schon ziemlich das Machbare. Damals beim Bau 18xx waren die Wagen noch um vieles kürzer, die Gleise mußten um den "Goldberg" herum, einem ehemaligen Bergbaubetrieb und jetzt Naturschwimmbad.

Und dann vergleiche mal das Bild der Schnellzugwagen im Video mit einem solchen Bild! Es sieht schon mal einfach "bescheiden" aus, unabhängig vom technisch Machbaren. Klar, daß man in den seltensten Fällen Vorbildradien ins Modell umsetzen kann, selbst in Vereinen, wie dem Fremo, werden ja noch Kompromisse gemacht:
https://www.fremo-net.eu/modulsysteme/baugroess...material-und-radien/
mit einem Radius von 90 cm auf Hauptbahnen. Aber so ein Zug auf Modulfahrt ist kein Vergleich zu dem im Video zu Sehenden. Daß man zuhause auch eher selten den Platz und die Gelegenheit hat, Anlagen mit 90 cm Radius zu bauen, auch klar. Aber ab handelsüblichem R 3 zwischen 30 und 40 cm, je nach Hersteller, sieht gerade bei langen Wagen der Übergang schon nicht mehr ganz so klaffend aus und der Überhang der Wagenenden schrumpft auch...

Unabhängig davon gibt es inzwischen auch immer mehr Modelle, die zumindest für R 1, zuweilen auch R 2, nicht mehr geeignet sind! Aber selbst vor Jahren zeigte sich ab und an schon die Diskrepanz zwischen dem "was geschrieben wurde" und dem, was in der Praxis wirklich funzt. So habe ich beispielsweise zwei Modelle hier zu stehen, die schon vor Jahren auf den Markt kamen, die BR 57 von Hobbytrain und der ETA 177 von Roco, die beide keine "Freunde" des R 1 sind! Da endet eine Fahrt früher oder später im Schotterbett...

meint grüßend
Roland
Hallo Ralf,
Ich schliesse mich meinen Vorrednern an was das Aussehen von R1 und R2 (im sichtbaren Bereich) betrifft = schrecklich und spielzeughaft.
ABER: manchmal kommt man aus Platz oder sonstigen Gruenden nicht umhin im nicht-sichtbaren Bereich R1 oder R2 ein zubauen - wenn auch nicht als komplett Kreis so doch als Halb- oder Viertelkreis.
Ich habe aus Platz-Gruenden 2 x <R2 aber >R1 Halb- bzw Drittelkreise im nicht-sichtbaren (aber zugaenglichen) Bereich allerdings als Flexgleise einbauen muessen.
Seit ueber 10 Jahren habe in den Bereichen mit keinem meiner z T langen Zuege (Personen-und Gueter Zuege sowie Triebwagen a la VT 11.5 oder VT 08) noch nie ein Problem gehabt.
Ob das allerdings auch in Steigungen bzw Gefaellen und / oder S-Kurven reibungslos funktioniert, weiss Ich aus eigener Erfahrung nicht.
Allerdings wuerde Ich dringend empfehlen vor Einbau solcher Radien umfaengliche Teste mit kritischen Zug Garnituren duchzufuehren.
Gruesse
FreddieW

Edit: Rechtschreibung­čÖä­čśÄ


Hallo Ralf,

Die reale Bahn hat kaum Radien unter 300m - das wären im Modell 2m Radius - Luxus im Modellbahnbereich. Die Modellbahn lebt eben mit Kompromissen.

Ich habe auch im sichtbaren Bereich aus Platzgründen R1 eingesetzt. Es sieht schon komisch aus mit langen Waggons. Aber mir geht es mehr um die Spielfreude als Vorbildtreue. Und Fahrzeuge die kein R1 können, die kommen eben nicht auf meine Bahn. Das ist mein Kompromiss. Wobei meine Züge -ebenfalls aus Platzgründen- relativ kurz sind, meist maximal 80cm, wenige Ausnahmen auch 100cm.

Ja, es gibt zunehmend Fahrzeuge mit Mindestradius > R1. Der ICE4 von Kato hat 282mm als Mindestradius.

An ganz wenigen Stellen habe ich auch DKW, 3Wegweiche, Bogenweiche R1R2 und Gegenbogen mit R2. Die meisten Züge haben damit keine Probleme. Es gibt aber einzelne Züge, die da Probleme haben (DKW und DWW nur beim Abbiegen). Diese Weichen würde ich bei einem Neubau möglichst vermeiden und bin am Überlegen den R2-Gegenbogen rauszuschmeißen. Ich behelfe mich jetzt damit, dass diese paar Züge auf diesen Strecken (Gegenbogen, Abzweigen) Fahrverbot haben.

Viele Grüße, Joni

Nachtrag. Meine Erfahrung: Die meisten Züge schaffen R1, DKW, DWW, Gegenbogen usw. - aber eben nicht alle. Da muss meiner Meinung nach jeder seinen Kompromiss finden: Entweder manche Gleisteile verbannen oder manche Züge. Und der dritte Aspekt: Was ist für mich optisch tragbar ?

Moin im Forum,

weil's gerade so schön passt, da bin ich in Youtube "darüber gestolpert":
https://www.youtube.com/watch?v=NJthNLkvgoQ
Abknickwinkel aka 30°-Weiche, daran folgend Bogenweiche R1/R2; Weichenlaterne "Giganto" am Überflurantrieb "muss", obwohl im nicht sichtbaren Bereich... - und der gute Mann wundert sich dann, warum der akteulle ETA 150 von Fleischmann an der Weichenlaterne verendet! Tenor "das darf doch nicht sein"...
Sowas sind die "Probleme", mit denen sich die Hersteller "in-the-wild", "da draußen", jenseits der Foren herumschlagen müssen! Und da wundert sich noch wer, warum weiterhin Fahrzeuge für Radius 1 produziert werden? Warum es nach wie vor kein zeitgemäßes Gleissystem gibt?...

meint grüßend
Roland
Mir blieb nichts anderes üblich, als ausschliesslich R1 und R2 in meinem Hundeknochen zu verbauen und habe 0 Probleme mit Entgleisungen. Auch habe ich jeweils eine DWW und DKW verbaut. Das Gleismaterial besteht komplett sus piccolo Gleisen. Die Weichen würde ich soweit es geht vermeiden. Bei der DWW bleiben einzelne Loks je nach Abzweig stehen. Von der stumpfen Seite gibt es eigentlich keine Probleme. Die DKW ist ein Drahtseilakt. Ich konnte durch strategisch eingesetzte Tesafilm Stükchen Kurzschlüsse vermeiden (vor allen der Arnold 420er war ein Problemkind), aber die Kontaktproblematik je nach Abstand der Achsen bleibt bestehen.

Fahre digital und keine Dampfloks, aber alles mögliche an 4 und 6 achsigen Drehgestell loks und auch V60 etc. Fahre vorwiegend 5-6 teilige Schnellzüge und Doppelstockwagen.

Habe auch in den Kurven des Hundeknochens eine Steigung von 1,5cm verbaut, was ich nicht mehr machen würde, da hier je nach Hersteller, Gewicht und Zustand der Haftreifen die Loks an Ihre Grenzen kommen.

Mal eine Aufstellung zur Orientierung:

Der mir bekannte kleinste befahrbare Radius liegt derzeit für die Spur N bei einem Japanischen Serienhersteller bei schlappen 117 mm!

Radius 117 mm bis Radius 216 mm ist für die Straßen-, Stadt- und U-Bahn gedacht.
Ab Radius 216 mm beginnt der Bereich für Schienenfahrzeuge im Werksanschluß-, Industrie-, Nebenbahn-, Nah- und Fernverkehr.
Nah- und Fernverkehr beginnen dabei aber erst bei 282 mm, In den Unterlagen zu den Fahrzeugen wird dies auch meistens kommuniziert unter "kleinster befahrbarer Radius = xxx mm".
Zwischen 183 mm und 282 mm Radien sind die Werksanschlußbahnen und Industriebetriebe, sowie Nebenbahnen angesiedelt.
Die Hightechrennfahrzeuge wie ein Shinkansen liegen ab 348 mm und mehr für die Schnellfahrhauptstrecken.

Die meisten europäischen Modelle laufen aus historisch gewachsenen Gründen etwa ab 183 mm Radius, aber ich würde erst bei 216 mm bei Reisezugwagen beginnen. Mein kleinster Radius den ich im Portefolio vorhalte ist 216 mm.

Ich habe eine kleine Schlepptenderdampflok aus dem Wilden Westen der Fa. Bachmann, die normalerweise in USA verkauft wird, Der Mindestradius der Lok ab Werk festgelegt beträgt 12 inch (grob gerechnet. 300 mm) laut Hersteller! Also darf sie bei mir nur ab 315 mm Radien laufen.
Die optische Wirkung mit den passenden kurzen Vierachserwagen ist dafür klasse. Das mal nur so am Rande eingestreut.

Kleine Radien sind also nicht das Thema, sondern was als Rollmaterial genutzt wird.

Wenn's im SBF für Parallelgleisstreckenabschnitte zu eng wird, würde ich Abschnittsweise Eingleisig fahren / planen. Sieht eh Keiner und fällt kaum auf bzw. ibetrieblich als Spielbahner in's Gewicht.

Seit ich selbst auf den "großen" von KATO empfohlenen Radien fahre macht mir das Fahren viel mehr Spaß als früher. Hintergrund ist, dass meine Nordamerikanischen Dieselloks unter 282 mm nicht gem. Empfehlung von KATO fahren dürfen. Kommt indirekt meinen Europäern dann auch zu Gute.

Hoffe es war für Jeden was dabei.

Viel Spaß beim Gleisbau.

Frank

Servus Frank

Zitat

Der mir bekannte kleinste befahrbare Radius liegt derzeit für die Spur N bei einem Japanischen Serienhersteller bei schlappen 117 mm!



das ist der kleinste bei Kato, der von Tomix unterbietet auf 103 mm.

VG
Andreas
Danke Andreas.
Wow, das ist dann mal ein Straßenbahnradius.
Ich habe mich mit Tomix Gleis nie beschäftigt.
mfg
Moin Ralf,

können geht vieles. Auf meiner alten Anlage hatte ich R1 in 5% Steigung mit Überhöhung, bzw. auch eine Bogenweiche in der Situation. Das hat funktioniert. Aber da wurden einige Stunden investiert bis da nichts mehr entgleist ist. Das sind einfach unnötige Qualen.
Mit aktuellen hochwertigen Fahrzeugen funktioniert das auch definitiv nicht mehr.
Zum Glück, denn es wurden einige Verrenkungen seitens der Hersteller gemacht, dass alles durch R1 kommt.

Gruß Moritz
Hallo,

zur Ergänzung verweise ich mal wieder auf die (aktualisierte) Liste mit den Fest-Radien verschiedener Hersteller:
https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=945304#aw10
Und noch eine ähnliche Diskussion:
https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=1296043
Vielleicht hift das weiter...

Viele Grüße
Michael


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