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Thema: Handy´s ? zur Dampflokzeit 1976 Video
twingo - 21.11.20 01:24

Hi !

Hier mal eine super Szene wo so nehme ich mal an der Lokführer wenn er damals ein Handy gehabt hätte,
mal kurz den FDL angerufen hat, mit den Worten gib mir mal freie Fahrt, ich will jetzt nicht langsamer werden, die läuft gerade hervorragend.

https://www.youtube.com/watch?v=WyHU2db39iA&t=905s

Gruß Thomas

Ps natürlich ist das ganze Video super.




Hallo Thomas,

ich habe die Zwinkersimilies gesehen, würde mir aber erlauben trotzdem auf die Hintergründe eingehen, warum der Lokführer das wahrscheinlich nicht zu Handy gegriffen hätte Ich hoffe das kommt jetzt nicht zu klugscheißerisch rüber und soll auch keinen Kritik an Deinem Beitrag sein, ich würde nur gerne etwas die Hintergründe einer solchen Situation erläutern.

Zu erst einmal: Ich kann mich bei dem historischen nur Aussagen auf die Bundesbahn beziehen und hinter jeder Aussage steht ein "in der Regel" die sagt, dass auch auch Ausnahmen geben kann. Es geht mir also um den Normalfall.

Zwei Aspekte fallen mir auf: Der technische, der quasi unterstellt, dass der Lokführer auf das Handy angewiesen wäre um den Fdl zu erreichen und der betriebliche, dass der Lokführer den Fdl dann auch angerufen hätte:

Technischer Teil:
Ich stimme Dir zu in der Annahme, dass der Tf in dem Fall vermutlich den Fdl nicht bei der Fahrt erreichen konnte. Das heißt aber nicht, dass man zum einen bis zur Handytechnologie warten musste, und zum anderen auch nicht, dass man heute dafür das Handy nehmen würde.
Das Stichwort lautet "Zugbahnfunk" das bereits Anfang der 70er bei der Bundesbahn eingeführt wurde. Es war also schon zum Zeitpunkt des Videos prinzipiell möglich, dass Fdl und Lokführer miteinander sprechen und man musste nicht auf die Handytechnologie warten. Allerdings hat man auf Hauptstrecken angefangen und vermutlich (ich habe zumindest nichts zu gefunden) Dampfloks nicht mehr mit Zugfunkgeräten ausgestattet. Ich meine aber, dass Museumsloks später auch mit diesem analogen Zugfunksystem ausgerüstet wurden. Aber die grundsätzliche Annahme, man konnte erst zu Zeiten des Handys den Fdl erreichen ist nicht korrekt.
Anfang der 200er wurde das analoge Funknetz auf ein digitales System umgestellt (GSM-R), das zwar technisch auf Moblfunktechnologie basiert, trotzdem greift der Lokführer nicht zum Handy, sind hat ein fest eingebautes System. Man muss auch nicht die Telefonnummer des Fdl kennen, sondern wird automatisch mit dem Fdl der Funkzelle verbunden. Trotzdem haben viele Lokführer heute auch ein Diensthandy, aber das ist dann eher um organisatorische Sachen zu besprechen.
Dieses System ist auch auf Dampfloks im Einsatz


Betrieblicher Teil:
Die Idee, beim Fdl anzurufen und die freie Fahrt zu "bestellen" impliziert die Annahme, dass der Fdl das Signal auch hätte früher stellen können. Das ist aber in der Regel nicht der Fall: Der Fdl weiß ja, dass der Zug kommt und dass er das Signal auf Fahrt stellen sollte. Wenn er es also nicht tut, hat das normalerweise einen triftigen Grund, weil zum Beispiel die Fahrstraße noch nicht frei ist. Das glauben einem die Lokführer zwar nicht, aber in der Regel lassen Fdl die Lokführer nicht absichtlich stehen. Natürlich kann man im Trubel man nen Zug vor der Einfahrt vergessen, aber das ist nicht die Regel und der Lokführer beschwert sich dann eher, wenn er vor de Signal steht und es nicht weitergeht.
Der Lokführer könnte natürlich trotzdem vorher anrufen, aber das würde wenig bringen und er würde sich vermutlich, wenn er das öfter macht, irgendwann eine Rüffel von genervten Fdl abholen.

Was betrieblich tatsächlich hilfreich wäre, ist wenn es andersrum geschieht, also der Fdl den Tf anfunkt und sagt, dass die Einfahrt noch nicht steht, aber bald kommt. Dann kann der Tf sich frühzeitig drauf einstellen, schonmal frühzeitig abbremsen und kommt dann vielleicht (so wie in dem Video eben nicht zum stehen sondern kann durch rollen). Insofern wäre Video (so man denn hätte sprechen können) ehe ein gelungenes Beispiel für eine solche Kommunikation.
Hier muss man aber auch sagen. dass da gefühlt Verbesserungspotential besteht, dass so etwas eben öfter passieren könnte.

Anders ist es bei bestimmten Abschnitten, wo schwere Züge tatsächlich Anfahrprobleme hätten. Da kann es dann bestimmte betriebliche Vorrangregeln geben, dass sie nicht zum Stehen kommen. Ein Anruf des Tf an den Fdl wäre natürlich vollkommen richtig, wenn er zum Beispiel Traktionsprobleme hat, weil ein Zylinder, Fahrmotor, Drehgestell keine Leistung bringt. Denn dann kann man lieber mal einem anderen Zug etwas Verspätung geben und den Zug vorlassen, bevor der Zug vor einem haltzeigenden Signal liegen bleibt.

Unabhängig davon, ist es natürlich immer blöd, wenn das Signal so knapp vor dem Zug gezogen wird, oder gerade de Zug eine Sekunde steht. Da flucht der Lokführer schon ordentlich und schimpft auf den Fdl dass es doch auch ein paar Sekunden früher hätte gehen können. Nur ändert ein Anruf daran nichts und es ist eben keine Absicht. Ich habe aber durchaus von Fdl gehört, die das Signal extra dann noch ein paar Sekunden länger auf Halt lassen, wenn sich das Stehen bleiben des Zuges eh nicht vermeiden lässt. Da macht man sich dann nicht ganz so unbeliebt und ein Güterzug braucht eh eine Zeit, um die Bremsen zu lösen. Wenn das Signal noch 20 Sekunden Halt steht, kommt das "das hat der extra gemacht" Gefühl nicht ganz so sehr auf. Und ändern tut sich ja eh nix, weil der Zug wegen der Bremsen noch nicht losfahren kann.

Soweit etwas zu en Hintergründen

Viele Grüße

Dirk


Moin Thomas,

ham wir jetzt nicht die Rubrik "Vorbildvideos" für sowas. 😜😜😜😜
Nachdem wir so dafür "gekämpft haben? 😁😁😁😁

Gruß Kai

Hi Dirk !

Klar ist mein Beitrag spaßig gemeint, dass ist klar deshalb auch die Smilies.
Aber ganz klar ein Danke für Deine super ausführliche Erklärung und das Du Dir dafür die Zeit genommen hast.
Du bist halt der Fachmann und kannst uns immer durch Deine Beiträge die innerbetrieblichen Abläufe bei der Bahn es so erklären, dass auch alle es verstehen, dafür ganz klar mein Dank.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Ich hoffe das kommt jetzt nicht zu klugscheißerisch rüber und soll auch keinen Kritik an Deinem Beitrag sein, ich würde nur gerne etwas die Hintergründe einer solchen Situation erläutern.



So habe ich Deinen Beitrag auch nicht verstanden, denn klugscheißerisch ist Deine Ausführung überhaupt nicht, sondern perfekt erklärt.

So jetzt habe ich aber genug geschleimt .

Kai das hatte ich auch vor, nur lässt es zur Zeit die Kategorie Vorbildvideos keine Einzel bzw. neu zu erstellende  Überschriften zu, wahrscheinlich erst wenn 100 Beiträge zusammenkommen.

Schönes We.
Gruß Thomas


Zitat

Ich meine aber, dass Museumsloks später auch mit diesem analogen Zugfunksystem ausgerüstet wurden.



Die Ausstattung mit Zugbahnfunk ist Voraussetzung für den Netzzugang und nur in Ausnahmen wurde davon abgesehen, z.B. wenn immer die selbe Strecke befahren wurde, wie z.B.  Dieringhausen-Wiehl. Wer sich also freizügig im Netz der DBAG bewegen will, mußte damals analogen und später dann GSM-R haben. Es gab eine ganz kurze Zeit, bei der GSM-R Handys erlaubt waren. Das hatte sich aber gar nicht bewährt und daher wurde dann auf GSM-R Einbaugeräte bestanden. Es gibt dabei auch Lösungen, bei denen die Geräte problemlos aus einem Geräteträger herauszunehmen sind, um sie auf mehreren Fahrzeugen verwenden zu können. Viele Vereine haben ja mehrere Loks, aber selten mehrere gleichzeitig in Betrieb. Von daher ist das eine verbreitete etwas kostensparende Lösung.

Vom Führerstand einer unter Last laufenden Dampflok mit dem Handy zu telefonieren, ist übrigens aussichtslos! Der Lärm auf dem Führerstand ist so groß, daß mit einem Handy auf Grund der völlig unzureichenden Gestaltung des Mikrofons kein Gespräch möglich ist. Das auch nur am Rande...


Gruß
Klaus


Hallo,
schönes Video, damals in dieser Qualität aufnehmen, Hut ab!
Ich habe meine Ausbildung bei der DR zu einer Zeit gemacht, in der es noch keinen Zugbahnfunk und natürlich auch keine Handies gab.
Wenn ein Lokführer auf ein "Halt" zeigendes Signal zufuhr, hat er es in der Regel erst einmal "angeblasen", d.h. seinem Unmut durch einen langen Pfiff kundgetan. Wenn das nicht half, musste der Zugführer zu dem kleinen Fernsprechhäuschen laufen und Verbindung mit dem Fahrdienstleiter aufnehmen. Daher steht diese kleine Hütte immer ein paar Meter vor dem Signal, Platz des Zf war ja im Packwagen. Später war der Lf natürlich gleichzeitig Zf. Ggf. wurde dem Zf dann auch ein Befehl zugesprochen, den er auf dem ausliegenden Formular niederschreiben (mit Kopierstift, wer kennt den heute noch) und eine Kopie dem Lf aushändigen musste.
Für die Kommunikation vom Fdl zum Lf/Zf gab es die K- und die L-Scheibe. Hies entweder "Fahrzeit kürzen" oder "Fahrzeit verlängern". Je nachdem, ob ein langsamer Zug voraus lief oder ein schneller folgte.
Sieht man alles auf der Moba leider selten. Ist auch schwierig, den im Schotterbet herumstolpernden Zf nachzubilden.
Struwelpeter

Zitat - Antwort-Nr.: 3 | Name:


Kai das hatte ich auch vor, nur lässt es zur Zeit die Kategorie Vorbildvideos keine Einzel bzw. neu zu erstellende  Überschriften zu, wahrscheinlich erst wenn 100 Beiträge zusammenkommen.



Ach Thomas,🥴 ich meinte DAS hier:

https://up.picr.de/39913317ik.jpg

Gruß Kai


Hi Kai !

Das meinte ich ja, hatte es doch geschrieben .

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Kai das hatte ich auch vor, nur lässt es zur Zeit die Kategorie Vorbildvideos keine Einzel bzw. neu zu erstellende  Überschriften zu, wahrscheinlich erst wenn 100 Beiträge zusammenkommen.



Gruß Thomas

Upps, und ich dachte Du meintest den von mir eröffneten Fred. 🤔

Hi Ismael !

Danke für das schnelle Umsetzen, jetzt haben dann meine Saarmund Videos ein richtiges Zuhause.

Gruß Thomas


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