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THEMA: Faulhabermotoren

THEMA: Faulhabermotoren
Startbeitrag
Joachim Sattler [Gast] - 10.02.05 09:37
Hallo

Ich hätte dar mal eine Frage, Ich Sammele Dampfloks und Fahre sie auch auf meiner Anlage.
Die Sammlung betrifft alle Hersteller und Epochen, wobei ich aber Fleischmann und Arnold bevorzuge, meine Anlage ist in der Epoche 3 und 4 Gebaut.( Analog )
Jetzt habe ich von Faulhabermotoren und Umbausätzen gehört, meine Frage ist, kann mir jemand sagen was der Vorteil von solchen Motoren ist, und ob ich die Loks selber Umbauen kann. Ich weis das so was sehr Teuer werden kann, ich Besitze auch ganz gute Kenntnisse im Modelbau, ob ich das Investiere in die eine oder andere Lok ist noch Fraglich, aber Inntresieren würde mich das schon.

Gruß Achim

http://www.sb-modellbau.com

Ich habe schon viele Loks umgebaut. Das Fahrgeräusch wird leiser (es ist nur noch das Getriebe zu hören); die Lok wird feiner regelbar; Fauli+Schwungmasse können kurze Kontaktschwierigkeiten überbrücken. Meine Meinung: Es lohnt sich unbedingt!

Felix
unbedingt ich schwöre drauf, manche Loks z.B. 05 von Arnold hat ca15cm auslauf, Höchstgeschwindigkeit reduziert sich ebenfalls - teilweise deutlich, ruckfreies anfahren, kriechgang - auch über Weichenstrassen.
solong georg
Manche meiner Loks sind erst mit diesem Motor auf der Anlage einsetzbar. Wenn es jedoch nur um eine niedrigere geschwindigkeit geht dann würde ich die Schnecke von Glasmacher bevorzugen. Bei der E44 von trix lohnt es sich meiner Meinung nach nicht einen FH-Motor einzubauen, hinterher immer noch zu schnell. Auch Loks mit Simplex bräuchten eher einen schnell reagierenden, langsamen Antrieb als eine Schwungmasse. Hab ich mit meinen Fahrgestell von Arnolds V65 probiert, der Motor ist schwächer als der originale, da fehlt einfach Drehmoment zum Heben der Kupplung. Für Dampfloks, vor allem die zu schnellen von GFN wie 38, 39, 50 alt, 78 und 94 lohnt es sich auf jeden Fall, kann ich nur empfehlen.
Torsten David
Habe auch schon viele Loks mit Faulhaber-Motoren umgerüstet, es lohnt sich m.E. wirklich.

> Hab ich mit meinen Fahrgestell von Arnolds V65 probiert, der Motor ist
> schwächer als der originale, da fehlt einfach Drehmoment zum Heben der
> Kupplung

Dass ein Faulhaber-Motor schwächer als der Originale war, ist mir nur einmal passiert. Den Motor habe ich umgetauscht, war wohl ein Montags-Produkt. Gerade bei den kleinen Motoren (1016) hat sich in letzter Zeit was getan: SB bietet nun Maxxon-Glockenanker-Motoren an, die kräftiger als die Faulhaber sind. So habe ich mit einem Maxxon-1016-Motor die Arnold 96 umgebaut (in die vorher ein Faulhaber-1319 hineingesollt hätte). Die Zugkraft hat sich gegenüber dem Arnold-Motor kein bisschen verringert - nur fährt die Lok nun leise und ein vorbildgerechtes Tempo.

Die Umbauten selbst sind zwar nicht in jedem Falle durch die Anleitung ausreichend beschrieben, aber Mails an SB mit Fragen werden ziemlich prompt (oft telefonisch) beantwortet.

Grüße aus Dortmund,

Udo.
Die loks fahren merklich besser:weniger Stromverbrauch, kein Geruettel beim Fahren, viel bessere Langsamfahreigenschaften( beim ersten Umbau (Fleischmann Br 78) muss mann schon etwas laenger schauen um zu sehen dass die Lok faehrt. Eine ist gerade umgebaut und zwei Loks warten noch auf Umbau. Persoenlich baue ich nur um wenn die alte Motor hin ist, weil ein Fauli kaum teurer ist als ein Ersatzmotor. Selbstumbau ist moeglich, aber fragt eine grosse Praesizion beim Arbeit, mein erstes Modell ist im vierten Versuch gelungen, aber folgende Modelle gehen schneller. Schau mal hier: http://www.sb-modellbau.com/ .Hier kann Mann sehen wie schwierig die Umbau eines bestimmten Modells ist. Motore ohne dazugehoerige Umbausatz findet mann hier: http://www.minimotor.ch/de/ und http://www.maxonmotor.com .
Neben den bereits erwähnten Vorteilen ist auch interessant zu wissen, daß Faulhaber- und Maxxon-Glockenankermotoren normalerweise hochwertige Metallbürsten eingebaut haben und dadurch einen geringeren Verschleiß und eine hohe Lebensdauer aufweisen. Typischerweise hat ein Glockenankermotor eine Lebensdauer von 10.000 bis 15.000 h. Das reicht dann eigentlich für ein durchschnittliches Modellbahnerleben Wie so ein Motor von innen aussieht kann hier bewundert werden

http://www.faulhaber.de/produkte/prod_pop_2.htm

Trotz aller Vorteile können Glockenankermotoren konstruktive Schwächen wie mangelhafte Stromaufnahme oder schlechte Getriebe auch nicht ausbügeln. Am besten vor Umbau hier im Forum fragen, ob es sich für ein bestimmtes Modell lohnt oder nicht und welche Schwierigkeiten evt beim Umbau zu erwarten sind.

Thomas
Hallo zusammen,

bitte bei Analogbetrieb nicht vergessen, daß eine Entkoppelschaltung eingebaut werden muß, sonst wirkt die Spitzenbeleuchtung und alle anderen elektrischen Verbraucher auf dem Gleis als Bremswiderstand.
Gleichzeitig kann die Entkoppelschaltung auch so kontruiert werden, daß die Höchstgeschwindigkeit begrenzt wird. Die dazu notwendige Platine ist nicht größer als ein Decoder (bei Verwendung von SMD-Bauteilen)

Grüße Michael Peters
Die wichtigsten Dinge sind eigentlich schon angesprochen worden. Auf einige Dinge möchte ich aber noch eingehen:
Bei den Glockenankermotoren (egal ob Faulhaber oder Maxxon) handelt es sich wirklich um präzise Motoren, die quasi wartungsfrei sind. Die Wirkung ist nicht nur vom Getriebe und der Stromabnahme abhängig (siehe Antwort Nr. 6 von Thomas) sondern auch von der Größe einer eventuellen Schwungmasse und von der Beleuchtung. Je größer der Durchmesser der Schwungmasse umso mehr Auslauf ergibt sich. Wenn die beleuchtung beibehalten werden soll ist der zusätzliche Einbau eines AEM-Moduls unbedingt zu empfehlen, da die Beleuchtung sonst die vom durch die Schwungmasse weiterdrehenden Motor ausgehende Bewegungsenergie aufzehrt (Generator-Effekt). Zum Preis des eigentlichen Umbausatzes kommt also noch der Preis für ein AEM dazu.
Da die Motoren gerade im unteren Drehzahlbereich sehr fein drehen, macht ein einfacher Trafo, der z.B. erst bei 3 Volt "anspringt" nicht viel Sinn wenn man den vollen Wirkungsumfang eines Glockenankermotors ausnutzen will. Bitte darauf achten: Glockenankermotoren vertragen keine Impulsbreitensteuerung. Bei Digitalbetrieb sollte ein Decoder gewählt werden, der für Glockerankermotorenansteuerung geeignet ist.
Ob man sich einen bestimmten Umbau selbst zutraut oder nicht, hängt neben den eigenen Fähigkeiten auch vom zur Verfügung stehenden Werkzeug ab. Es gibt Umbausätze, wo keinerlei Fräsarbeiten erforderlich sind bis zu Umbausätzen mit reiner Fräszeit von über eine 1/2 Stunde. Die Homepage von SB-Modellbau bietet eine ganz gute Übersicht, zumal Schwierigkeitsgrad und Fräszeiten mit angegeben sind.

Gruß
Frank H. (PoetRandy)
Frank
der Faulhaber hat eigentlich nur Vorteile
- ruhigerer, gleichmäßiger Lauf
- Auslauf
- geringe Stromaufnahme ( 20 - 50 mA)
- dadurch deutlich unempfindlicher gegen Verschmutzung der Gleise und Schleifer
- völlig wartungsfrei
- kein Dreckschleuder-Kollektor mehr
- lange Lebensdauer
Bei mir kommen Loks erst dann in den Einsatz, wenn sie umgebaut sind.
Ich habe mittlerweile um die 100 im Einsatz und erst zwei kaputt gehabt.
Die Standardmotoren von A, GFN etc sterben im Vergleich dazu wie die Fliegen und sind in der Ersatz-Beschaffung auch nicht billiger.
Selbstumbau ist bei entsprechendem Werkzeug und Geschick kein Problem, für SB Umbausätze bis zu Schwierigkeitsgrad II reicht eine Kleinbohrmaschine.
Hinweis: Nachstehend angezeigter Text ist ev. geklaut unter Copyrightverletzung:

@9
> geringe Stromaufnahme ( 20 - 50 mA)

Das scheint mir nun etwas gar wenig. Eine LED hat ja schon 10-20mA. Hast du deine Angabe mal nachgemessen?

Ich habe. Ich erhielt 250mA typisch für einen Eisenankermotor und 150mA typisch für einen Fauli.

Felix
@10:
je nach Loktyp (Schwergängigkeit des Getriebes, Heusinger Steuerung) ist nach Umbau mit mit einer Stromaufnahme von bis zu 80mA zu rechnen. Höherer Strombedarf reduziert die Lebensdauer von typisch 3000 Betriebsstunden auf Werte unter 300 Betriebsstunden!!
Daher ist bei einem Umbau oberstes Gebot, die Stromaufnahme zu messen und eventuell mechanische Widerstände zu beseitigen.
Nicht vergessen werden darf auch der Anstieg der Stromaufnahme durch die zu ziehende Last (Wagen).

Grüße Michael Peters
Man sollte auch die relativ hohen Preise bei Fleischmann, so um die 30,- Euro für einen konventionellen Motor, berücksichtigen. Eine weitere Rolle spielt die Verfügbarkeit bei Arnold. Ich werde jede Lok, die einen Ersatzmotor benötigt, umbauen lassen.

Gruss
Cox
@11

???

Ich bin gelernter Feinmechaniker. Ich traue mir zu, einen Fauli-Umbausatz sachgerecht einzubauen. Meine ältesten Fauli-Umbauten sind jetzt etwa 18 Jahre alt und laufen wie am ersten Tag.

Wo habt ihr die Stromaufnahmezahlen her? Eine Hausnummer hinschreiben kann jeder. Und: Leerlaufstrom ist natürlich nicht die Stromaufnahme unter Last. Wirklich interessieren tut nur letztere.

Wo habt ihr nur die Lebensdauerstunden her? Der eine sagt 10'000, der andere 3000, auch schon gehört hab ich 1000... Was jetzt? Es wäre sachdienlich, wenn jeder die genannten Zahlen mit Quellen belegen könnte.

Danke.

Felix
Hallo,

Bei den Glockenankermotoren ist nicht der Strom das Kriterium, sondern die Leistung. Im Datenblatt des jeweiligen Motors ist ein Betriebsbereich definiert, der nicht überschritten werden darf. Allerdings dürfen die Motor kurzzeitig und wiederholt überlastet werden.
Über die Degradierung der Lebensdauer bzw. sonstige Auswirkungen bei Nichteinhaltung der vorschriebenen Maximalparameter gibt es nur sehr vage Informationen.

Grüße, Peter W.
@13 u.14:

Datenblätter der Firmen Faulhaber u.Maxon.

grüße Michael Peters
Ich kann mich den o.genannten Vorteilen nur anschließen und um folgendes ergänzen: Mit einem SB-Umbausatz lassen sich sich z.B. die Tenderantriebe von MTX der BR 03, 03.10, 41, 042, sehr einfach umbauen ( alten Motor raus, neuen einkleben, verdrahten, probefahren ) , sozusagen als Übungsobjekt. Die Fahreigenschaften und Zugkräfte sind damit sogar noch besser, als z.B. bei der 44 mit serienmäßigem Fh-Antrieb. Aber auch bei anderen Dampflokmodellen ist der Umbau meistens nicht wirklich prolematisch, aber gerade hier sehr zu empfehlen.  Anders verhält es sich bei älteren Drehgestellloks mit Mittelmotor aber ohne Schwungmasse: Hier fallen üblicherweise Fräsarbeiten an, um Platz für Motor mit Schwungm. zu schaffen. Wenn man Geschick und passende Werkzeuge hat, aber auch kein Problem. Vor jedem Umbau sollte man sich aber davon überzeugen, dass das Getriebe in Ordnung ist, sonst nützt der beste Motor nichts.

Gruß Gabriel
Hallo alle zusammen

Ich möchte mich Bedanken für die fielen Antworten auf meine Frage. Das ist alles sehr Informativ, ich werde dann doch die eine oder andere Lok mit einem Faulhabermotor Ausstatten.
Auch auf die von Euch genannten Internetseiten zugreifen, und wenn ich noch mal was wissen muss werde ich den einen oder anderen von euch noch mal fragen.

Danke  Achim  
@13
Sorry, aber bei meinen Angaben hab ich in der Eile tatsächlich eine 0 zuviel getippt. 1.000 bis 1.500 ist natürlich richtig. Die Aussage habe ich von einem Faulhaber-Mitarbeiter selbst und bezieht sich konkret auf den Motortyp 1016 der recht häufig im N-Bereich Verwendung findet. Den Motornennstrom kann man aus der Nennspannung und der Abgabeleistung errechnen (in den Datenblättern zu finden). Die Werte von Felix (#10) sind daher realistisch.

@14
Die Datenblätter sind zwar auf der Faulhaber-Homepage abrufbar, aber von max. Betriebsstunden ist da nichts zu finden!? Ist denn die Lebensdauer nicht stark von der Einsatzart und Drehmoment, Drehzahl und der Umgebungstemperatur abhängig?

Thomas
Hallo zusammen,

unter den  allgemeinen techn. Informationen zu den DC-Kleinstmotoren ist in dem Faulhaber- Katalog folgendes zu finden:
Die Lebensdauer der DC-Kleinstmotoren ist abhängig:
- vom Betriebspunkt
Last, Drehmoment, Drehzahl
- von den Betriebsbedingungen
kontinuierlicher Betrieb, reversierender Betrieb, intermittierender Betrieb, extremer Kurzzeitbetrieb
- von den Umweltbedingungen
Umgebung, Schock, Vibrationen
- von der Art des Einbaus in andere Systeme

Gleichzeitig sind noch zwei Graphiken angefügt, in der die eine die Drehzahl und Lebensdauer funktionell dargestellt sind: diese Kurve hat einen exponentiellen Verlauf, bei maximaler Drehzahl nur wenige bis 100h, bei 10% der maximalen Drehzahl bis zu 10000h.

Wen es interessiert sollte mal auf den Faulhaberseiten im Internet stöbern, ansonsten bin gerne bereit, mal die Sachen einzuscannen und per email zu verschicken.

Noch ein Trick: um zu prüfen, welche Geschwindigkeitsreduktion ein Fauli-Einbau bringt, kann man mittels Messung der Generatorspannung des Faulis die Drehzahl des Originalmotors z.B. bei 12V Motorspannung bestimmen: Originalmotor und Fauli mechanisch koppeln, 12V an den Originalmotor anlegen, DVM an den Fauli anschließen, messen. Die Generator-Spannungskonstante des 1016-012 beträgt 0,705mV/rpm, aber bitte nur ganz kurz, da die meisten Originalmotoren bei 12V bis zu 25000rpm drehen.
Spitzenmodell war bei mir ein Kato-Motor mit 38000rpm (aus dem ET30).

Grüße Michael Peters

Woher nehme ich die Informationen welche Motoren in die MTX BR 03 und 41 reinpassen und wo kann ich die Motoren und Zubehöhr bestellen?

Danke. Olaf
Wer lesen kann ist klar im Vorteil:

Bei Antwort Nr.5 steht geschrieben ........

http://www.sb-modellbau.com/
Nochmal was zur Stromaufnahme, Peter  hatte schon geschrieben, dass die Leistung das entscheidende Kriterium ist. Ein 1016 hat empfohlene 0,36W Dauerleistung.
D.h. er darf dauerhaft mit maximal [P=U*I] 0,36W/12V=30mA betrieben werden. Kurzzeitige Überschreitung,z.B. beim Anfahren, ist unproblematisch.

Edward
Edward,

d.h. der Motor darf in Dauerbelastung nur 30mA ziehen? Ist das richtig?

Gruß
Peter
Ich muss mich verbessern, die Abgableistung beträgt 0,36W. Der max. Wirkungsgrad ist rund 68%, macht eine Aufnahmeleistung von 0,53W. Das macht dann 44mA. Allerdings gibt Faulhaber einen thermisch zulässigen von 80mA an. Damit dürfte der Motor aber recht warm werden. Bei rund 50mA dürfte man richtig liegen.

Edward


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