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THEMA: Loks standardisieren?

THEMA: Loks standardisieren?
Startbeitrag
Cox [Gast] - 22.03.03 13:26
Ich weiss, dass ich jetzt gegen ein Hauptargument für N argumentiere aber ich möchte trotzdem Eure Meinung wissen:

Lohnt es sich, bei einem Hersteller zu bleiben? Im meine das im Hinblick auf Ersatzteile, Händlerservice, aber auch Fahreigenschaften im Blockbetrieb.

Ich habe noch nicht sehr viel Erfahrungen im Fahrbetrieb, kann mir aber gut vorstellen, dass die Loks EINES Herstellers in etwa die gleichen Fahrcharakteristiken  aufweisen. Wie seht Ihr das und wie handhabt Ihr das in der Praxis? Ich weiss, dass man bei Wunschmodellen fremdgeht aber ist da bei Euch ein genereller Trend?

Gruss
Cox

Also mr ist das eigentlich alles egal, da ich als Digitalo sowieso meine Loks alle nach und nach umrüste. Grundsätzlich werden aber meine Loks auch vor dem Umrüsten im Analogbetrieb ausprobiert und da muss ich sagen, das egal welcher Hersteller jeder seine "Leichen" hat. Als Bsp. fällt mir da die NS1600 Cargo von GFN ein, die mit zu den schlimmsten Rennsemmeln gehört die ich habe.
Gruss HeNdrik
absolut nicht, dafür sind die Modelle viel zu lange am Markt und die Neuentwicklungen werden verbessert (naja, meistens ;)..
@ Cox,
ich fahre analog, habe im sichtbaren Bereich für die Blöcke Anfahr und Bremsbausteine von Fleischmann und Uhlenbrock. Viele Mobahner nutzen auch die von Heki, sollen sehr gut arbeiten. In nicht sichtbaren Bereichen wird im Block mittels Spannung weg gestoppt. Wenn man meint in den geregelten Anfahr und Bremsbereichen würden Loks eines Herstellers die gleichen Eigenschaften haben, täuscht man sich. Nur bei den Loks , mit den gleichen Motoren funktioniert dies echt identisch. Da ich viele Altloks besitze kann ich die Unterschiede gut feststellen. Ältere Loks haben oft das Problem bei der automatischen Spannungsreduzierung im Bremsbereich schon vor der letzten Bremsstrecke, weit vor dem Signal stehen zu bleiben. Dies trifft oft die Rennsemmel. Werden diese Loks mit modifizierten Getrieben ausgerüstet, erkennt man diese dann nicht mehr. Die zeigen Fahrverhalten, welche an Digitalloks heranreichen. Hier muß man eben Tests usw. machen. Ich bin überzeugt, daß es auch Möhrchen gibt, die gar nicht für Automatikbetrieb mit Anfahr und Bremsbausteinen geeignet sind. Diese gehören dann in den BW oder AW Bereich der Anlage. Solche Loks in ebay anzubieten, halte ich für nicht fair, es sei denn man gibt Hinweise auf das Fahrverhalten etc.
H-W
Kaum ein Hersteller kann für alle Typen dieselben Fahreigenschaften realisieren. Unterschiedliche Getriebe, Motoren, Schwungmassen/oder nicht - es wäre ja auch unrealistisch, wenn eine Trix-V 60 dieselbe Übersetzung hätte, wie der Taurus. Pech für die Festspannungsfahrer ...
Ich bin bereits dankbar, wenn 2 Loks desselben Typs eines Herstellers dieselbe Geschwindigkeit entwickeln (zum Zweck der Doppeltraktion).
Große Abweichungen zeigt da mein BRAWA 119/219/229 - Sortiment: Obwohl alle mit derselben Technik, passen leider nur wenige meiner 7 Exemplare von ihren Fahreigenschaften zueinander  

Zur Ersatzteilhaltung:

Durch Ausschlachten von defekten Gebrauchtloks habe ich über die Jahre ein großes Minitrix-Ersatzteilsortiment angehäuft. Mein Wunsch, mich im Fahrzeugpark daher auf Minitrix zu beschränken, ließ aber die Thematik meiner Anlage nicht zu.
Wäre ich ein Epochen-und Themen-Durcheinanderfahrer, dann würde ich es aber tun.

Gruß Ulrich
@ Ulrich,
Du hast vollkommen recht mit den Anmerkungen der unrealistischen Wünschen nach gleichem Laufverhalten aller Loks. Allerdings sollte eine V 60 von Herstellerseite ein anderes Getriebe haben wie eine Schnellzuglok etc.
Wenn denn unterschiedliche Getriebe vorhanden wären, würden auch die Loks bei Festspannungsanlagen unterschiedliche Tempi fahren.
Damit könnten dann bestimmt die meisten Analogis und Festspannungsautomatikfahrer leben.
Leider ist dem, seitens der Hersteller nicht so, denn sonst dürften die Köf oder andere Tempowinzlinge nicht bei gleicher Spannung einer V 200 oder E 103 davonfahren. Hier haben die Hersteller sträflich versagt.
Es hätte doch schon immer und muß jetzt doch erst recht möglich sein, solche Unterschiede bei der Konstruktion einer Lok zu berücksichtigen.
Mtx, Brawa und Fleischmann haben ja mit ihren neuen Produkten diese Richtung eingeschlagen.
Jetzt fehlt nur noch die Möglichkeit, mittels ansteckbaren elektronischen Bauteilen die mögliche Endgeschwindigkeit, bzw. das langsame Anfahren und Bremsen zu beeinflussen.
Ein Analogdecoder muß herbei. Dann ist die Welt der N-Modellbahner für die Analogis auch in Ordnung.
H-W
Ich mache unter anderem Antriebssysteme für Hafenmaschinen. Der Fahrantrieb entspricht weitgehend dem der Modelloks:

Ein zentrales Ritzel treibt zwei Radsätze an. Unsere Getriebespezialisten haben ermittelt, dass bei diesem Kraftfluss ca 25% der Antriebsleistung in Form von Verspannung hops geht. Das deshalb, weil es praktisch unmöglich ist, zwei absolut durchmessergleiche Räder zu fertigen. Diese Verspannung schlägt bei Schienenfahrzeugen ins Getriebe und bewirkt da Verschleiss.

Zu den Modelloks:
Wenn man in einem Drehgestell nur EINEN Radsatz antreibt, wäre das Modul aus Motor, Ritzel und Radsatz für jede Lok zu verwenden. Der Leer-Radsatz kann dann, um Vorbildtreue zu wahren, an den erforderlichen Radstand im Drehgestell angepasst werden.

Ich glaube nicht, dass da eine grossartige Einbusse an Zugkraft festzustellen wäre. Eventuell ist dann sogar die Schwungmasse überflüssig.

DAS würde ich Standardisierung nennen.

Gruss
Cox
Präzisiert: ZWEI Minimotore, je einer pro Drehgestell statt einem zentralen Motor. Eventuell die Schnecke raus und dafür ein Planetengetriebe.
Hohe Motordrehzahl und grosse Übersetzung ergäben sehr gute Regelbarkeit. Wie es preislich aussieht, weiss ich nicht. Diese Babygetriebe hatte der Ortenauer Club zum Betätigen der Lokschuppentore auf seinem Wendemodul.
@ Cox,
die Leistungsverluste in den Getrieben sind leider, bedingt durch ungenaue Getriebefertigung und Einbaujustierung nicht hin zunehmen.
Wenn ich da die Untersetzungsgetriebe bei Zählern usw. betrachte und die müssen ja eine eichrechtlichen Beglaubigung, mit einer bis zu 16 jährigen Nutzungszeit, bestehen, frage ich mich, warum kann nicht so ein Zählergetriebehersteller auch solch standhafte Getriebe für Modellbahnartikel zu vernünftigen Preisen herstellen. Die Mobahersteller sollten mal so eine Fachfirma kontaktieren.

Die Überlegungen mit den zwei sep. Motore und dann Antriebe für die Drehgestelle sind vielleicht umsetzbar. Nur vermute ich, wird dieses Konzept zu einer Preiserhöhung führen. Vielleicht haben wir ja hier Jemanden im Forum der sich in diesen Belangen auskennt und die Sache mehr präzisieren kann. Ich persönlich vermute dies Konzept scheitert an den kosten und daran, daß es zu völligen Neukonstruktionen kommen muß. Zwei nebeneinander laufende Produktionen rechnen sich nie und nimmer, bei den verhältnismäßig geringen Stückzahlen.
H-W
Hans-Werner,
die Kosten muss man erst mal rechnen. Die Motoren sind erheblich kleiner und das gesamte Modul kann in relativ grossen Stückzahlen gefertigt werden. Dann jedenfalls wären die Modelle ihr Geld auch wert.

Meine Bedenken sind eher, ob 2 Radsätze zum Antrieb reichen. Ich glaube schon, kann es aber leider nicht testen, da ich keine Leerradsätze vorrätig habe. Wenn ich diese lächerlichen Tenderantriebe mit den Minirädchen sehe, glaube ich auch nicht, dass die Räder an die Rutschgrenze kommen. Man müsste es halt mal probieren.

Gruss
Cox

Hallo Cox,
das Problem ist nicht die Anzahl der angetriebenen Zahnräder, sondern das Reibgewicht, das darauf lastet, und der Reibwert, der u. a. von der Verschmutzung der Räder. Ein weiteres Problem ist, dass die beiden Motoren absolut synchron laufen müssen, sonst arbeitet u. U. nur 1 Rad (!), bestenfalls eine Achse mit Haftreibung, die anderen mit Gleitreibung, und die ist bekanntlich geringer (übrigens ein Grund für den Zugkraftverlust in Kurven). ich schätze, dass Deine Lösung ganz furchtbar teuer ist (Digitaler würden 2 Decoder brauchen).
Gruß
Hans-Georg
PS: Habt Ihr in Eueren Hafendingern starre Durchtriebe? Nix Federtöpfe oder was Hydrostatisches (darauf versteht sich doch Deine Firma besser als jede andere)?
@ Cox,
bei den 2 Minimotörchen und dazu gehörenden Antriebseinheiten muß aber eine sehr gute Drehzahlübereinstimmung vorhanden sein, denn sonst wird eine Antriebseinheit leicht überlastet und kann Schaden nehmen, oder die Haftreifen verschleißen sehr schnell, wegen Schleudern.Weitere Frage ist die dann noch zur Verfügung stehende Zugkraft.
Bei Tenderloks, Schlepptenderloks und sonstigen Nichtdrehgestelloks bleibt ja alles beim seitherigen Antriebskonzept. Ich weiß nicht, ob Hersteller dies machen würden, da ja sonstige mehrfach nutzbare Bauteile nicht mehr so oft zur Anwendung kommen können.
Es sei denn, es kommt zu firmenübergreifenden Produktionen. Einer stellt für alle anderen die Antriebseinheiten für Drehgestelloks und ein anderer die für Tenderloks usw. her. Dies könnte zu preisreduzierenden, qualitätsanhebenden Synergieeffekten führen. Nur, ist so etwas gewünscht und könnten sich Hersteller  zusammen raufen? Ich hätte da so meine Bedenken. Allerdings sind alle Überlegungen zur Marktstärkung und Herstellung preiswerter und qualitativ hochwertiger Mobaartikel gewünscht und notwendig.
H-W
Korrektur: Im ersten Satz muss es "Räder" statt "Zahnräder" heißen.
eigentlich gibt es nur einen Hersteller, bei dem die Fahreigenschaften (aber auch nur innerhalb einzelner Lokgruppen wie F 3, F 7, EMD 8/9) gleichwertig sind, nämlich bei KATO und den US-Dieselloks.

Gruß Holger
@ Hans-Georg,
ja, ich meine hydrostatische Antriebe. Da gibts die Vorschrift, dass 50% der Räder angetrieben sein müssen. Die Firmen lösen das, indem sie diesen schlimmen Zwischeradantrieb spezifizieren. So brauchst Du für 32 Räder einer Containerbrücke nur 8 Antriebs-Hydromotore.

Bei dem technisch besseren 16, also erheblich teurer. Aber das sind auch andere Dimensionen. Der Einzelradantrieb ist auch umweltfreundlicher, weil er keine offene Verzahnung hat, von der das Fett ins Wasser kommt... oder bei uns kein Staub ins Getriebe.

Ich weiss nicht, ob die Parallelregelung bei der Modellbahn so aufwendig ist. Wir fahren ja auch Doppeltraktion oder mit 2 Triebköpfen im Analogbetrieb.

Man muss halt mal drüber nachdenken, ein Testmodell bauen und Erfahrungen sammeln.

Ich finde es jedenfalls nicht richtig, Dinosaurier-Mechanik mit elektronischen Krücken gesellschaftsfähig machen zu wollen. Die können das Einmaleins der Antriebstechnik nicht, und entwickeln zu wenig! Das einzige Resultat in den letzten Jahren war die Schwungmasse. Beschämend!

Gruss
Cox
@ Cox,
klar hast Du recht mit den bisher eingebauten uralt ( Steinzeit )Biliggetriebelösungen. Wenn du einmal eine Lok mit Glasmachers Schnecke hast fahren sehen und dich dann an die ursprünglichen Fahreigenschaften zurück erinnerst, siehst Du was so alles mit einfachen Mitteln möglich ist. Hier spreche ich die Mobahersteller an und bitte diese, endlich solche einfachen, wirkungsvollen Getrieb zusammen mit einem 5 poligen schräggenuteten Motor zu verwenden.
Und als weitere Optimierung dann noch die in einem anderen Posting zuvor aufgeführte Möglichkeit, mittels "Analogdekoder", noch die Feinregulierung der gewünschten Geschwindigkeit anzupassen.
Dies sollte mit vertretbarem Aufwand ohne Kostenerhöhung möglich sein. Nur leider tut sich nichts, solange der seitherige Krempel bedingungslos gekauft wird. Wie kann man die Hersteller zu Verbesserungen sensibilisieren, oder kräftig in den Hin-ern zu treten.
H-W
@Cox:
wir haben ja noch mehr Gemeinsamkeiten...
Den Container-Terminal Bu´Kai kenne ich aus meiner Zeit bei Hamburg Port Consulting noch recht gut. Habe mich aber weniger (eigentlich gar nicht) um die Technik der Brücken gekümmert sondern u.a. um die Optimierung des Vorstaus für Feedercontainer.
Klaus
Hallo Cox
Zu Deiner Eingangsfrage: Sei nicht so katholisch! Abwechslung macht das Leben süss und bringt die ganze Vielfalt zu Dir nach Hause. Und schliesse ja keinen Ehevertrag mit einem Hersteller. Du wirst es schneller bereuen als Dir lieb ist; RAm oder mafiöse Preise, um nur 2 zu nennen.

Felix


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