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THEMA: Vorlaufzeit Bombardier RABe 502 / Dampflok
es zeigt sich laut Zeitungsberichten, dass die neuen Bombardier Treibzüge RABe 502 der SBB jeweils 50 bis 60 Minuten benötigen, um ihre Steuerung hoch zu fahren. Da dies regelmässig nötig ist, haben die Lokführer nun grössere Bedenken, ihren engen Taktfahrplan einhalten zu können.
So zum Vergleich, wie lange brauchte man jeweils, um eine Dampflok startklar zu machen?
Mit Gruss
Walo
von »Boot-Zeiten« moderner Tfz hörte ich auch schon und dass diese deswegen in Einsatzpausen nur in den »Ruhezustand« geschickt werden. In Abstellanlagen stehen sie dann alle mit Bügel am Fahrdraht. Das muss wohl so sein.
Nur würde mich interessieren, wozu der Startvorgang fast eine Stunde dauern soll? Was passiert im dieser Zeit, darf der Zug noch ein paar Sudokus lösen?
Im Ernst, das erscheint mir wenig zeitgemäß. Antworten à la »alle Systeme checken«, befriedigen mich eher nicht, denn in der Zeit werden auf handelsüblichen Rechnern komplexe Prozesse durchgerechnet. Was macht diesen Vorgang so langwierig, blöd programmierte Routinen, ungeschickte Abfragereuhenfolgen, …?
Schöne Grüße, Carsten
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
So zum Vergleich, wie lange brauchte man jeweils, um eine Dampflok startklar zu machen?
Bei einer großen Lok wie z. B. einer kalten BR 50 ca. 8 Stunden bis zur Betriebbereitschaft.
Der Vorgang ist bei https://www.swr.de/forum/read.php?5,27171 im Beitrag von Hubert Fingerle schön beschrieben.
Das Anheizen einer ölgfeuerten Lok ist ohne eine betriebfähige Dampflok oder eines andern Dampferzeugers nicht möglich. Das kalte, wachsweiche Schweröl muss erst durch aufheizen im Tender verflüssigt werden. Erst dann kann es im Brenner zerstäubt und gezündet werden um das Wasser im Kessel zu erhitzen.
Viele Grüße ÷ Udo
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Nur würde mich interessieren, wozu der Startvorgang fast eine Stunde dauern soll? Was passiert im dieser Zeit, darf der Zug noch ein paar Sudokus lösen?
Das interessiert mich auch. Hat da jemand zweckdienliche Infos?
Grüße Micha
wenn du bei einer großen Dampflok z.B. am Sonntagmorgen los fahren möchtest, dann musst du mit dem Anheizen des Kessels schon einen Tag vorher am Samstagmorgen beginnen. Der Lokkessel darf sich nur langsam erwärmen, damit keine Schäden entstehen. Je nach Größe der Lok kann das aber um ein paar Stunden variieren.
Nach dem Einsatzende muss die Dampflok dann wieder kontrolliert mehrere Stunden herunter geheizt werden, denn wenn das Feuer im betriebswarmen Zustand erlischt, kann das ebenfalls zu Kesselschäden führen.
Die 50 bis 60 min Hochlaufzeit für den Steuerungsrechner der RABe 502 sind dagegen ein Klacks
Bei modernen Elektroloks von Bombardier, wie z.B. der Baureihe 147/187, dauert das Hoch- und Runterfahren des Steuerungsrechners "nur" 30 bis 40 min. Bei Neufahrzeugen, die mit den ersten Softwareständen häufig noch kleinere und größere Bugs haben, kann das den Fahrplan gehörig durcheinander bringen. Und so lange der Zug steht, ist die komplette Strecke dicht. Am Bahnsteig oder auf einer zweigleisigen Strecke mag das noch zu verschmerzen sein, aber wenn der Zug auf einer Weichenstraße steht ist so lange alles dicht!
Die zu lange Dauer bei der Baureihe 147/187 wurde von Triebfahrzeugführern in Deutschland auch schon kritisiert. Die Software sollte so zuverlässig sein dass sie nie abstürzt, ein Hoch- und Runterfahren des Steuerungsrechners sollte auch nur wenige Minuten dauern. Das Problem ist aber das heute nicht nur ein Rechner verbaut ist sondern oft mehrere System welche in einer bestimmten Reihenfolge betriebsbereit sein müssen.
Grüße
Markus
ein interessanter Vergleich wären Elloks oder E-Triebzüge aus der Vor-Drehstromzeit, also bevor diese moderne Leistungselektronik Einzug im Tfz-Bau gehalten hatte.
Wann ist z. B. eine 103 fahrbereit oder ein 420? Will gar nicht wissen, in welcher Zeit Barbaras 194 zuverlässig Hp1 schaffen kann
Schöne Grüße, Carsten
alte Elektroloks müssen dafür öfters abgeschmiert werden und auch nach weniger Kilometerleistung wieder zur " Inspektion"
Moderne Fahrzeuge sind im Unterhalt normalerweise wesentlich billiger.
Gruß
Thomas
wenn die Dampflok auf Betrieb hochgeheizt war, wurde sie aber nicht nach der Tagesleistung wieder runter gefahren. Die Dampfloks blieben im BW stehts uneter Dampf auf Sparflamme und konnten dann zum nächsten Einsatz relativ schnell wieder eingesetzt werden. Natürlich war regelmäßiges Kohlladen und Wasser nachfassen Voraussetzung.
Gr H-W
eine "Boot-Zeit" (Steuerung hochfahren) von bis zu einer Stunde halte ich für nicht ganz richtig formuliert.
Nach meiner Erfahrung mit diesem Hersteller, tippe ich eher das man mehrere Versuche brauchte um das "Rad zum rollen" zu bringen. was dann in Summe so etwa hin kommen würde.
Hier einmal eine kleine unvollständige Auflistung von so üblichen "Boot-zeiten" (Zeitraum vom einschalten des Batterie-Hauptschalters bis zum Ende des Initialisierung-Vorgang); damit ist das Fahrzeug je doch noch nicht betriebsbereit, denn es müssen noch diverse Prüfläufe manuell angestoßen bzw. manuell durchgeführt werden.
BR 145 = 60-90 sec.
BR 152 = 60-120 sec.
BR 185 = 120-180 sec.
BR 186 = 180-220 sec.
BR 187 = 150-220 sec.
BR 189 = 150-220 sec.
In der Regel dauert das vollständige "in-betrieb setzten" eines modernen TFZ 6-10 min, in diesem Zeitraum sind dann alle Prüfungen der Anlagen wie Bremse, Sifa und PZB/LZB enthalten.
Gruß Roland
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Hier einmal eine kleine unvollständige Auflistung von so üblichen "Boot-zeiten" (Zeitraum vom einschalten des Batterie-Hauptschalters bis zum Ende des Initialisierung-Vorgang); damit ist das Fahrzeug je doch noch nicht betriebsbereit, denn es müssen noch diverse Prüfläufe manuell angestoßen bzw. manuell durchgeführt werden.
BR 145 = 60-90 sec.
BR 152 = 60-120 sec.
BR 185 = 120-180 sec.
BR 186 = 180-220 sec.
BR 187 = 150-220 sec.
BR 189 = 150-220 sec.
... nach ca. 55 min Vorglühzeit bis zur Betriebsbereitschaft der Elektronenröhren der CPU, deren Heizstrom dann eine ausgemusterte E44 bereitstellen muß.
bin schon weg....
Zitat
Die Dampfloks blieben im BW stehts uneter Dampf auf Sparflamme und konnten dann zum nächsten Einsatz relativ schnell wieder eingesetzt werden.
bei den mit Ruhefeuer (auf Sparflamme
Viele Grüße ÷ Udo
Dampfloks mit modernen Elektroloks vergleichen. Tolle Idee.
Was würde heute alleine das nötige Personal für die Dampflokunterhaltung kosten...Entschlacken, Abschmieren, Bekohlen, Wasser fassen,...
Betriebsdauer einer Dampflok im Vergleich zur Diesel-oder Elektrolok ,ist auch viel geringer. Von Wirkungsgrad ganz zu schweigen....
Ist ja fast so, als ob man eine Pferdekutsche mit einen LKW vergleichen will
Gruß
Thomas
auch eine "Altbau"-Ellok (hier Holzroller E 11/42) braucht einige Zeit bis zur Betriebsbereitschaft. Zunächst muss mit dem Hilfskompressor der Druck erzeugt werden, umd den Hauptschalter einschalten zu können. Na ja, einschalten könnte man auch ohne, aber evtl. muss ja sofort wieder abgeschaltet werden und dazu braucht's dann halt richtigen Druck. Dann gibt's noch weitere Prüfungen und Tests.
In der Zeit sollte auch jede Steuerung hochgefahren sein. Beim SBB FV Dosto (RABe 502) müssen sich aber sicher alle acht Fahrzeuge betriebsbereit melden, vielleicht hakt's ja da im Moment. Der ICE-T hatte am Anfang beim Kuppeln ja ganz ähnliche Probleme ...
Eine SBB 460/BLS 465 hat über 30 Prozessoren an Bord, die sich auch alle am Bus anmelden müssen. Wenn die alle mit Windows hochfahren würden, wie lange dauert das?
Struwelpeter
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