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THEMA: Film-und Fernsehproduktionsfehler zum Thema: Eisenbahn

THEMA: Film-und Fernsehproduktionsfehler zum Thema: Eisenbahn
Startbeitrag
Throge - 25.12.17 18:23
Hallo,
ich habe mir vor kurzen einige Folgen von Babylon Berlin auf Sky angeschaut (Kommt Ende 2018 auch in der ARD).
Die angeblich teuerste nicht englischsprachige Serie die es bisher gibt. Handlung in den 1920-1930 Jahren in Berlin.
Ein mit Gold und Kampfstoffen!!! beladener Zug spielt dabei eine wichtige Rolle. Viel Geld wurde für zeittypische Requisiten ausgeben (Autos, Kleidung, Hintergrundkulissen,..) und was ist mit der Eisenbahn?
Das selbe wie fast in allen Filmen in dem eine Eisenbahn vorkommt. Grobe historische Fehler soweit das Auge reicht.
Ein Zug mit Kesselwagen und einer 52 fährt von Russland bis nach Berlin .Was für eine Reichweite für eine Lokomotive die ja erst im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde und irgendwie deutlich nach der Reichsbahn der DDR aussieht. Dazu Kesselwägen die es damals wohl kaum gab und für gasförmige Ladung überhaupt nicht geeignet sind. Das Russland Breitspurschienen hat und Deutschland Normalspur hat bei der Produktionsfirma auch keiner mitbekommen. In einer anderen Folge sieht man dann auch noch einige Güterwagen die deutlich sichtbar mit DB beschriftet sind und Umbauwägen der DB !!
Filme und Eisenbahn historisch korrekt darzustellen geht wohl nicht. Dabei gäbe es einige passende Fahrzeuge bei verschiedenen Museumsbahne und auch genug Fachleute dort als historische Berater, aber warum sich Mühe geben ,wenn der Zuschauer zu 98% keine Ahnung von der Eisenbahn hat??
Da fährt in anderen Filmen schon mal die E-Lok mit den Schnellzug in einen Tunnel ....und eine Diesellok kommt auf der anderen Seite heraus mit einen Güterzug....Die Hauptstrecke sieht nach Sekundärbahn aus und der Zug in der DDR hat eine englische Lokomotive,....

Gruß
Thomas

P:S: Überschrift extra für einen Forumskollegen abgeändert


Hallo Thomas,

die Serie ist aber mehr als gut.... Auch wenn die Requisiten nicht stimmig sind. Dafür ist nichts am Rechner entstanden....

Schöne Grüße

Manfred
Über solche Filmfehler muss man versuchen hinweg zu sehen oder sie mit Humor nehmen. Ich muss immer an eine Szene in Die Bourne Verschwörung denken, in der der Hauptdarsteller gejagt wird, am Bahnhof ZOO den Eingang nimmt und nach ein paar Sekunden von SEK Beamten am Bahnsteig Bahnhof Friedrichstraße weiter verfolgt wird.
Schlimmer wäre es für Babylon Berlin wenn sie Szenen am jetzigen Hauptbahnhof mit Rollmatetial der 60er drehen würden.
Hallo Thomas,

auch mir ist aufgefallen, das bei Filmen die Eisenbahn nicht so genau genommen wird.
Ein paar Beispiele (Filmtitel sind mir entfallen):
Das DDR-Fernsehen hat Anfang der 60er Jahre einen Kriminalfilm gedreht, der in der BRD spielte und man sah eine Ellok der BR E 11.
In einen Edgar-Wallace Krimi wird jemand von einen Zug überfahren und man sieht eine
Reichsbahn BR 132.
Auch Götz George hat in einem Krimi mitgespielt, der in London spielte und es fährt ein Triebwagen Blauer blitz der ÖBB vorbei.
In den Film Nikolaikirche werden Bürger an der Weitereise nach Leipzig gehindert und bei der Vorbeifahrt des Zuges sieht man neue DBAG Zeichen an den Wagen.
Der Film wäre bestimmt nicht teurer geworden, wenn man da ein paar Museumswagen
mit alter DR-Beschriftung verwendet hätte.
Es gibt bestimmt noch sehr viel weitere Beispiele.

Gruß
Bernd
Hallo Thomas,

die Wehrmacht spurte in Russland einige Strecken von Breit- auf Normalspur um. Ob bis kurz vor Moskau weiß ich aber nicht.

Grüße
Markus
Hallo Thomas,

das ist in erster Linie eine Kostenfrage. Pro Tag werden etwa 2 bis 3 Minuten gedreht. Ein Spielfilm hat da schon mal 60 Drehtage.

Kostüme, typische Auto und andere Requistien gibt es passend zur Zeit in der ein Film spielt vom Filmausstatter. Die Kulissen werden entweder extra gebaut oder verändert von anderen Produktionen übernommen. Passende Drehorte werden von Spezialisten "Locationscouts" gesucht und angemietet.

Werden Flugzeuge, Schiffe. Loks und Wagen oder exotische Fahrzeuge benötigt, hat die kein Filmausstatter im Fundus und hier wird es dann teuer. Für ein einmotoriges, historisches Flugzeug fallen da schon mal 6000,-- Euro für eine Flugstunde an, zuzüglich Bereitstellungskosten, wenn die Masschine von weit her überführt werden muss.

Bei Eisenbahnen sieht es nicht viel besser aus, Was nutzt es denn, wenn passendes Material zwar vorhanden, aber erst von verschiedenen Standorten zum Drehort überführt werden muss. Blöd, wenn erst eine Zulassung nötig ist. Das sprengt dann ganz schnell das Budget.  

Drehen kann man sowieso nur an Strecken, an denen kein regelmäßiger Zugverkehr stattfindet. Früher waren Gleisanschlüsse von Flugplätze beliebte Drehorte, aber die gibt es halt nicht mehr.
Bleiben noch Museumsbahnen mit eigenen Strecken.

Mir hat mal ein Filmaustatter gesagt, als eine Piaggio P-149 eine einem Kriegsfilm eine Bf 109 darstellte: Du hast es gemerkt, aber 98% der Zuschauer keinen den Unterschied nicht, wenn die Maschine bei den Flugszenen nur von unten oder vorne zu sehen ist. Und wegen der 2% zahlen wir keine echte 109.

So verhält es sich auch bei den Eisenbahnen. Die Anzahl der verfügbaren Lokomotiven und Wagen für die 1920er Jahre, die geschlossen an einem oder zwei Drehorten verfügbar sind, ist sehr begrenzt. Drehorte abwechselnd an einer Breitspur und Normalspurstrecke nicht bezahlbar.

Grüße
BWB
Zitat

Hallo Thomas,

die Wehrmacht spurte in Russland einige Strecken von Breit- auf Normalspur um. Ob bis kurz vor Moskau weiß ich aber nicht.

Grüße
Markus



Wahnsinn.
Die Wehrmacht besaß also die Weitsicht, bereits in den 20er/30er-Jahren Strecken in Russland umzuspuren?
Da verwundert es umso mehr, dass die nicht gewonnen haben.

Heiner
"Fernsehefehler", ja genau.

Ich glaube indes mal nicht, daß man bei den "Museumsbahnen" für einigermaßen vernünftige Konditionen ausreichendes Rollmaterial bekommt, welches dann auch noch mit den Anschriften versehen ist, die zum gespielten Zeitpunkt passen. Von daher ist eine deutsche Dampflok doch schon mal gar nicht schlecht, es kennt sich eh kaum einer mit Baureihen aus. Bei modernen Produktionen wird alles, was irgendwie Bahn ist, eh in Österreich gedreht, weil man hier mit der Bürokratie gar nicht mehr zurecht kommt.

Und wenn eine historische Hauptbahn dargestellt werden soll, dann kann die nur noch am Rechner entstehen. Brandschutzstreifen, gigantische Telegrafenmasten, Wärterposten, Blockstellen, Schrankenwärter wo das Auge nur hinschaut. Wie bitte soll das heute nachgebaut werden? Also dann doch lieber eine noch im Dornröschenschlaf übrig gebliebene Nebenstrecke, die zumindest noch den Flair des vergangenen Jahrhunderts verströmt.

Und was die "sonstigen", angeblich ja so richtigen Requisiten angeht: Ich kann das nicht beurteilen, kenne mich mit Autos genausowenig aus wie mit der Mode jener Jahre. Da wäre es genauso einfach mir etwas unterzujubeln, wie den anderen was vom "Bahnhof" zu erzählen.

Also einfach mal die Kirche im Dorf lassen und es nicht ganz so genau nehmen. Dein Beitrag enthält ja auch sehr viele Rechtschreibfehler und auch themenspezifische Fehler! "Breitspurschienen" wird es wohl auch nicht geben, aber das nur am Rande. Nicht, daß ich dies jetzt schlimm fände, aber wenn man sich schon über die Ungenauigkeiten anderer aufregt, dann doch bitte auch an die eigene Nase fassen

Gruß
Klaus


Am schönsten ist immer noch der TGV ohne Oberleitung, dafür mit Helikopter am Haken, im Eurotunnel - Mission: Impossible.
Hallo,
vorbildgerechte Eisenbahnszenen in Filmen mit historischen Zeitgeschehen sind äußerst selten. Da kommt auch schon mal eine DR-119 mit grün/elfenbeinfarbigen Wagen in Szenen von 1974 zu Einsatz, obwohl es derartige Fahrzeuge erst etwa zehn Jahre später gab. Im Fernsehfilm "Weihnachten für Einsteiger" entstanden erst die Außenszenen beim Einstieg im Doppelstockzug, dann sind Innenszenen in einem Triebwagen der BR 628 zu sehen, außen sieht man wieder einen fahrenden Doppelstockzug und der Ausstieg im Schwarzwald erfolgt in einem Dieseltriebwagen.
Es gab schon öfters Szenen die mit Eisenbahnmodellen entstanden. Bei der heutigen Perfektion beim Modellbau und den Fahrzeugnachbildungen wäre damit durchaus noch mehr machbar. Computer schaffen dann die perfekte Illusion.
VielenFahrgästen in historischen Zügen ist es scheinbar auch egal wie historisch korrekt die Zugzusammenstellung ist. Stilechte Museumszüge werden auch immer seltener und irgendwann wird man
auch kaum noch darüber nachdenken. Hauptsache es sieht irgendwie historisch aus. Somit braucht man sich auch nicht darüber wundern wenn es in den Filmen kaum anders zugeht.
Gruß Manni.
Ach, sowas ist doch normal… Gerade erst auf Netflix die Serie "Zoo". Abgesehen von dem doch arg unrealistischen Szenario war da dann irgendwas angeblich in Zürich in Bahnhof. Immerhin hatte man sich die Mühe gemacht, den Amtrak-Schriftzug zu verstecken…

Na und den berühmten Bond-Film mit der "62" wird so manch einer kennen.

Gruß Kai
Hallo,

ja, den Mission Impossible TGV ohne Oberleitung und im im Eurotunnel ist schon ein deftiger Schnitzer. Aber auch in taxi4 bei dem Anfangsteil ist ein Schnitzer: da wird Sylvester Stalone mit dem Taxi zum Flughafen gefahren und mit 300 kmh geblitzt. Kurze Zeit später fahren sie auf einer Landstraße neben einem TGV her. Herr Stallone schaut etwas irritiert, weil sie den TGV überholen. Allerdings fährt dieser keine 300, da es sich offensichtlich nicht um eine Schnellstrecke handelt....

Lustig ist es trotzdem - im Gegensatz zum Rest des Filmes...

Jens
Ihr wisst aber schon, dass der TGV in England ohne Oberleitiung unterwegs ist, weil er den Strom dort aus den seitlich angebrachten Stromschienen zieht. So gesehen ist das bei MI erst mal kein Filmfehler, wobei ich ehrlich gesagt den ganzen Film als fehler ansehe.
Hallo,

mit historischen Tatsachen nimmt es die Medienbranche (mangels Wissen?) allgemein nicht so genau. Selbst in Sachfilmen zu historischem Bezug (nicht nur Eisenbahn) sind mehr als genug Fehler drin (kleines Beispiel ist der Film über die DR, wenn die Ludmillas konsequent als Taigatrommeln bezeichnet werden). In der SZ war vor Jahren mal ein Artikel zu einem historischen Ereignis (wurde wohl von einem "Fachmann" geschrieben). Der Artikel kam mir gleich bekannt vor. War praktisch 1:1  aus einem Buch entnommen (natürlich ohne Hinweis).

VG
Georg
Hallo Ravenson,

na ja, zunächst ist im Film kein Eurostar zu sehen sondern ein TGV. Dann gibt es im Chunnel keine Stromschiene sondern Oberleitung (von dem Sience Fiction mit dem Helicopter im Tunnel reden wir mal gar nicht). Aber seit die Highspeed One in Betrieb ist, ist die Stromschiene bei Eurostar Geschichte. Die Velaros haben m.W. keine Stromabnehmer für Stromschiene.

Jens
Hallo,

was sagen die Experten denn zu den Filmszenen mit Buster Keaton im legendären The General?

Gruß aus Nordertown

Moinsens,

ganz sicher kosten epochetypische Zutaten Geld und es ist verständlich, daßman da gerne etwas trickst. Aber heutzutage ist es sicher möglich dies so zu machen, daß es nicht auffällt.

Früher, ja früher war alles anders. Wie gestern abend zum Beispiel in dem Doku-Krimi "Die Gentlemen bitten zur Kasse"

Da wurden viele Szenen an Originalschauplätzen gedreht, bei der eisenbahn kamen dann aber DB Loks zum Einsatz. So z. B. eine V 200 und eine V 100. Ob das nur am Geld lag oder ob die BR die Drehgenehmigung verweigerte ist die Frage.

Aber wem fällt so etwas schon auf? Doch nur einem Eisenbahnfan oder einem Modellbahner.

Ich bin sicher, wenn wir in den Archiven nach alten Spielfilmen stöbern werden wir solche Klopse zuhauf finden.

Brummi
Moin,

in Kriegsfilmen werden auch gerne amerikanische Panzer (bevorzugt Sherman) als Tiger etc. eingesetzt.
Und deutsche Messerschmitts fliegen da auch nicht.
Der allgemeine Filmegucker achtet meist auch nicht auf die Ausstattung, sondern auf die Action.
Bei Dokumentationen würde ich auch die richtigen "Zutaten" erwarten und erst recht den passenden Text.

Gruß Kai
... und hier noch eine Kritik zum Realismus der Filmszenen im Kriegsfilm "Der Zug" mit Burt Lancaster:

Vom Eisenbahnbetrieblichen her gesehen sind viele Abläufe im Film absolut unrealistisch. Das knappe Umstellen von Weichen beim Verschub vor sich daraufzubewegenden Schienenfahrzeugen, die Zug- und Verschubfahrten ohne Sicherung des Fahrweges, das Fehlen jeglicher Zugmeldungen, die Nichtbeachtung von Signalen, die Fahrten ohne Fahrterlaubnis bzw. trotz der ausdrücklichen Fahrverbote etc. lassen sich auch mit der damaligen kriegsbedingten Situation im Eisenbahnbetrieb keinesfalls in Einklang bringen. Die filmische Inszenierung von Zugzusammenstößen, durch die die französischen Eisenbahner den Zug aufhalten wollen, entbehrt nicht einer großen Spannung, würde aber in ihrer kompromisslosen Brutalität von echten Eisenbahnern niemals so vorgenommen werden bzw. vorgenommen worden sein.

Das sagt wohl alles...

Gruß aus Nordertown
Hallo,
natürlich kosten richtige und wirklich zeitgemäße Requisiten viel Geld und bedürfen einer entsprechenden Planung und Zeitaufwand.
Wenn aber eine Filmreihe so teuer ist,wie Babylon Berlin und damit auch noch Werbung betreibt,warum kann man dann für die richtige Ausstattung bei den Eisenbahn-Requisiten kein entsprechenden Aufwand betreiben?
Bei Billigproduktionen kann ich es ja verstehen und bei Panzern oder sonstigen Militärfahrzeugen auch.Tiger gibt es ja kaum noch aber Eisenbahnfahrzeuge der 20/30 er Jahren könnte man für Geld schon bekommen.Ich frag mich wo das Geld bei Babylon Berlin ausgegeben wurde? Gagen für die Schauspieler,Kostüme,Autos,Kulissen?
Für zeittypische Eisenbahnausrüstung jedenfalls nicht

Gruß
Thomas
Nur für 3 Eisenbahnfans von 100000 Zuschauern???
Irgendwo fehlt da die Relation.
Btw. olle Panzer gibt es auch noch genug.
Zitat

aber Eisenbahnfahrzeuge der 20/30 er Jahren könnte man für Geld schon bekommen.



Wo? Mir ist nicht bekannt, daß es noch mehr als eine Hand voll Güterwagen aus dieser Zeit gibt. Von Zustand, Lauffähigkeit und Beschriftung mal ganz abgesehen. Bei Personenwagen sieht es doch auch nicht anders aus.

Zitat

Nur für 3 Eisenbahnfans von 100000 Zuschauern???



Wobei von den dreien zwei dabei sind, die dieses zwar bemerken aber aus den bekannten Gründen auch verstehen und akzeptieren.

Gruß
Klaus
Hi,

Steve McQueen und Kollegen in "Gesprengte Ketten" sind auch in Wagen mit DB Keks vor den Nazis geflüchtet. Und das war nun wirklich keine Billigproduktion sondern ein Stelldichein der Weltstars.
Was soll's, davon geht die Welt nicht unter.

Gruß
lupo
@Lupo,

mal ehrlich, wer hat bei der Handlung und den Darstellern schon darauf geachtet. Insbesondere zu beachten, welchen Zeitanteil diese Szenen vom Gesamtfilm überhaupt eingenommen haben. Da stünde doch der Aufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zum Effekt.
Ich sage, lassen wir die Kirche im Dorf und Fünfe mal gerade.

Gruß aus Nordertown

PS: wie ist denn nun das Urteil der Experten zum Buster Keaton Film? (Siehe #15)
Hallo,
deshalb schaue ich mir  gerne alte Filme mit längst vergangenen Eisenbahnszenen an.
Auch werden immer wieder neue Eisenbahn-DVD aus der Vergangenheit herausgebracht. So langsam frage ich mich wo die jetzt noch alle herkommen. Jedenfalls gibt es nichts realistischeres, sieht man mal von einigen Nachvertonungen ab.
Gruß Manni.
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

PS: wie ist denn nun das Urteil der Experten zum Buster Keaton Film? (Siehe #15)



Buster Keaton war ein Perfektionist, insofern ist der Film bis ins Detail stimmig, ein Meisterwerk.

Aber, es ist ein Stummfilm. Als Tonfilm wäre es so nicht möglich gewesen. Szenen, die hier im Echtbetrieb gedreht wurden, wären als Tonfilm nur im Studio möglich gewesen.

Wichtig ist, dass Buster Keaton Regisseur, Produzent und Eigner der Filmfirma in einer Person war  und damit freie Hand hatte.

Auf Wikipedia ist die Entstehung des Films sehr gut beschrieben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_General_(1926)

Zitat - Antwort-Nr.: 20 | Name:

Btw. olle Panzer gibt es auch noch genug.



Diese Aussage ist leider nicht richtig. Nur amerikanische Panzer und mir Einschränkungen englische Panzer sind relativ problemlos verfügbar, bei den Russen nur T-34. Deutsche und französische Weltkriegespanzer sind gar nicht verfügbar.

"Hetzer" gibt es aus ehemaligen Schweizer Beständen und Sd.Kfz 251 aus tschechischer Nachkriegsproduktion. Je nachdem, mehr oder weniger gut im Rahmen der Möglichkeiten auf den Originalzustand zurückgebaut.

Die "Tiger", "Wespe", Panzer III, Sturmgeschütze, die immer wieder mal in Filmen auftauchen, sind Attrappen, basierend auf modernen Panzerfahrgestellen. Das SdKfz 222, das in einigen Filmen auftaucht, ist ein umgebauter Landrover. Diverse Opel Blitz sind Mercedes Lkw mit einer Opel Kühlermasken, der Mercedes LG3000 ein umgebauter GMC CCKW und so lässt sich die Reihe fortsetzen.

Wenn Umbauten oder Attrappen mal verfügbar sind, werden sie gerne von anderen Produktionen gebucht. Insofern kann es sich für einen Filmaustatter durchaus lohnen, häufig nachgefragte Panzer oder Militärfahrzeuge nachbauen zu lassen.


Grüße
BWB
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Wahnsinn.
Die Wehrmacht besaß also die Weitsicht, bereits in den 20er/30er-Jahren Strecken in Russland umzuspuren?
Da verwundert es umso mehr, dass die nicht gewonnen haben.



Hallo,

gibt es tatsächlich immer noch Leute in unserem Land, die sich wundern, das der zweite Weltkrieg verloren wurde???

Das mit den 20er/30er-Jahren hatte ich auf dem kleinen Display meines Smartphones doch glatt überlesen. Natürlich gab es in diesem Jahrzehnt noch keine auf Normalspur umgenagelten Strecken in Russland. Und auch noch keine 52er

Aber was soll's. Die von Thomas geschätzten 98% der Zuschauer, denen diese kleinen Unstimmigkeiten im Film nicht auffallen, würde ich sogar auf 99,9% schätzen

Grüße
Markus
Hallo,
warum so weit in der Vergangenheit suchen?

Wer kennt den Fernsehfilm Endstation Glück von 2015-2016 mit Gudrun Landgrebe in der Hauptrolle?
https://de.wikipedia.org/wiki/Endstation_Gl%C3%BCck
Die Dame erbt einen alten Bahnhof (Eberfingen) und gedreht wurde der Film hier an der Wutachtalbahn.

In der Schlußscene steigt die Dame hier in Waldshut auf Gleis 1 in einen ICE.

Mal abgesehen davon dass hier höchstwahrscheinlich nie ICEs fahren werden, wir warten schon seit Jahren auf die Elektrizifierung der Hochrheinstrecke zw. Basel und Erzingen.

Gerry
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Deutsche und französische Weltkriegespanzer sind gar nicht verfügbar.



Doch. In "Fury" (2014) greift mal ein echter Tiger (Bovington Tank Museum) an. Meiner Meinung nach aber auch schon die einzige sehenswerte Szene in diesem Film.

Ansonsten sehe ich das Thema recht locker: kaum jemand vom Publikum kennt sich mit Fahrzeugen oder gar mit Eisenbahnen aus. Da verstehe ich, dass die Filmproduktionen irgendwie auch Kosten/Nutzen durchrechnen müssen.

vg
Gerhard
Hallo Allerseits,
solange wie es Unterhaltungsfilme sind kann man sich eigentlich nicht darüber streiten ob die technischen  autentisch sind meine ich. Ausgenommen natürlich wenn elektronische Armbanduhren und
ähnliches in Filmen über das Mittelalter oder das Altertum vorkommen. Unterhaltungsfilme sind doch keine technischen Dokumentationen......
Gruß
F.-J.
Hi !

Hier mal das Gegenteil hier passt alles.

https://www.youtube.com/watch?v=0bybXjJQmeA

Gruß Thomas
An die Epochen Spezialisten!

Heute gibt es wieder einen Film, in dem einige Eisenbahnszenen vorkommen.
Es handelt sich um Dr.Schiwago (auf ARTE).
Zum Einen gibt es da einen Zug, in dem sich die Reise zum Ural darstellt. Ausserdem wird noch der Spezialzug der Bolschewiki gezeigt, der unter dem Kommando des Revolutionärs Pawel ("Pascha") Antipow, der sich jetzt Srelnikow nennt, steht.
Da habt ihr doch sicherlich eine Meinung zu.
Gerade gefunden: Schindlers Liste (auf Super RTL) mit den Judendeportationen - auch alles Reisezüge...
... und auf ZDFneo (Die Mumie kehrt zurück) fährt auch ein schöner Zug...

Gruß aus Nordertown  

PS: ist ja ein richtiges Eisenbahnfestival heute

Soeben lief auf NDR der Film "Der letzte Fußgänger" mit Heinz Erhardt.
Am Anfang des Films fuhr er in einem Zug mit einer 01 und am Wagen stand was von A4üe.
Gibt es dazu auch was zu sagen?

Gruß Kai
Hallo,

ich stimme der Aussage zu, daß ein Großteil der Zuschauer gewisse Fehler bei den "Requisiten" nicht bemerkt.
Mir geht es aber um die weitestmögliche Wiedergabe der Realität im Film was Bild und Ton betrifft.
Für mehr taugt der Film ja nicht weil unsere anderen Sinne zur Wahrnehmung im Film nicht angesprochen werden können, also Geruch, Geschmack und Tastsinn.

Und natürlich könnten die Filmemacher von sich aus mehr tun.
Es gibt z.B. in den Datenbanken heutzutage so viele Originalgeräusche auch aus alten Tagen aber diese heraussuchen, zuzuordnen und passend in die Filmszenen einzufügen macht Arbeit und kostet Geld.

Sicher schwieriger wird es bei größeren Objekten wie Autos, LKW's oder gar im Bereich der Eisenbahn oder in der Luftfahrt.

Was jedoch passiert wenn man falsche, also zur Zeitepoche unpassende Reqisiten verwendet ist dies, daß Leute, die so einen "verfälschten" Film aufmerksam angesehen haben später behaupten, daß es so und nicht anders gewesen war weil das in dem Film XY so gezeigt worden sei.

Harmlos ist noch der falsche Eindruck, früher seinen die Autos alle blitzeblank durch die Gegend gefahren und das angesichts der oft nur geschotterten Straßen voller Pferdeäpfel etc.

Oder wer weiß noch daß in den 50er Jahren Autos die nach einem Unfallschaden gespachtelt wurden  tagelang mit der orangefarbenen Spachtelmasse herumfuhren, weil die Aushärtung so lange dauerte und man die Autos nicht tagelang in den Werkstätten stehen lassen konnte.

Es gäbe da noch viel aufzuzählen.
Hilfreich sind meiner Meinung nach die vielen Privatfilme die ab den 20er Jahren gedreht wurden und natürlich mit gewissen Einschränkungen einen unverstellteren Blick auf die damaligen Zeiten erlauben.

Trotzdem wird mit der Zeit viel an Wissen verlorengehen.
Aber es gibt ja diverse Foren wo Kenner beiderlei Geschlechts ihr Wissen kundtun und so einen Teil der Nachwelt erhalten.

Herzliche Grüße und alles Gute für 2018

Karl Heinz
Buster Keaton - Der General, morgen Abend (27. Oktober) auf Arte um 23:45 Uhr

Original mit Untertitel

Gruß, Micha
Hallo!

Da es hier um Fehler im Zusammenhang mit Bahn und Film / Fernsehen geht, hier mein Highlight des gestrigen Tages:

Auf ORF lief zum 12. Mal 9 Plätze 9 Schätze, eine Show, die jährlich rund um den Nationalfeiertag ausgestrahlt wird und in der jedes Bundesland einen Platz aus seinem Bundesland vorstellt und hofft, dass dieser am Ende der Show von der Jury und den Zusehern zum schönsten Platz Österreichs gewählt wird.

Niederösterreich hat diesmal die Mariazellerbahn ausgewählt und ORF-NÖ in einem tollen Video präsentiert. Im Anschluß an das Video interviewte Armin Assinger eine Triebfahrzeugführerin der Mariazellerbahn, die auch an den Dreharbeiten beteiligt war und auf dem Tisch drehte eine kleine Modelleisenbahn ihre Runden. Plötzlich fragte Assinger: "Haben Sie auch so eine H2O-Eisenbahn (sic!) daheim?"

Beste Grüße

Boris


Ich wusste bereits, dass es Versuche gibt, richtige Eisenbahnen mit Wasserstoff zu betreiben, aber Wasser-Modelleisenbahnen kannte ich bisher nicht.

Übrigens: die Mariazellerbahn hat gewonnen und ist 2025 der schönst der 9 zur Wahl gestandenen Plätze Österreichs.
Hallo Boris,

noch nichts von Echtdampfmodelleisenbahnen gehört. Die fahren mit Wasser.

Gruß, Roland
... ich fahre NO2 ...

Hust ...
Bei dem Thema muss ich an einen nachgestellten Dokumentarfilm zur Nazi-Zeit denken, bei dem der Bahnhof "Berlin Hbf" eine zentrale Rolle spielte.
Den Namen des Films und die genaue Handlung habe ich längst vergessen, aber diese Einstellung mit dem Bahnhofsschild klar vor Augen.

Das Gegenstück war das gemeinsame Anguckem eines Films mit Originalaufnahmen von der Maueröffnung 1989 in Berlin. wo dunzer den Zuschauern ernsthaft duskutiert wurde, warum bei den Aufnahmen der  Grenzübergangsstelle Bornholmrr Straße auf der Bösebrücke die Straßenbahnschienen wegretuschiert wurden ..  ..  
Hallo zusammen,
was ist denn aus dieser Sicht vom Film "3 1/2 Stunden" zu halten?
Ist ja explizit ein Bahnthema.
Läuft immer wieder mal im TV.
Grüße Michael

Hallo Michael #39
Es gab bei der Reichsbahn E-Lokführerinnen und Diesellokführerinnen, aber keine Dampflokführerinnen.
Über den Film wurde damals im DSO-Forum auch schon diskutiert

Grüße Thomas
Hallo Thomas #40,
das hatte mich an dem Film mit der "Dampflokführerin" auch gewundert.Dieser Gag  war wohl der Gleichberechtigung
geschuldet.

Grüße Werner V.
Moin,
[quote nr=28 name   In "Fury" (2014) greift mal ein echter Tiger (Bovington Tank Museum) an. [/quote]

OT: Der Tiger von Bovington ist der weltweit einziger Exemplar in fahrbarem Zustand. Ein Panther haben sie auch.  Der Sherman Fury war auch von der Museum.  Ich hatte gehört, der Museum war not amused über den Zustand vom Tank als es zurückgegeben wurde.
cheers
Norman.
#40
...ich habe ein spezielles Buch, da wird nachweislich authentisch ein junger DRB- Lokführer mit seiner ebenso jungen ukrainischen Heizerin auf einer 52er im umgenagelten Bereich des Landes  gezeigt.
Ein ähnliches Bild gibt es noch einmal, mit anderen Protagonisten nebst einer anderen Heizerin.

Grundsätzlich wäre also eine ukrainische "Lokführerin" für den Moment nicht ausgeschlossen, wenngleich jedoch wenig wahrscheinlich!

Gruß Sven


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