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Rückblick auf das Treffen auf der IMA Köln am 6. 11. 2004 und der
Diskussionsrunde zum Thema N am Alba-Publikation-Stand / N-Bahn-Magazin

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Treffen

Auf der Internationalen Modellbau Ausstellung in Köln waren viele aktive N-Bahner unterwegs. Beim Treff um 13.00 Uhr vor dem Messestand von MDVR Radtke / Rautenhaus gab es vieles zu besprechen und die Gelegenheit, viele erstmals persönlich kennenzulernen. Leider verging die Zeit viel zu schnell und so konnte ich nur mit einigen etwas länger persönlich sprechen. Leider haben es nicht alle anwesenden auf das Gruppenfoto geschafft. Um kurz vor 14 Uhr ging es dann weiter zur Diskussion am Stand von Alba-Publikation.


Diskussion zur Spur N

Die Diskussion von Alba Publikation / N-Bahn-Magazin war ein großer Erfolg. Es waren sehr viele N-Bahner dabei, die sich hochkarätig besetzte Diskussion nicht entgehen lassen wollten, die über eine Stunde dauerte. An der Diskussion nahmen Hr. DI Paul Adams (Vorstandschef der Märklin Holding, zu der auch Minitrix gehört), Hr. Horst Fleischmann (Alleineigentümer der Gebrüder Fleischmann), Hr. Wolfgang Lemke (Importeur von Kato, Eigentümer der Marke Hobbytrain und Kleinserienhersteller mit der Firma Lemke Collection) als Vertreter der Industrie, Hr. Frank Arts (Modellbahnhändler und Partner von 1zu160) und als Vertreter der N-Bahner Hr. Peter Csavajda vom N-Club-International unter der Leitung von Hr. Gernot Balcke (Chefredakteur des N-Bahn-Magazines) teil.

Der N-Markt wird als sehr konstant angesehen, wobei 80 % des Gesamtmarktes auf H0 entfallen. Bei Fleischmann macht der N-Anteil beachtliche 40 % aus! Hr. Adams nannte keine genauen Werte und definierte den N-Anteil als "kleiner Prozentsatz des Umsatzes" – in Anbetracht der Vielfalt der Marken und der Marktführerschaft im Dreileiterbereich H0 auch nicht verwunderlich. Sowohl von Hr. Fleischmann als auch von Hr. Adams wurde bestätigt, dass es in N weitaus weniger Sammler gibt, als in anderen Spurweiten und N-Bahner zumeist Spiel- und/oder Betriebsbahner sind. Auch Hr. Adams nannte N als die Spurweite, die "richtig geeignet ist zum Fahren". Den N-Bahnern wurde zudem eine starke Identifikation zu ihrer Spurweite attestiert. Hr. Lemke sagte, dass es sich in den letzten Jahren besonders in N engagiert habe und ihm der Erfolg auch recht gäbe und er sich über die vielen Zuschriften von N-Bahnern gefreut habe. Bei Hr. Arts macht der Umsatz für Spur N-Artikel rund 50 % aus, wobei hier anzumerken ist, dass er sich sehr stark um seine N-Kunden kümmert und als Versandhändler mittlerweile zufriedene N-Kunden aus ganz Europa hat - sein Umsatz zu Spurweite-Verhältnis daher sicherlich nicht präsentativ für die gesamte Branche ist. Insgesamt gibt es aber in N seit den 10 Jahren des Bestehens von Modellbahnland Arts eine ungebrochen steigende Tendenz für N - auch in den letzen wirtschaftlich schwereren Zeiten, in denen viele Händler und auch Hersteller über Umsatzrückgänge klagen mussten. Herr Csavajda nannte die Mitgliederzahl des NCI etwa 700, wobei dieser Mitgliederstand über die letzten Jahre konstant gehalten werden konnte, in denen viele andere Modellbahnclubs über Mitgliederrückgänge beklagen mussten. Auch er bestätigte den Eindruck, dass die Spur N heute so gut wie noch nie dasteht.

Zum Thema Internet und Versandhändler gab es auch einige interessante Meinungen: Herr Arts kann Händler nicht verstehen, die im Ladengeschäft und Online-Geschäft verschiedene Preise verlangen. Hr. Fleischmann sagte, dass er nichts gegen den Internethandel habe, da sich der Markt geändert habe und das Internet nun mal nicht wegdiskutiert werden kann. Allerdings habe man kein Verständnis mit schwarzen Schafen im Internet. Was die Anzahl der Händler betrifft, sieht Hr. Fleischmann keine Gefahr für engagierte Modellbahnfachhändler, die ein gutes Preis-Leistungsverhältnis gepaart mit entsprechender Freundlichkeit und gutem Preis ihren Laden führen.
Hr. Adams hat kein Interesse, seine Produkte über Discounter wie Lidl oder Aldi zu verkaufen - "man muss nicht jeden Trend mitmachen". Hr. Adams will auch zukünftig auf Qualität, Support, Ersatzteilservice und ähnlichem setzen und dies kann nur der Fachhandel bringen. Dafür seien auch ein paar Euro mehr gerechtfertigt. Hr. Arts hingegen sieht die günstigen Startpackungsaktionen über verschiedene Kanäle sehr positiv, da dadurch auch neue Kunden gewonnen würden, die ja später durch den Fachhandel weiter betreut werden müssen.

Was den mangelnden Support der Spur N durch viele Händler angeht, sagten sowohl Hr. Fleischmann als auch Hr. Adams, dass sie dies nicht verstehen würde. Hr. Fleischmann stellte zudem in den Raum, dass der Quadratmeter-Umsatz bei N höher wäre, da man zur Präsentation ungleich weniger Raum benötige, als für größere Spurweiten.

Ein weiteres Thema waren die preisgünstigen Modelle der letzen Zeit (Stichwort Hobbytrain-Taurus bei Conrad und dem Hobby-Taurus von Minitrix). Herr Lemke gab im Vorfeld zu bedenken, das man nicht jedes Modell als preiswertes Modell anbieten kann - es können Modelle mit dementsprechenden Absatzzahlen umgesetzt werden, wie es auf dem Taurus zutrifft. Die Idee entstand, als man auf der Suche nach einem umsetzbaren preisgünstigen Modell war - da man in H0 keine passende Lücke fand, ergab es sich, dass man ein entsprechendes N-Modell wählte, um hier einen Testlauf zu starten. Erstaunt war man darüber, dass viele N-Bahner nicht nur ein Modell, sondern oftmals gleich mehrere Modelle gekauft hätten. Über den bisherigen Verkauf ist man sehr zufrieden - weitere Modelle wurden nicht ausgeschlossen.
Hr. Fleischmann schloss Hobby-Modelle zu Niedrigstpreisen aus, da dies bei einer Produktion in Deutschland nicht möglich sei und man die Produktion nicht ins Ausland verlagern wolle. Man wird auch weiterhin den bisher erfolgreichen Weg verfolgen, gute Modelle mit entsprechender Qualität zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis anzubieten.
Hr. Adams meinte, dass der Trend zu bezahlbaren Modellen gehe. Es müsse ferner zukünftig genauer untersucht werden, wie viel Prozent der Modellbahner welche Qualität in der Detaillierung/Ausführung wünschen. Man wird in Zukunft auch Themen aufgreifen, die im "bezahlbaren Bereichen" sind, aber auch weiterhin hochqualitative Modelle zu höheren Preisen anbieten. Zudem wolle man mehr für den Einsteigerbereich tun.

Angesprochen auf verschiedene Probleme (Liefertermine etc.) sagte Hr. Adams, dass man sich der Probleme durchaus bewusst sei und man daran arbeite. Man bemühe sich weiterhin, viele Wünsche und Bereiche der Modellbahner abzudecken und 10 Prozent des Umsatzes würden wieder in die Entwicklung neuer Modelle fließen - laut Hr. Adams ein ungewöhnlich hoher Anteil.

Hr. Lemke übte zudem berechtigte Kritik, dass in verschiedenen Foren (trifft auch im Forum auf 1zu160 zu und ich schließe mich seiner Kritik an) viel lieber geschimpft und kritisiert werde, was ja an und für sich legitim ist und oft auch angebracht ist. Bei all der Kritik sollte aber auch das Lob nicht vergessen werden, wenn ein Modell oder ein Teil davon gut gemacht ist. Auch Hersteller freuen sich über Lob!

Auf das Thema Digital wurde aus Zeitmangel nur noch kurz eingegangen. Hr. Fleischmann sagte, dass man auch in Zukunft nach Möglichkeit eine Schnittstelle einbauen werde aber auch weiterhin Modelle mit integrierten Decodern anbieten will. Hr. Adams gab sich bezüglich des Digitalsystems der Zukunft sehr bedeckt - "man werde die Wünsche der Kunden abdecken".


Ismael Sailer


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