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Auf der Internationalen Modellbau Ausstellung in Köln waren viele
aktive N-Bahner unterwegs. Beim Treff um 13.00 Uhr vor dem Messestand
von MDVR Radtke / Rautenhaus gab es vieles zu besprechen und die Gelegenheit,
viele erstmals persönlich kennenzulernen. Leider verging die Zeit
viel zu schnell und so konnte ich nur mit einigen etwas länger persönlich
sprechen. Leider haben es nicht alle anwesenden auf das Gruppenfoto geschafft.
Um kurz vor 14 Uhr ging es dann weiter zur Diskussion am Stand von Alba-Publikation.
Die Diskussion von Alba Publikation / N-Bahn-Magazin war ein großer
Erfolg. Es waren sehr viele N-Bahner dabei, die sich hochkarätig
besetzte Diskussion nicht entgehen lassen wollten, die über eine
Stunde dauerte. An der Diskussion nahmen Hr. DI Paul Adams (Vorstandschef
der Märklin Holding, zu der auch Minitrix gehört), Hr. Horst
Fleischmann (Alleineigentümer der Gebrüder Fleischmann), Hr.
Wolfgang Lemke (Importeur von Kato, Eigentümer der Marke Hobbytrain
und Kleinserienhersteller mit der Firma Lemke Collection) als Vertreter
der Industrie, Hr. Frank Arts (Modellbahnhändler und Partner von
1zu160) und als Vertreter der N-Bahner Hr. Peter Csavajda vom N-Club-International
unter der Leitung von Hr. Gernot Balcke (Chefredakteur des N-Bahn-Magazines)
teil.
Der N-Markt wird als sehr konstant angesehen, wobei 80 % des Gesamtmarktes
auf H0 entfallen. Bei Fleischmann macht der N-Anteil beachtliche 40 %
aus! Hr. Adams nannte keine genauen Werte und definierte den N-Anteil
als "kleiner Prozentsatz des Umsatzes" – in Anbetracht
der Vielfalt der Marken und der Marktführerschaft im Dreileiterbereich
H0 auch nicht verwunderlich. Sowohl von Hr. Fleischmann als auch von Hr.
Adams wurde bestätigt, dass es in N weitaus weniger Sammler gibt,
als in anderen Spurweiten und N-Bahner zumeist Spiel- und/oder Betriebsbahner
sind. Auch Hr. Adams nannte N als die Spurweite, die "richtig geeignet
ist zum Fahren". Den N-Bahnern wurde zudem eine starke Identifikation
zu ihrer Spurweite attestiert. Hr. Lemke sagte, dass es sich in den letzten
Jahren besonders in N engagiert habe und ihm der Erfolg auch recht gäbe
und er sich über die vielen Zuschriften von N-Bahnern gefreut habe.
Bei Hr. Arts macht der Umsatz für Spur N-Artikel rund 50 % aus, wobei
hier anzumerken ist, dass er sich sehr stark um seine N-Kunden kümmert
und als Versandhändler mittlerweile zufriedene N-Kunden aus ganz
Europa hat - sein Umsatz zu Spurweite-Verhältnis daher sicherlich
nicht präsentativ für die gesamte Branche ist. Insgesamt gibt
es aber in N seit den 10 Jahren des Bestehens von Modellbahnland Arts
eine ungebrochen steigende Tendenz für N - auch in den letzen wirtschaftlich
schwereren Zeiten, in denen viele Händler und auch Hersteller über
Umsatzrückgänge klagen mussten. Herr Csavajda nannte die Mitgliederzahl
des NCI etwa 700, wobei dieser Mitgliederstand über die letzten Jahre
konstant gehalten werden konnte, in denen viele andere Modellbahnclubs
über Mitgliederrückgänge beklagen mussten. Auch er bestätigte
den Eindruck, dass die Spur N heute so gut wie noch nie dasteht.
Zum Thema Internet und Versandhändler gab es auch einige interessante
Meinungen: Herr Arts kann Händler nicht verstehen, die im Ladengeschäft
und Online-Geschäft verschiedene Preise verlangen. Hr. Fleischmann
sagte, dass er nichts gegen den Internethandel habe, da sich der Markt
geändert habe und das Internet nun mal nicht wegdiskutiert werden
kann. Allerdings habe man kein Verständnis mit schwarzen Schafen
im Internet. Was die Anzahl der Händler betrifft, sieht Hr. Fleischmann
keine Gefahr für engagierte Modellbahnfachhändler, die ein gutes
Preis-Leistungsverhältnis gepaart mit entsprechender Freundlichkeit
und gutem Preis ihren Laden führen.
Hr. Adams hat kein Interesse, seine Produkte über Discounter wie
Lidl oder Aldi zu verkaufen - "man muss nicht jeden Trend mitmachen".
Hr. Adams will auch zukünftig auf Qualität, Support, Ersatzteilservice
und ähnlichem setzen und dies kann nur der Fachhandel bringen. Dafür
seien auch ein paar Euro mehr gerechtfertigt. Hr. Arts hingegen sieht
die günstigen Startpackungsaktionen über verschiedene Kanäle
sehr positiv, da dadurch auch neue Kunden gewonnen würden, die ja
später durch den Fachhandel weiter betreut werden müssen.
Was den mangelnden Support der Spur N durch viele Händler angeht,
sagten sowohl Hr. Fleischmann als auch Hr. Adams, dass sie dies nicht
verstehen würde. Hr. Fleischmann stellte zudem in den Raum, dass
der Quadratmeter-Umsatz bei N höher wäre, da man zur Präsentation
ungleich weniger Raum benötige, als für größere Spurweiten.
Ein weiteres Thema waren die preisgünstigen Modelle der letzen Zeit
(Stichwort Hobbytrain-Taurus bei Conrad und dem Hobby-Taurus von Minitrix).
Herr Lemke gab im Vorfeld zu bedenken, das man nicht jedes Modell als
preiswertes Modell anbieten kann - es können Modelle mit dementsprechenden
Absatzzahlen umgesetzt werden, wie es auf dem Taurus zutrifft. Die Idee
entstand, als man auf der Suche nach einem umsetzbaren preisgünstigen
Modell war - da man in H0 keine passende Lücke fand, ergab es sich,
dass man ein entsprechendes N-Modell wählte, um hier einen Testlauf
zu starten. Erstaunt war man darüber, dass viele N-Bahner nicht nur
ein Modell, sondern oftmals gleich mehrere Modelle gekauft hätten.
Über den bisherigen Verkauf ist man sehr zufrieden - weitere Modelle
wurden nicht ausgeschlossen.
Hr. Fleischmann schloss Hobby-Modelle zu Niedrigstpreisen aus, da dies
bei einer Produktion in Deutschland nicht möglich sei und man die
Produktion nicht ins Ausland verlagern wolle. Man wird auch weiterhin
den bisher erfolgreichen Weg verfolgen, gute Modelle mit entsprechender
Qualität zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis anzubieten.
Hr. Adams meinte, dass der Trend zu bezahlbaren Modellen gehe. Es müsse
ferner zukünftig genauer untersucht werden, wie viel Prozent der
Modellbahner welche Qualität in der Detaillierung/Ausführung
wünschen. Man wird in Zukunft auch Themen aufgreifen, die im "bezahlbaren
Bereichen" sind, aber auch weiterhin hochqualitative Modelle zu höheren
Preisen anbieten. Zudem wolle man mehr für den Einsteigerbereich
tun.
Angesprochen auf verschiedene Probleme (Liefertermine etc.) sagte Hr.
Adams, dass man sich der Probleme durchaus bewusst sei und man daran arbeite.
Man bemühe sich weiterhin, viele Wünsche und Bereiche der Modellbahner
abzudecken und 10 Prozent des Umsatzes würden wieder in die Entwicklung
neuer Modelle fließen - laut Hr. Adams ein ungewöhnlich hoher
Anteil.
Hr. Lemke übte zudem berechtigte Kritik, dass in verschiedenen Foren
(trifft auch im Forum auf 1zu160 zu und ich schließe mich seiner
Kritik an) viel lieber geschimpft und kritisiert werde, was ja an und
für sich legitim ist und oft auch angebracht ist. Bei all der Kritik
sollte aber auch das Lob nicht vergessen werden, wenn ein Modell oder
ein Teil davon gut gemacht ist. Auch Hersteller freuen sich über
Lob!
Auf das Thema Digital wurde aus Zeitmangel nur noch kurz eingegangen.
Hr. Fleischmann sagte, dass man auch in Zukunft nach Möglichkeit
eine Schnittstelle einbauen werde aber auch weiterhin Modelle mit integrierten
Decodern anbieten will. Hr. Adams gab sich bezüglich des Digitalsystems
der Zukunft sehr bedeckt - "man werde die Wünsche der Kunden
abdecken".
Ismael Sailer
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