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Arnold Dampflokomotive BR 66der DB (Digitalisierung und Sanierung)

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Überblick

Decoder: Kuehn N025
Digitalformat: DCC
Schnittstelle: Nein
Fräsarbeiten: Ja

Einbau

Bei der Tenderlok BR 66 der DB kann ein Kuehn 25N Decoder zwischen Gehäuse und dem Gewicht im Kesselbereich nach einigen Fräsarbeiten eingebaut werden. Die eigentliche Digitalisierung ist einfach, da der Motor vom Fahrgestell galvanisch getrennt ist und die vorhandenen Lötpunkte für den Anschluss der Schleiferanschlüsse verwendet werden können. Ist die Lok in einem tadellosen Zustand, sind lediglich Fräsarbeiten am Gewicht zur Unterbringung des Decoders notwendig.

Jedoch tritt bei den alten Arnold Modellen leider an den Laufrädern und Zahnrädern manchmal Zinkfraß auf und dann muss diese Lok erst einmal saniert werden. Dies war bei meinem Modell vom Flohmarkt der Fall. Deshalb habe ich den Bericht geteilt in die Beschreibung der Sanierung und anschließend der recht einfachen Digitalisierung.

Die Sanierung

Wie erwähnt, waren sämtliche Laufräder mit den Zahnrädern durch Zinkfraß nicht zu gebrauchen. Da es keinerlei Ersatzteile mehr gibt, wollte ich eine Sanierung mit Standardersatzteilen vornehmen. Von den Maßen her passen die Laufräder der Fleischmann BR 38, so dass die entsprechenden Ersatzteile problemlos bestellt werden konnten.

Geeigneter Laufradersatz - 6 x Fleischmann BR38 Artikel 517008
Achsensätze - 3 x Fleischmann BR 38 Artikel 527001
Bolzen für Triebstangen - 4 x Fleischmann BR38 Artikel 730505

Nun fehlten die Zahnräder. Von Heinz Weichselbaum habe ich freundlicherweise die Originaldaten der Zahnräder erhalten:

dk = 10 mm, do = 9 mm, df = 7,8 mm , Zähne 18, modul 0,5 Zahnradbreite 1,1 mm mit dem Bund eine Gesamtbreite von 1,6 mm

Die Zahnräder (aus Messing) konnte ich über Feinmechanikermeister Karl-Heinz Baier in Leipzig ordern, der für die kraftschlüssige Montage mit der Fleischmannachse eine entsprechende Bohrung in den Zahnrädern anbrachte. Das Bild zeigt die defekten Laufradsätze und das Ersatzzahnrad.



Zur Montage habe ich dann die Zahnräder erhitzt und in der entsprechenden Lage nach den Originalmaßen auf die Achsen aufgepresst. Anschließend werden die Laufbuchsen auf die Achse geschoben und danach ebenfalls noch die notwendige Distanzringe mit einer Stärke von 0,4 mm und einer Innenbohrung von 1,5 mm. Dabei ist zu beachten, dass die Laufräder über genügend seitliches Spiel Verfügung um auch enge Kurvenradien im Fahrgestell ausgleichen zu können.
Diese Ringe habe ich auf meiner Drehbank aus Messing angefertigt. Zum Abschluss werden die zweiten Laufräder auf die Achse gedrückt. Nun erfolgt der Einbau der neuen Laufradsätze in das Fahrgestell (siehe Bild).



Im Bild ist ein Hilfsdistanzring zu sehen, mit dessen Hilfe die richtige Spurbreite sicher eingestellt werden kann. Die Triebstangen werden erst nach der Fertigmontage eingehängt, entsprechend positioniert und mit den Bolzen an den Laufrädern befestigt.

Da im Originalzustand über eine Seite der Laufräder der Massekontakt zum Fahrzeugchassis hergestellt wurde, musste ein entsprechender Stromabnehmer gebaut werden. Hierzu habe ich den vorhandenen Stromabnehmer der rechten Seite kopiert und aus Rohmaterial angefertigt. Dieser zweite Schleifer wird auf der linken Seite zwischen dem Fahrgestell und der Kunststoffisolierung (vom rechten Schleifer) montiert. Um einen Kontakt zu gewährleisten, wird unter dem Schleifer am Fahrgestell die Farbe entfernt und zusätzlich der Schleifer durch die vorhandene Befestigungsschraube fest mit dem Chassis fixiert.

Das nächste Bild zeigt den montierten Schleifer von unten.



Das nächste Bild zeigt den Schleifereinbau von oben.



In einem Probelauf werden die Funktionsfähigkeit und die galvanische Trennung des Motors von diesem Umbau überprüft. Nun folgt die recht einfache Digitalisierung.

Der Decodereinbau

Der Anschluss des Decoders erfolgt in einer Festverdrahtung über die Anschlussdrähte des Decoders am Schleifer und den Motorkontakten. Als Lötpunkte habe ich die Stellen verwendet, an denen die Motoranschlüsse über Dioden befestigt waren. Die vorhandene permanente Frontbeleuchtung habe ich beibehalten. Eine Digitalisierung ist ebenfalls problemlos möglich. Folgende Einbauschritte sind nötig:

Vorbereitung des Decoders

a. Wenn bei der Lok keine digitalisierte Beleuchtung gewünscht ist, werden vom Decoder die beiden Anschlussdrähte Weiß (Licht vorne) und Gelb (Licht hinten) direkt am Decoder entfernt.

Zerlegung der Lok

a. Abnahme des Gehäuses und des Tendergewichtes.
b. Der Decoder wird im vorderen Bereich auf dem Gewicht platziert. Entsprechend muss das Gewicht bearbeitet werden. Dazu wird zur Decoderaufnahme bis zur zentralen Befestigungsschraube das Gewicht entfernt (grün markiert) sowie seitlich neben der Befestigungsbohrung zwei Schlitze zur Durchführung der Motoranschlüsse eingefräst (schwarz markiert).
c. Ebenfalls werden an beiden Seiten Einfräsungen (blau markiert) vorgenommen um die Drahtführung zu den Schleiferkontakten sicherzustellen. Das Bild zeigt die notwendigen Arbeiten.



d. Über der Beleuchtung wird ein Teil aus dem Tendergewicht ausgefräst (siehe nächstes Bild). Dies ist nur notwendig, wenn die vordere Beleuchtung digitalisiert werden soll. Zudem erleichtert die Ausfräsung die Drahtführungen zum Decoder.



Decoderanschlüsse

a. Die beiden Verbindungen zwischen dem rechten Schleifer, dem Massekontakt und den Motoranschlüssen samt der Dioden werden abgelötet und der Entstörkondensator entfernt (siehe Bild)



b. Zur Bestimmung der Drahtlängen des Decoders wird das Tendergewicht aufgesetzt. Dabei zeigen die Drähte in Richtung Front, damit für die Montage genügend Platz und eine ausreichende Kabellänge geschaffen wird (bitte selbst testen). Entsprechend werden die Decoderdrähte gekürzt und abisoliert.
c. Nun werden die Anschlussdrähte zum Schleifer (Rot = Rechts und Schwarz = Links) angelötet (im nächsten Bild rot markiert).
d. Anschließend werden die Motoranschlüsse (Grau = Rechts und Orange = Links) an den Lötpunkten am Motor angelötet (im nächsten Bild blau markiert).



Einsetzen des Decoders

a. Das vorbereitete Gewicht wird auf das Fahrgestell aufgesetzt und der Decoder mit Doppelklebeband in der Endlage befestigt (siehe Bild).
b. Die Drähte zum Schleifer (rot markiert) und zum Motor (blau markiert) werden in die vorbereiteten Ausfräsungen eingelegt.



Zusammenbau

a. Die Lok wird wieder vollständig zusammengebaut.



b. Nun kann der Testlauf beginnen

Fertig!

Anmerkungen

Die eigentliche Digitalisierung der DB BR 66-001 mit dem Kuehn 25 N Decoder ist recht einfach. Das Ergebnis ist eine seltene digitalisierte Tenderlok, deren Fahrverhalten entsprechend der persönlichen Vorliebe angepasst werden kann. Besondere Fahreigenschaften kann man aufgrund der Art des Antriebes und des Alters der Konstruktion nicht erwarten.

Bei meiner Lok habe ich in den Decodereinstellungen die Endgeschwindigkeit etwas reduziert. Zusätzlich wurde die vorhandene Glühbirne gegen eine 18 V Variante aufgrund der starken Helligkeit ausgetauscht (eine Digitalisierung der Beleuchtung über den Decoder wäre ebenfalls möglich).

Fazit

Ein altes Schätzchen wurde gerettet! Der reine Arbeitsaufwand für Sanierung und Digitalisierung betrug etwa 6 Stunden. Die Vorbereitung und Planung dauerte aber wesentlich länger.

Meinen herzlichen Dank für die Unterstützung an dieser Stelle an Hr. Heinz Weichselbaum und Hr. Karl-Heinz Baier, ohne deren Mitwirken in meinem Betriebswerk eine BR 66-001 als Schrottlok stehen würde. Nun landen in der Ausbesserungswerkstatt lediglich die defekten alten Laufräder.


Danke an Detlef Cords-Michalzik für die Zusendung.

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Das sagen User zu diesem Thema (3 Beiträge):

Von: spurn60
Am: 18.05.09 17:14

hallo detlef, ich habe soeben eine sehr gut erhaltene br66 in der dritten version von 1967, also schon mit zahnkranz der mittleren achse, gekauft. möchte diese lok nun auch digitalisieren. was mich bei deinem einbau wundert, ist der anschluss des motors. ist es nicht so, dass das orange kabel an den motoranschluss rechts kommt, immer in fahrtrichtung gesehen? auf deinen bildern ist das anders.
Am: 14.10.07 12:31

Hallo Detlef, auch ich bin von dem Umbau begeistert, zumal ich das gleiche Schätzchen mit den gleichen Macken besitze.Und es mir auch zu schade für den Betriebshof ist.
Auch mich interessieren die Umbaukosten.
Mit freundlichem Grüßen Manfred
Am: 04.03.07 11:19

Vielen Dank, Detlef, für Deinen detaillierten Umbaubericht, der hoffentlich viele Loks vor dem Schrottplatz bewahrt. Mich würde interessieren, was die Ersatzteile gekostet haben. Noch ein Hinweis: die Zahnräder und Schnecke des Moduls 0,5 lassen sich wahrscheinlich gegen welche des Moduls 0,4 oder gar 0,3 ersetzen. Das würde die Fahreigenschaften der Rennsemmel zugute kommen (langsamere Endgeschwindigkeit, besseres Langsamfahrverhalten und weniger Einknicken am Berg). Allerdings dürfte dabei Ausprobieren angesagt sein.

 


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