Arnold E-Lok DB BR 150 mit Remotorisierung (Umbau auf Maxon Motor mit Schwungmasse)
Überblick
| Decoder: | Zimo MX620N |
| Digitalformat: | DCC |
| Schnittstelle: | Nein |
| Fräsarbeiten: | Nein |
Allgemein, Vorbermerkungen
Die folgende Anleitung bezieht sich auf die alte Version der Arnold 150. Alte und neue Version teilen sich die gleichen Artikelnummern - die alte Version hat aber keine Schnecken, sondern Spiralen zur Kraftübertragung auf die Zahnräder. Der Originalmotor lässt sich bei langsamer Fahrt kaum vernünftig regeln, weder analog noch digital. Daher rate ich dringend zu einem Motortausch. Durch die hohen Stellkräfte kommt es beim Betrieb mit dem originalen Motor in Verbindung mit den Antriebsspiralen auch zu eienr recht hohen Geräuschentwicklung.
Für die Remotorisierung gibt es zwei Varianten:
Variante 1: Verwendung eines schräggenuteten Original-Motors
Die Firma Arnold Ersatzteile bietet alternativ zu den gerade genuteten Motoren auch schräg genutete Motoren an. Eine Schwungmasse fehlt dann zwar, laut Auskunft von Christian Krella laufen diese Motoren aber digital sehr ordentlich. Eigene Erfahrungswerte habe ich damit bislang jedoch noch nicht.
Variante 2: Verwendung eines Umbausatzes von sb Modellbau
Ich habe mich für die teurere Variante entschieden und bei den letzten Messe-Aktionen den Umrüstsatz Art.-Nr. 1020 von SB Modellbau erworben. Der Motor ist mit einer Schwungmasse versehen. Fräsarbeiten am Modell sind nicht erforderlich. Die Demontage und Montage der originalen Antriebsspiralen ist nicht ganz unproblematisch, da die Spiralen sehr stramm auf der Achse sitzen - ansonsten ist der Umbau jedoch unproblematisch. Daher ist zu überlegen, mit sb Modellbau die Montage der Spiralen zu vereinbaren. Diese sind bei Arnold Ersatzteile auch einzeln erhältlich (und können natürlich auch direkt an sb Modellbau geschickt werden) - die ET-Nummer ist 2355-76. Ich habe die Montage selbst ausgeführt und auch ohne Schäden an den Spiralen hinbekommen. Wer die Spiralen selbst montiert, sollte darauf achten dass diese möglichst wenig ausschlagen ("eiern").
Zerlegen und Warten des Modells
Das Gehäuse wird über eine Schraube zentral im Dach gehalten. Nach dem Entfernen dieser Schraube lässt sich das Gehäuse leicht nach oben abziehen. Die Platine wird über vier Schrauben gehalten. Mit den inneren beiden Schrauben wird auch der Haltebügel befestigt, an dem das Dach angeschraubt wird. Ich empfehle dringend, das Modell komplett zu zerlegen, zu reinigen und neu abzuschmieren - mein Modell war reichlich verölt. Insbesondere sollten die Spiralführungen (ET-Nummer 2955-9) überprüft werden. Weisen diese Verschleißerscheinungen oder Schäden auf, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, diese zu ersetzen. Ist der neue Motor erst einmal eingebaut, können diese nur noch schwer ausgetauscht werden. Die Lackierung des Rahmens ist bei meinem Modell sehr empfindlich, ich habe während der Arbeiten immer wieder größere Stücke Farbe an den Fingern kleben gehabt. Also Vorsicht! Die (zerlegten) Drehgestelle und die Platine können dagegen problemlos gereinigt werden, am einfachsten im Ultraschallbad.
Beim Zusammenbau der Drehgestelle habe ich auch gleich Fleischmann PROFI-Kupplungen eingebaut, der Typ 9540 (eigentlich für alte Fleischmann Modelle vorgesehen) passt perfekt.
Einbau des Motors
Der Motor wird nach Anleitung von SB Modellbau einfach eingeklebt. Die Anschlussfahnen hatte SB Modellbau schon vorgebogen, sie können später einfach mit den Kontaktfedern der Platine kontaktiert werden. Die Position des Plus-Pols habe ich im Bild markiert. Wichtig ist, dass die Spiralen nicht mit den Anschlussfahnen der Kontaktplatten für die Drehgestelle in Kontakt kommen (die Anschlussfahnen dieser Kontaktplatten werden unmittelbar hinter den Spiralen nach oben geführt, hier bleibt an beiden Enden nur wenig Platz). Weiters sollte darauf geachtet werden, dass der Motor gerade eingebaut ist und die Spiralen mittig in den Führungen liegen. Ich habe während der Montage die Spiralen in den Führungen ein wenig fixiert. Wer den von SB Modellbau verkauften Zweikomponentenkleber "Uhu plus schnellfest" verwendet, sollte beachten, dass dieser recht dünnflüssig ist. Er fließt bis zum Boden des Rahmens durch und darf dort keinesfalls die Schwungmasse verkleben!
Nach etwa einer Stunde ist der Kleber fest genug, dass man die Drehgestelle und die Drehgestellauflagen wieder montieren und erste Tests durchführen kann. Das folgende Bild zeigt den Rahmen mit eingeklebtem Motor.

Vorbereiten der Platine
Die Kontaktfedern für den Motor müssen leicht zurückgebogen werden (siehe voriges Bild), damit sie von den recht kurzen Laschen des Maxon Motors nicht abrutschen. Da der Maxon Motor rund ist und damit der Abstand der Laschen kleiner ist als der der Kontaktflächen des Original-Motors, müssen die Federn auch etwas zueinander gebogen werden. Generell sollten alle Federn etwas nachgebogen werden, damit sie bei der Montage der Platine zuverlässig Kontakt geben.
Die Entstör-Maßnahmen (zwei Drosseln, eventuell ein Kondensator, falls dieser nicht direkt am Motor befestigt ist) werden entfernt. Dann werden die Leiterbahnen gemäß den Markierungen im folgenden Bild aufgetrennt. Hierbei wird der Umschalter für den Oberleitungsbetrieb lahmgelegt, was auch beabsichtigt ist. Oberleitung und Digitalbetrieb vertragen sich nicht. Wird die Lok verkehrt aufgegleist, dann erhält sie kurzzeitig die doppelte Gleisspannung (abhängig von der jeweiligen Polarität der Spannungen), was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Zerstörung des Decoders führt!

Die Platine kann nun schon wieder montiert werden. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Kontaktfedern außen auf den umgebogenen Laschen des Motors aufliegen. Werden sie zwischen Lasche und Motorgehäuse geschoben, kann es zu Kurzschlüssen kommen (das Motorgehäuse ist aus Metall). Die Platine kann schon jetzt mit allen Schrauben nebst Haltebügel befestigt werden.
Einbau des Decoders
Als Decoder kommt wieder der bewährte Zimo MX620 zum Einsatz und zwar in der Version mit Anschlusskabeln. Das blaue Kabel wird direkt am Decoder gekappt. Dann wird der Decoder quer unter dem Haltebügel platziert und die übrigen Anschlusskabel werden, wie im Foto oben zu sehen ist, verlötet.
Test und Zusammenbau des Modells
Das Modell sollte jetzt auf Kurzschlüsse durchgemessen werden. Wenn es keine Auffälligkeiten gibt, kann das Modell aufs Programmiergleis und ein kurzer Test durchgeführt werden (läuft der Motor, funktioniert die Beleuchtung?).
Bevor das Modell wieder zusammengebaut wird, muss unbedingt die Schraube im Gehäusedeckel gekürzt werden (siehe erstes Bild links oben). Die Schraube ist deutlich zu lang und würde den Decoder zerstören, wenn sie nicht ungefähr auf die Hälfte gekürzt wird.
Programmierung
Im folgenden habe ich die geänderten CVs zusammengestellt. Meine Erfahrung ist, dass sich die Regelungscharakteristik verschlechtert, wenn die absolute Regelungsreferenz (CV57) verwendet wird. Daher sind alle Werte auf den Betrieb bei 18 V und relativer Regelungsreferenz ausgelegt. Wird die Lok bei geringerer Spannung betrieben, müssen CV5/CV6 (Maximal-/Mittengeschwindigkeit) angepasst werden. Bei der Einstellung CV124 = 82 werden beim Aktivieren des Rangiergangs auch die Beschleunigungs- und Verzögerungswerte geviertelt, so dass die Lok schneller reagiert. Wer das nicht möchte, wählt bitte CV124 = 16. Die Werte CV10 = 140 und CV113 = 180 sorgen dafür, dass die Regelung bei höheren Fahrstufen weniger stark zurückgenommen wird als mit der Standard-Einstellung. Mit den hier veröffentlichten Werten zeigt meine Lok sehr gute Fahreigenschaften - gegebenenfalls muss der eine oder andere Wert bedingt durch Serien-Streuungen bei Motor und Decoder noch etwas angepasst werden. Erstaunlich ist vor allem, wie leise dieses Antriebskonzept in Verbindung mit den Spiralen sein kann.
Die folgende Liste enthält die Werte, wie ich sie bei meinem Modell eingestellt habe:
| CV | Wert | CV | Wert | CV | Wert | CV | Wert | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2 | 0 | 27 | 1 | 56 | 55 | 121 | 11 | |||
| 3 | 25 | 28 | 7 | 57 | 0 | 122 | 11 | |||
| 4 | 40 | 29 | 42 | 58 | 255 | 123 | 55 | |||
| 5 | 160 | 33 | 1 | 60 | 200 | 124 | 82 | |||
| 6 | 100 | 34 | 8 | 125 | 1 | |||||
| 9 | 52 | 35 | 6 | 112 | 32 | 126 | 2 | |||
| 10 | 140 | 36 - 46 | 0 | 113 | 255 | 127 | 1 | |||
| 128 | 2 | |||||||||
| 129 - 132 | 0 |
Damit einseitiger Lichtwechsel und Rangierlicht realisiert werden können, müssen die Werte etwas geändert werden: CV125 bis CV128 sind alle auf 0 zu setzen (keine Richtungsabhängigkeit des Ausgangs), dann ist die Programmierung der richtungsabhängigen Funktionen durchzuführen. Dazu wird die Lok am besten aufs Hauptgleis gestellt und mit CV61 = 98 das erweiterte Function Mapping eingeleitet. Die Programmierung auf dem Hauptgleis hat hier den Vorteil, dass die Zentrale nicht ständig das Modell scannt oder die Spannungsversorgung unterbricht, was die Programmierung stören oder gar abbrechen würde. Der genaue Ablauf ist im Umbau der Arnold V100/211/212 mit Remotorisierung beschrieben.
Mit der hier gezeigten Programmierung steuern F0 das Licht vorne, F1 das Licht hinten und F3 Rangiergang und Rangierlicht an.
Danke an Torsten Lang für die Zusendung.
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Das sagen User zu diesem Thema (Ein Beitrag):
Zur Vermeidung des Massekontakt des Federbleches hatte ich aus dem Chassis
einiges herausgeschnitten.
Ich habe auf die Dachbefestigung komplett verzichtet, da das Gehäuse auch so sitzt/hält und ich so mehr Platz für den damals geplanten Decoder zur Verfügung hatte.
Damit entfällt auch das Kürzen der Schraube/ in meinem Fall die Schraube komplett.
Das Loch habe ich von innen mit roten Isoband verklebt.
Ich habe ohne den Motorumbau auf einen tams Ld-G-31 umgerüstet und bin bisher zufrieden. Allerdings stehe ich noch am Anfang meiner Digitalkarriere...
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