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Arnold DB BR 143 - neue Version mit Schnittstelle

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Überblick

Decoder: Kühn N45 oder Zimo MX620
Digitalformat: DCC
Schnittstelle: Ja
Fräsarbeiten: Nein
 

Allgemein

Diese Einbaubeschreibung bezieht sich auf die überarbeitete Version der BR 143 mit Schnittstelle, die ab 2009 von Arnold/Hornby mit NEM-Steckschnittstelle ausgeliefert wird. Für das ältere Modell ohne Schnittstelle gibt es einen eigenen Einbaubericht.

Zerlegen der Lok

Die Lok lässt sich an sich recht gut zerlegen, wenn man den einen oder anderen Trick beachtet. Um das Gehäuse zu öffnen, muss es im Bereich der Drehgestelle leicht gespreizt werden. Dazu verwendet man am besten Zahnstocher, alternativ hatte ich mir aus der Pappe einer Küchenrolle zwei kleine Streifen ausgeschnitten. Die Zahnstocher oder Pappstreifen werden links und rechts des jeweiligen Drehgestells zwischen Gehäuse und Fahrwerksrahmen eingeführt - dann sollte sich mit leichtem, evtl. etwas kräftigeren Zug am Drehgestell der Fahrwerksrahmen aus dem Gehäuseoberteil ziehen lassen. Bei einigen Loks sitzt das Gehäuse recht stramm. Ursache ist die Beleuchtungsplatine mit dem Führerstand - diese ist über ihre Lichtleiter in die Scheinwerfer-Ausschnitte im Gehäuse eingesteckt und hängt außerdem manchmal recht fest am Fahrrahmen. Es kann passieren, dass das Drehgestell beim Ziehen ausklipst, wenn man zu kräftig zieht. Im Zweifelsfalle erst einmal an beiden Drehgestellen vorsichtig probieren - meist löst sich das Gehäuse auf einer Seite etwas leichter. Falls man beide Drehgestelle ausklipst, muss man mit einem Haken vorsichtig in die Öffnung für das Drehgestell hineingreifen und versuchen, den Fahrrahmen aus dem Gehäuse herauszuziehen.

Wenn das Gehäuse lose ist, müssen die Beleuchtungsplatinen vorsichtig aus dem Gehäuse gelöst werden. Dazu drückt man entweder durch die Scheinwerferausschnitte mit einem Zahnstocher vorsichtig die Lichtleiter nach innen, oder man zieht den Lichtleiter von innen vorsichtig zurück, um ein Verkratzen der Scheinwerfer zu vermeiden (so habe ich es gemacht).

Für den Decodereinbau empfehle ich die weitere Zerlegung des Fahrwerksrahmens. Es handelt sich hier um ein Sandwich aus dem Kunststoffboden, der Platine und dem Metallrahmen. Der Boden wird über zwei kleine selbstschneidende Schrauben und zwei Winkel mit dem Rahmen verbunden.

Um sich die folgenden Arbeiten zu erleichtern, baut man am besten die Drehgestelle aus und lötet die Anschlusskabel von den Laschen am Motor ab, klipst den Motor aus und legt ihn ebenfalls beiseite (Achtung: Orientierung merken - sonst stimmt die Fahrtrichtung nach dem Zusammenbau u. U. nicht mehr!).

Beim Ausbau der Drehgestelle gibt es ebenfalls einen kleinen Trick: Der Motor wird so weit gedreht, bis die Schlitze für die jeweilige Kardanstange senkrecht stehen. Jetzt wird das entsprechende Drehgestell vorsichtig um fast 90° gedreht, der Kardan fällt dann einfach heraus. Beim Zusammenbau kann man entsprechend andersherum vorgehen, also Kardan mit einer Pinzette einführen und halten und das Drehgestell dann vorsichtig von 90° wieder nach 0° zurückdrehen. Mit ein wenig Übung klappt auch der Zusammenbau problemlos - wichtig ist, mit ein wenig Gefühl zu arbeiten.

Die Schrauben unter dem Boden dreht man heraus, die Winkel kann man ausklipsen. Dann lässt sich der Metallrahmen abnehmen. Platine und Boden können verbunden bleiben.

Bei meinem Exemplar waren die Anschlußkabel für den Motor so angelötet, dass die verzinnten Enden in den Einbaubereich für den Decoder geragt haben. Daher habe ich die Kabel für die folgenden Arbeiten komplett abgelötet.

Die Entstördrosseln müssen vorsichtig leicht zur Seite gedrückt werden, um etwas Platz zu schaffen.

Einbau des Decoders

Kühn N45:

In den Ausschnitt für den Decoder passen nur kleine Exemplare. Daher fiel meine Wahl zuerst auf den brandneuen Kühn N45. Allerdings passt auch dieser Decoder nur in den Ausschnitt, wenn der Kunststoffträger von den Pins gestreift wird. Hierbei rate ich zu äußerster Vorsicht, die Lötpads brechen schon bei kleinen Hebelkräften von der Platine! Daher macht es eventuell Sinn, die Pins auf Höhe der Lötpads mit einem sehr harten Zweikomponentenkleber mit der Platine zu verkleben (z.B. Stabilit Express), bevor man den Träger abstreift. Dann müssen noch die Pins gekürzt werden. Das Foto zeigt den N45 in eingebautem Zustand.

Zimo MX620:

Der Decoder passt nicht in den vorgesehenen Ausschnitt. Auch hier müssen die Pins gekürzt werden. Die Oberseite des Decoders wird auf Höhe des Controllers mit etwas Kaptonband abgeklebt, da der Decoder in eingebautem Zustand auf der Platine aufliegt. Der Decoder wird dann kopfüber, also mit den Lötpads nach oben, in die Schnittstelle gesteckt. Von dem eingebauten MX620 kann ich leider kein Foto beistellen, da beim Einbau meine Kamera in Reparatur war.

Änderung des Anschlusses der Beleuchtung

Für uns N-Bahner sieht die Industrie leider bis heute keine brauchbare Schnittstelle vor, die einerseits klein ist und andererseits auch bei Modellen mit umfangreicher Beleuchtung (rot/weiß, Führerstand, Fahrwerks- / Arbeitsbeleuchtung o. ä.) keine Lötarbeiten erforderlich macht. Für die einseitige Beleuchtung müssen wir daher die roten LEDs von den Beleuchtungs-Anschlüssen der Schnittstelle isolieren. Dazu wird, wie im Bild zu sehen, R2 ausgelötet und um 90° gedreht wieder eingelötet. Der freie Anschluss wird dann mit FA1 des Decoders verbunden. Bei R5 ist leider kein Platz - daher wird dieser Widerstand etwas in Richtung Fahrzeugvorderseite versetzt so wieder eingelötet, dass der Anschluss auf Seiten des "R5" Aufdrucks nicht mehr mit dem Pad verbunden ist. Dann kann der freie Anschluss mit FA2 des Decoders verbunden werden.

Bei Verwendung des Zimo MX620 ist der Anschluss grundsätzlich genauso durchzuführen. Die beiden zusätzlich zu verlegenden Kabel kreuzen sich also auch bei diesem Decoder nicht.

Arnold / Hornby BR 143

Zusammenbau

Den Zusammenbau nehmen wir in zwei Schritten vor. Zuerst werden die Anschlusskabel für den Motor wieder angelötet und dann die Drosseln wieder in die ursprüngliche Lage gebracht, damit der Rahmen wieder aufgesetzt werden kann. Wichtig: Die Kabel liegen im Foto schon weitgehend so, dass sie beim Zusammenbau nicht im Weg sind. Das an R5 angeschlossene Kabel wird zwischen der links neben C3 liegenden Diode und dem Rahmen leicht eingeklemmt, wenn man das Kabel seitlich an der Diode vorbeiführt. Es passt aber.

Beim Verschrauben des Rahmens ist zu beachten, dass die selbstschneidenden Schrauben, die in die Vierkantlöcher des Metallrahmens eingedreht werden, nicht gerade sonderlich gut halten. Beim Eindrehen der Schrauben sollte man das bereits geschnittene "Gewinde" wiederverwenden und die Schrauben nur vorsichtig anziehen. Überdreht man sie einmal, halten sie nicht mehr! Also bitte mit Gefühl arbeiten!

Die Winkel des Kunststoff-Bodens haben bei meinem Modell leider nicht gehalten. Ich habe mir daher aus übrig gebliebenen Vierkant-Drahtstücken von Anschlussbeinchen bedrahteter LEDs zwei sehr spitze "V"s gebogen und diese mit dem offenen Ende jeweils zur Führerstandsseite hin in den Spalt zwischen Metallrahmen und Winkel eingesteckt. Bitte nicht komplett versenken, sonst wird es später schwierig, diese Drahtstücke wieder zu entfernen, falls das Modell erneut zerlegt werden muss. Lässt man die Spitze des "V" etwas herausschauen, dann kann man den Draht mit einer Stecknadel mit abgewinkelter Spitze später leicht wieder herausziehen.

Jetzt werden noch Motor und Drehgestelle eingebaut und die Kardane wieder eingesetzt (siehe Beschreibung oben). Wer sichergehen will, misst das Modell noch auf Kurzschlüsse durch, dann kann es auf das Programmiergleis gehen, um einen ersten Test zu machen. Bei einem fabrikneuen Decoder müsste sich die weiße Beleuchtung über F0 schalten lassen, die rote Beleuchtung über F1 und F2. Dann sollte noch ein kurzer Test gemacht werden, ob das Modell fährt.

Ist soweit alles OK, kann das Gehäuse wieder aufgesetzt werden. Dazu wird das Gehäuse auf den Rahmen gesetzt, dann die Platinen mit den Lichtleitern wieder in die Scheinwerferausschnitte gesteckt, was zugegebenermaßen recht fummelig ist, und dann das Gehäuse auf den Rahmen gesteckt, bis es einrastet.
Achtung: Ein Pfeil auf der Oberseite der Platine (siehe Foto) zeigt in Vorwärtsrichtung und damit Führerstand 1. Dieser Pfeil ist auch bei montiertem Metallrahmen noch erkennbar.

Jetzt sollte nochmal ein finaler Test auf dem Programmiergleis gemacht werden, dann kann es ans Programmieren des Decoders gehen.

Kühn N45

Mit dem N45 läuft das Modell leider nicht ganz sauber, weiterhin ist die Kriechgeschwindigkeit von ca. 1 cm/s für meinen Geschmack entschieden zu hoch. Bei meinem Modell habe ich den N45 daher durch den MX620 ersetzt. Daher werde ich nur kurz auf die Programmierung der wichtigsten CVs eingehen (ohne Gewähr, da ich den Decoder mittlerweile umprogrammiert habe):

CV Wert   CV Wert   CV Wert   CV Wert
2 1   9 2   33 1   49 32
3 30         34 8   50 64
4 30   27 17   35 6   51 32
5 115   28 7   36-46 0   52 64
6 63   29 58            
                  58 68

 

Geschwindigkeitstabelle: 1/2/3/5/7/10/13/16/20/25/30/35/.../105/110/115

Die Geschwindigkeitstabelle wird im Wesentlichen verwendet, um eine wenigstens etwas feinere Abstufung in den unteren Fahrstufen zu erhalten. Dies ist auch mein Standardverfahren bei Lenz Decodern.

Zimo MX620

Dieser Decoder harmoniert mit dem Modell wesentlich besser. Ganz so weit herunter wie bei anderen Modellen kommt man bei der Arnold Lok aber auch nicht - ich vermute dass die extrem kleinen Zwischenräder direkt an der Schnecke und die etwas zu lange Übersetzung des Getriebes für einen etwas unrunden Lauf des Getriebes sorgen, der sich gerade bei den niedrigsten Geschwindigkeiten bemerkbar macht. Die Anfahrspannung muss leicht erhöht werden, damit das Modell zuverlässig anfährt (speziell im Rangiergang). Aber selbst mit der erhöhten Mindestgeschwindigkeit liegt der MX620 noch um Welten vor dem N45.

CV Wert   CV Wert   CV Wert   CV Wert
2 4   27 1   56 55   121 11
3 30   28 7   57 0   122 11
4 30   29 42   58 255   123 55
5 120         60 255   124 82
6 85         61 98/99 (*)   125-132 0
9 91                  
10 252         112 0   134 109
            113 255     (falls nötig)


(*) Hier kommt wieder das erweiterte Programmierverfahren wie schon bei der Umbauanleitung für die Arnold V100 zum Einsatz. Mittels F0, F1 und F2 werden die Funktionen jetzt aber so programmiert, dass F0 vorwärts das weiße Licht vorne, F0 rückwärts das rote Licht vorne, F1 vorwärts das rote Licht hinten und F1 rückwärts das weiße Licht hinten aktivieren. Bei allen anderen Funktionen darf kein Licht aktiviert werden, da sich das Abschalten der roten Beleuchtung nicht erzwingen lässt. Wenn das Rangierlicht wie bei der Arnold V100 beschrieben programmiert würde, wäre bei eingeschaltem Licht mit F0 oder F1 dann an einer Seite der Lok rot und weiß gleichzeitig an. Wer auf das rote Licht verzichten möchte, kann die Programmierung auch exakt wie bei der Arnold V100 Anleitung beschrieben durchführen, dann geht auch das Rangierlicht. Bei Zentralen, die sich die Werte in einer Datenbank merken (z.B. Viessmann Commander) sollte zum Abschluss noch CV61 auf 99 programmiert werden, damit man nicht später versehentlich erneut die Programmierung anstösst, falls man einzelne CVs nochmals überprogrammiert.

Nach Abschluss der Programmierung steuern F0 und F1 jeweils eine einseitige Beleuchtung an, gegebenenfals wenn auf die Ansteuerung der roten Beleuchtung verzichtet wird, F3 zusätzlich das Rangierlicht.

Dank an Herrn Krella für die Tipps zum Zerlegen und Zusammenbau der Lok!


Danke an Torsten Lang für die Zusendung.

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